|
Kritische AktionĂ€re grĂŒnden Europa-Netzwerk
Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus GroĂbritannien, Frankreich, Schweden und der Schweitz hat der Dachverband im Herbst 2001 das
,Ethical Shareholders European Networkâ (ES) gegrĂŒndet. Zu ökologisch und sozial orientierten AktionĂ€rs- vereinigungen in weiteren LĂ€ndern bestehen bereits Kontakte. Weil der Begriff âKritische
AktionĂ€reâ auĂerhalb Deutschlands als nicht eindeutig genug empfunden wird, fiel die Wahl fĂŒr den gemeinsamen Namen auf âEthische AktionĂ€reâ.
Zur GrĂŒndung des Netzwerks trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von 17 Organi- sationen am 28. und 29. September 2001 auf
Einladung des Dachverbands zu ihrer zweiten europaweiten Konferenz in Frankfurt am Main. Die erste Konferenz hatte bereits im November 2000 in BrĂŒssel stattgefunden.
Schweiz: ACTARES
Die Schweizer Non-Profit Organisation ,ACTARES â AktionĂ€rInnen fĂŒr nachhaltiges Wirtschaftenâ gehört zu den aktivsten Mitgliedern des neuen Netzwerks. Sie wurde im MĂ€rz 2000 gegrĂŒndet, aufbauend auf den Erfahrungen von zwei VorgĂ€ngerorgani- sationen, der ,Convention des actionnaires NestlĂ©â (CANES) und dem ,Verein kritischer AktionĂ€rInnen der UBSâ.
ACTARES setzt sich dafĂŒr ein, dass Unternehmen nicht nur nach ökonomischen Gesichtspunkten gefĂŒhrt werden, sondern dass
gesellschaftliche und ökologische Kriterien gleichen Stellenwert erhalten. Unternehmen sind nach Ăberzeugung der ACTARES-GrĂŒnder Teil der Gesellschaft und von Ihren Partnern in gleicher Weise abhĂ€ngig wie ihnen
gegenĂŒber verantwortlich. AktionĂ€re dĂŒrfen ihre Einflussnahme auf die Unternehmen nicht auf die Optimierung der Rendite beschrĂ€nken, sondern mĂŒssen die Interessen der ganzen Gesellschaft berĂŒcksichtigen.
Schweden: SISYFOS
Auch das schwedische Mitglied des europÀischen Netzwerks hat sich vorgenommen, den Stein immer wieder den Berg hinauf zu rollen, und
heisst deshalb ,Sisyfosâ.
Die Organisation versteht sich als aktive, verantwortliche und langfristig aktive AktionÀrsvereinigung. Sie fördert eine ökologisch
nachhaltige Entwicklung, die Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben und Gerechtigkeit fĂŒr die Menschen in der sogenannten Dritten Welt.
UmweltschutzmaĂnahmen, die Sisyfos schon vor vielen Jahren gefordert hat, schienen damals unrealistisch â heute sind sie Standard.
Deshalb definiert ein Sisyfos-Sprecher das Ziel so: âWir mĂŒssen das Niveau erhöhen, denn die Unternehmen können immer etwas verbessern.â
Grossbritannien: ECCR
Das ,Ecumenical Council for Corporate Responsibilityâ (ECCR) ist Partner des Netzwerks auf der
britischen Insel. Die Mitglieder des ökumenischen Konzils fĂŒr die Verantwortung von Unternehmen arbeiten seit seiner GrĂŒndung im Jahr 1989 âfĂŒr Gerechtigkeit in den und durch die ökonomischen Strukturenâ.
Sie engagieren sich unter anderem gegen Waffenproduktion und fĂŒr die Rechte von Frauen.
Kampagne: GLEICHSTELLUNG
Als erstes gemeinsames Projekt beschlossen die Ethischen AktionÀrinnen und AktionÀre auf ihrer zweiten Europa-Konferenz eine
Unternehmensbefragung zur Gleichstellung von Frauen und MĂ€nnern im Berufsleben. In Briefen an die europĂ€ischen Konzerne und in deren Hauptversammlungen 2002 verlangen sie detaillierte AuskĂŒnfte ĂŒber den Anteil
von Frauen in FĂŒhrungspositionen, ĂŒber Regelungen fĂŒr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ĂŒber Lohngleichheit und ĂŒber viele weitere Indikatoren fĂŒr die Gleichstellungspolitik der Unternehmen.
Im Oktober 2002 werden sich die Ethischen AktionÀre zu ihrer dritten europÀischen Konferenz versammeln und die Ergebnisse ihrer
grenzĂŒberschreitenden Befragung zur Gleichstellung von Frauen und MĂ€nnern der Ăffentlichkeit vorstellen. Die Fortschritte ihrer Arbeit dokumentieren sie auf der Internet-Seite www.ethicalshareholders.net, die der Dachverband zur Zeit fĂŒr das Netzwerk aufbaut.
|