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Wie die DAX-Konzerne auf unsere Klimaschutzfragen reagierten

Greenwashing statt Selbstkritik?

Wie ernst ist es den einzelnen Konzernen mit dem Thema Klimaschutz?
Im Rahmen der Kampagne "Vorfahrt für Klimaschutz!" haben die Kritischen Aktionäre die Konzerne auf den Hauptversammlungen 2008 mit dieser Thematik konfrontiert. Wie so oft war die Möglichkeit der Mitschrift während der (teilweise auch lückenhaften) Beantwortung der Fragen durch die Vorstandsmitglieder begrenzt. Daher schrieben wir alle 27 Konzerne, deren Hauptversammlungen wir besuchten, noch einmal an und schickten ihnen unseren Fragenkatalog mit der Bitte zu, diesen schriftlich zu beantworten. Die Ergebnisse können Sie unten nach Fragen geordnet einsehen. Die Audi AG verwies in ihrem Antwortschreiben direkt auf den Mutterkonzern VW. Einzig und allein Porsche gab auch nach merhmaligem Nachhaken keine Rückmeldung, weshalb wir den Vorstand bei der Hauptversammlung Ende Januar darauf ansprachen. Man beteilige sich "grundsätzlich nicht an Umfragen", war die Antwort (siehe auch Porsche). Wenn Sie sich lediglich für die Antworten einzelner Konzerne interessieren, können Sie diese jeweils auf den Konzernseiten (über Konzernkritik) finden.    

Vorab schon folgendes Fazit: Bei den meisten Konzernen dominiert Eigenlob, selbstkritische Töne sind kaum zu hören. Der Großteil der Unternehmen scheint sich aber immer intensiver mit dem Thema Klimaschutz zu beschäftigen. Lesen Sie hierzu Kommentare unserer Experten (nach dem Fragekatalog).

Fragen an alle Konzerne:

1. Wieviel Euro haben Sie in den vergangenen 5 Jahren in den Klimaschutz investiert?

2. Welches ist der größte Schritt, den unser Unternehmen im nächsten
Jahr in Richtung Umwelt- und Klimaschutz geht?

3. Wann wird unser Unternehmen der Öffentlichkeit aufschlussreiche Zahlen und konkrete Ziele für alle klimaschädlichen Emissionen in den einzelnen Sparten vorlegen, wie es das Carbon Disclosure Projekt verlangt?

4. Wieviel CO2 (in Prozent und Tonnen) wird unser Unternehmen 2008 im Vergleich zum Vorjahr einsparen und welche konkreten Maßnahmen werden Sie dazu ergreifen?

5. Hat unser Unternehmen eine Zertifizierung nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)?
Wenn ja: Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Wenn nein: Warum nicht?

6. Wie garantieren Sie, dass bei Ihren Lieferanten und in Ihren
ausländischen Produktionsstätten Ihre Umweltstandards eingehalten
werden?

7. Planen Sie den An- oder Verkauf von Emissionszertifikaten?

8. Welche Controlling-Instrumente hat unser Unternehmen, um Kosteneinsparungspotenziale durch Umweltschutzmaßnahmen im Unternehmen sicherzustellen?

9. Plant unser Unternehmen Anreize für Vorstände (z.B. in Form von Bonuszahlungen), wenn sie vorher festgelegte Ziele beim Klimaschutz erreichen?

10. Wie fördern/motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, zum Erreichen Ihrer
unternehmensinternen Klimaschutzziele beizutragen?

Zusätzliche Fragen an die Banken:

1. Welche umweltfreundlichen Investitionen finanziert unsere Bank?

2. Wieweit spielen bei der Kreditvergabe neben der Bonität des Kunden auch Umweltaspekte des Projekts (Produkts) eine Rolle?

Zusätzliche Fragen an die Automobilkonzerne:

1. Welche Maßnahmen werden getroffen, um den Kraftstoffverbrauch und damit den CO2-Ausstoß für die gesamte Modellpalette zu verringern?

2. Wie hoch ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß
a) aller angebotenen Fahrzeuge? (nach Modellen)
b) aller verkauften Fahrzeuge?

3. Der Kohlenstoff-Anteil von Erdgas ist gering, es ist ein relativ klimafreundlicher Kraftstoff. Haben Sie Erdgas-Fahrzeuge im Angebot?

4. Gibt es in unserem Unternehmen ein Programm, das die Mitarbeiter von Autohäusern gezielt schult, umweltfreundliche Modelle zu verkaufen?


Kommentare von:
> Alexander Dauensteiner, Verkehrsexperte Kritische Aktionäre Daimler, zu den Antworten der Automobilkonzerne
> Jens Hilgenberg, BUND Verkehrsreferat, zu den Antworten der Automobilkonzerne
> Philipp Mimkes, Coordination gegen Bayer Gefahren, zu den Antworten von Bayer

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