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Vorwort zum Jahresbericht 2005

Demokratischer Widerstand
lässt sich nicht einschüchtern!

Liebe Leserinnen und Leser,

staatliche Repression gegen konzernkritische und antifaschistische Arbeit hat im vergangenen Jahr zugenommen. Staatsanwälte und Polizisten durchsuchten mit
oft haarsträubenden Begründungen Redaktionen und Privatwohnungen von Journalisten.

Betroffen war z.B. unsere Partnerorganisation Labournet.de in Bochum, der sämtliche Computer und Datenträger beschlagnahmt wurden, was ihre Arbeit über Wochen stark behinderte. Erst Monate später stellte das Landgericht Bochum fest, dass die gesamte Razzia rechtswidrig war und gegen das Grundgesetz verstieß.

Henry Mathews, geschäfts-
fĂĽhrendes Vorstandsmitglied

Betroffen war ebenfalls der prominente Buchautor und Kritische Daimler-Aktionär Jürgen Grässlin in Freiburg. Auch seine Computer wurden beschlag- nahmt. Doch sein neues Buch „Das Daimler- Desaster“ brachte er im November pünktlich in den Handel. Nun muss er sich mit den Anwälten von Schrempp, Zetsche & DC herumschlagen, die ihm eine Meinungsäußerung verbieten wollen. Er will sein Recht ggf. bis zum Bundesverfassungsgericht durchfechten. – Und das hat den Kritischen Bayer- Aktionären in einem ähnlichen Fall bereits 1991 die Freiheit nach Artikel 5 Grundgesetz bestätigt.
(vgl. www.cbgnetwork.org/1178.html)

Einschüchtern lassen unsere Freunde und wir uns weder durch staatliche noch durch private „Rechts“- Maßnahmen, denn unser Widerstand gegen umwelt- und sozialfeindliche Machenschaften der Konzerne ist für eine demokratische Gesellschaft dringend notwendig.

Einschüchtern lassen sich auch immer weniger Beschäftigte, wenn ihre Chefs oder unsoziale Politiker ihnen an den Kragen wollen. Die langanhaltenden Streiks bei GateGourmet in Düsseldorf und bei AEG in Nürnberg sind dafür ebenso positive Beispiele wie die jüngsten Großdemonstrationen gegen die „Bolkestein“-Dienst- leistungsrichtlinie der EU.

Weil Entlassungen, Lohndumping und Unternehmenssteuersenkung die sozialen Sicherungssysteme belasten, treffen sie auch die privaten Geldbeutel aller Sozialversicherungs- und Steuerzahler. Weil Umweltschäden selten vom Profiteur aber immer von der Allgemeinheit getragen werden, zahlen die „kleinen Leute“ immer d'rauf.

Mehr und mehr Aktionärinnen und Aktionäre erkennen diese Zusammenhänge und fordern deshalb nicht länger „Dividende um jeden Preis“. Wir kämpfen täglich darum, noch mehr Menschen davon zu überzeugen. Mit Ihrer Unterstützung, liebe Leserinnen und Leser, können Sie diesen Fortschritt beschleunigen!

Für 2006 haben wir gemeinsam mit unserer schweizer Partnerorganisation ACTARES den Klimaschutz als ein Schwerpunktthema gewählt. Dazu werden Sie
– und nicht nur Sie! – bald von uns hören. Besonders freue ich mich darauf,
am 04. März 2006 mit vielen Mitgliedern, Unterstützerinnen und Unterstützern in einer öffentlichen Tagung hier in Köln das 20-jährige Gründungsjubiläum unseres Verbands zu begehen.

Helfen Sie uns durch die nächsten 20 Jahre?

Herzlichst Ihr

Henry Mathews

im Februar 2006