|
20 Jahre aktiv – engagiert – konzernkritisch Die Arbeit muss weitergehen!
Köln, 23.11.06
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
das Jahr 2006 ist für die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre keines wie jedes andere. Es war einerseits geprägt
von der Feier zum 20-Jährigen Bestehen des Dachverbandes im Frühjahr, vom Rückblick auf das gemeinsame Engagement, das Früchte trägt; andrerseits überschattet vom plötzlichen Tod des geschäftsführenden
Vorstandsmitglieds Henry Mathews. Mitglieder und Vorstand waren mit der Frage konfrontiert, ob es ohne den Initiator und Motor der Kritischen Aktionäre überhaupt weitergehen könne.
Neben der Trauer und Anteilnahme, die in vielen Reaktionen zum Ausdruck kamen, wurde vor allem ein Wunsch deutlich:
Die Arbeit der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre muss fortgesetzt werden. Dies wäre auch im Sinn von Henry Mathews.
Erste Schritte sind bereits getan:
- Zum 1. September hat der Vorstand mit Markus Dufner einen neuen Geschäftsführer berufen. Er bringt als gelernter
Journalist, erfahrener Öffentlichkeitsarbeiter und Aktivist in Nichtregierungsorganisationen wichtige Voraussetzungen für diesen Job mit.
- Auch inhaltlich geht die Arbeit weiter. Der Dachverband hat sich kürzlich an der Gründung eines Netzwerks für
Unternehmensverantwortung (Corporate Accountability – kurz: CorA) beteiligt. Wie die Erfahrung zeigt, taugen freiwillige Verpflichtungen der Wirtschaft nicht viel. Darum hat CorA die Politik aufgefordert
durchzusetzen, dass Unternehmen Rechenschaft ablegen über die Auswirkungen ihres Handelns auf Umwelt, Soziales und Menschenrechte. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, informieren wir Sie gerne ausführlich.
Lassen Sie uns zwei Beispiele nennen, die die Bedeutung der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre deutlich machen:
- Vor kurzem meldete unsere Mitgliedsorganisation Urgewald einen wichtigen Erfolg: Sowohl die Deutsche Bank als
auch die HypoVereinsbank haben sich entschieden, das Atomprojekt von Belene in Bulgarien finanziell nicht zu unterstützen. Wir ermöglichten Urgewald durch die Übertragung von Stimmrechten, auf den
Hauptversammlungen dieser Banken auf die Gefahren dieses Projekts hinzuweisen.
- Die Sendung „Monitor“ in der ARD wies am 19. Oktober auf die enge Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft
hin. Einige Lobbyisten sitzen quasi als „Leihbeamte“ direkt in Ministerien und versuchen für ihre Unternehmen das Beste herauszuholen. Wir finden, der Gesetzgeber sollte eine solch weitreichende Einflussnahme
verhindern. Auf den Aktionärsversammlungen im nächsten Jahr wollen wir diese Form von Lobbyismus zur Sprache bringen.
Die Mitarbeit an diesem neuen Projekt und die bisherige Aufklärungsarbeit der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
gegen das Diktat des Shareholder Value, umwelt- und gesundheitsschädigende Geschäfte, Rüstungsproduktion, Atomenergie und Einflussnahme von Lobbyisten direkt in Ministerien kann nur mit Ihrer Hilfe erfolgreich
fortgesetzt werden. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spende!
Mit freundlichen Grüßen,
Der Vorstand Dorothea Kerschgens, Paul Russmann, Bernd Moritz
|