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Vorwort zum Jahresbericht 2000

Jetzt entsteht eine Gegenmacht
zu Globalisierung und Fusionen

Im Jahr 2000 haben sich mehr als 1.500 Aktionärinnen und Aktionäre entschlossen, ihre Stimmrechte direkt für mehr Umweltschutz und mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Für den Erhalt von Arbeitsplätzen, für den Ausstieg aus der Atomenergie, für ein Ende der Rüstungsexporte, für die Entschädigung der früheren Zwangsarbei- terinnen und Zwangsarbeiter haben wir im Namen dieser Menschen in den Hauptver- sammlungen argumentiert.

Auch in diesem Jahr konnten wir zusätzliche Firmen erstmals besuchen: Beim Mann- heimer Energieversorger MVV und bei der Norddeutschen Affinerie spielte diesmal nicht nur die Höhe der Dividende eine Rolle, sondern auch ihr Ursprung.

Selbstverständlich sind uns starke Partner weiterhin unverzichtbar. Deshalb haben wir uns gefreut, als Mitglieder der Kampagne ,Kein Mensch ist illegal' ihre Kompetenz in unseren Auftritt bei der Deutschen Lufthansa einbrachten – und ihre Transparente und ihren lautstarken Protest gegen das Geschäft mit der oft tötlichen Abschiebung von Flüchtlingen in den Maschinen der deutschen Vorzeige-Airline.

Neue starke Partner haben wir jetzt auch außerhalb der deutschen Grenzen gefunden: Im November 2000 trafen wir uns in Brüssel mit Vertretern von ökologisch und sozial motivierten Aktionärsvereinigungen aus sechs europäischen Ländern. Sie und wir haben beschlossen, unsere Arbeit künftig enger zu vernetzen. Der Dachverband hat die Aufgabe übernommen, das neue Bündnis zu koordinieren und Ende 2001 die zweite europäische Konferenz der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre zu organisieren.

Mit dem internationalen Netzwerk wird eine wirksame Gegenmacht zur Globalisierung und zu den Fusionen der europäischen Konzerne entstehen. Ab 2002 möchten wir gemeinsame Kampagnen und grenzüberschreitende Stimmrechts-Übertragungen realisieren. Vor allem aber bietet uns die Kooperation mit unseren neuen Partner- Organisationen die Chance, auf internationale Konzernfusionen zu reagieren. Der neue europäische Rüstungs-Gigant EADS beispielsweise wird jetzt nicht nur in der Haupt- versammlung von DaimlerChrysler mit Widerstand rechnen müssen, sondern auch bei seinen übrigen Mutterfirmen in Frankreich, Italien, Spanien – und natürlich am Stamm- sitz in den Niederlanden.

Wer macht das alles? Unsere Arbeit beruht nach wie vor zum größten Teil auf dem ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen, die der Profitlogik des Großkapitals nicht mehr tatenlos zusehen wollen. Unsere Arbeit beruht aber auch auf professioneller Recherche und hauptamtlicher Tätigkeit. Um dies auch in Zukunft absichern zu können, sind wir angewiesen auf neue Fördermitglieder und auf Aktionärinnen und Aktionäre, die uns nicht nur ihre Stimmrechte übertragen, sondern auch einen kleinen Teil ihrer Dividenden für unsere Arbeit spenden.

Im Februar 2001 wird unser Verband 15 Jahre alt. Viele seiner Mitgliedsorganisa- tionen, die ihn gegründet haben, sind schon deutlich länger aktiv für menschen- und umweltgerechte Prinzipien in der Wirtschaft. Bitte helfen Sie mit, diese Arbeit auch
im neuen Jahrhundert fortzusetzen.

Herzlichst Ihr

Henry Mathews

geschäftsführendes
Vorstandsmitglied