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Vorwort zum Jahresbericht 2003

Nur Menschen erzielen Erfolge
gegen die Unmenschlichkeit!

Zwei deutliche Erfolge können wir verbuchen: Die Arbeiter der Continental-Tochter
in Mexiko haben ihren drei Jahre dauernden Arbeitskampf gewonnen (Seite 17),
und der Handelsriese Metro hat kurz nach dem ersten Auftritt von Kritischen
Aktionären Zugeständnisse im Tropenwaldschutz gemacht (Seite 20 f).

Selbstverständlich kann und will sich unser Verband nicht allein mit diesen Lorbee-
ren schm√ľcken. Vielmehr sind die Erfolge das Ergebnis unserer intensiven Zusam-
menarbeit mit vielen Partnern rund um den Globus. Wenn wir Umweltsch√ľtzern und
 

Henry Mathews, geschäfts-
f√ľhrendes Vorstandsmitglied

Gewerkschaftern die entscheidenden Eintrittskarten
und damit Rederecht in Hauptversammlungen
deutscher Konzerne verschaffen, reagieren die
Vorstände oft viel rascher und konsequenter als
bei anderen Protestformen.

Möglich wird unser Beitrag zu diesen Erfolgen erst
durch die vielen tausend Aktionärinnen und Aktio-
n√§re, die uns Jahr f√ľr Jahr ihre Stimmrechte √ľber-
tragen und Teile ihrer Dividenden f√ľr unsere Arbeit
spenden. An Sie alle möchte ich die zwei Worte
weitergeben, die uns Jesus Torres Nu√Īo vor wenigen
Tagen aus Mexiko schrieb: Gracias, Compa√Īeros!

Auch ein anderer lateinamerikanischer Gewerkschaf-
ter hat im vergangenen Jahr bleibenden Eindruck im
sonst meist faden Brei deutscher Hauptversamm-
lungen hinterlassen: Eduardo Fachal berichtete auf
unsere Einladung bei DaimlerChrysler √ľber das
Verschwinden von 15 Kollegen während der argen-
tinischen Militärdiktatur (Seite 6 ff). Ihm war leider

(noch) kein Erfolg beschieden. Das Alptraumduo Schrempp & Kopper verweigerte
Entschädigungen und sogar das Anbringen einer schlichten Gedenkplakette auf
dem Werksgelände in Buenos Aires. Muss ich extra betonen, dass wir diesen Fall
auf Jahre weiter verfolgen werden?

Besonders stolz waren wir, Ende vergangenen Jahres das neue Buch von Gaby
Weber
mit herausgeben zu können. Nachdem die Journalistin und Kritische Aktio-
närin 1999 das Schicksal der argentinischen Betriebsräte aufdeckte, dokumentiert
sie in ihrem neuen Titel die Verstrickung von Mercedes-Argentinien in die Wäsche
von Nazigeldern in den 50er Jahren. Das Buch können Sie mit der Antwortkarte
am Ende dieses Berichts bestellen.

Mit der gleichen Karte erhalten Sie nat√ľrlich auch die vollst√§ndigen Aufrufe zu
unseren Kampagnen 2004 f√ľr Menschen- und Arbeitnehmerrechte, die wir auf den
Seiten 26 bis 29 dieses Hefts nur gek√ľrzt wiedergeben k√∂nnen, so wie wir Ihnen auf
38 Seiten insgesamt nur einen Ausriss unserer Tätigkeiten beschreiben können.

Hervorheben möchte ich deshalb die Kritik an der neuen Verfassung der Europä-
ischen Union
(Seite 28), mit der die Regierungen der EU-Staaten ein Europa der
Konzerne schaffen wollen, in dem Umwelt- und Arbeitnehmerbelange untergeordnet
werden unter Marktwirtschaft und R√ľstungszwang.

Eine breite soziale Basisbewegung stellt sich diesem Kurs entgegen.
Daf√ľr, liebe Leserinnen und Leser, ist Ihr pers√∂nliches Engagement
ebenso notwendig wie f√ľr den Widerstand gegen die Gesch√§ftspraxis
der Konzerne selbst!

Herzlichst Ihr

Henry Mathews

im Januar 2005