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Kampagne 2005: Umweltzerstörung auf Kredit - fortgesetzt

Verantwortung der Banken (2):

Umweltzerstörung auf Kredit – fortgesetzt –

Deutsche Banken finanzieren weiterhin extrem umweltschädliche Bau- und Raubbau-
Vorhaben in aller Welt. Obwohl Umweltschutzorganisationen einzelne Projekte verhin-
dern konnten, vergeben die GroĂźbanken immer neue Skandalkredite. Widerstand
dagegen leisten Menschen auch in den Hauptversammlungen der Banken:

„Die Commerzbank ist Teil eines Konsortiums, das Kredite über 765 Millionen US-Dollar an die größte russische Ölfirma Lukoil vergeben hat“, mahnte die Kritische Aktionärin Dorothea Kerschgens in der Hauptversammlung der Commerzbank AG
am 20. Mai 2005
in der Frankfurter Jahrhunderthalle, „und mit diesem Geld begann Lukoil mit der Ausbeutung eines umstrittenen Ölfelds vor dem Nationalpark Kurische Nehrung.“

Diese fast hundert Kilometer lange Sanddüne auf russischlitauischem Gebiet wurde von der UNESCO im Jahr 2000 zum Welterbe erklärt, sagte Kerschgens den versammelten Aktionären und warnte: „Die Förderung von bis zu 600.000 Tonnen Öl gefährdet diese Region und den für Litauen wichtigen Tourismus. Die Ölplattform auf

russischem Gebiet liegt nur neun Kilometer von der
litauischen Grenze entfernt, und obwohl in Litauen
gegen dieses Projekt protestiert wurde, hat Lukoil
keine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeits-
prĂĽfung durchgefĂĽhrt. Dies ist eine klare Verletzung
internationaler Umweltkonventionen.“

Die Kritische Aktionärin zitierte eine zentrale Forde-
rung litauischer Umweltschützer: „Banken, die einen
Kredit vergeben, mĂĽssen Einfluss auf ihre Klienten
nehmen, sich an internationale Standards zu halten.
Bei Nichteinhaltung dieser Standards sollen die
Geschäftsbeziehungen gekündigt werden!“

Ein ähnliches Beispiel griff der Kritische Aktionär
Bernd Moritz in der Hauptversammlung der Deutsche
Bank AG am 18. Mai 2005
in der Festhalle Frankfurt
auf und warf dem Vorstand vor: „Ihr indischer
Geschäftspartner ,National Hydroelectric Power
Corporation’, kurz NHPC, zeichnet sich bei seinen
Staudammprojekten ebenso wenig durch Gesetztreue
aus, wie durch RĂĽcksichtname auf Lebenschancen der
Menschen, die seinen Vorha- ben im Weg stehen.“
Schon mehrfach hätten Menschen überstürzt fliehen
mĂĽssen, weil NHPC sie nicht recht- zeitig vor der
Ăśberflutung Ihrer Wohngebiete gewarnt habe.

Erfolg fĂĽr die Kritiker:

Deutsche Bank
beugte sich Protesten

„Wir haben keine Beziehung zu TVX mehr”, räumte Vorstandssprecher Rolf Bräuer in der Hauptversammlung der Deutschen Bank 2001 kleinlaut ein. Damit beugte sich die Bank dem jahrelangen Protest von Kritischen Aktionären und anderen Umweltschutzorganisationen gegen einen geplanten Kredit für ein extrem umweltschädliches Goldgewinnungsprojekt.

Der kanadische Bergbaukonzern TVX wollte nahe der griechischen Gemeinde Olympiada ein ganzes Tal zu einem Auffangbecken für hochgiftigen Schlamm umfunktionieren, der Zyanid und Arsen enthalten und dort dauerhaft gelagert bleiben sollte. Die Deutsche Bank hatte TVX dafür einen Kredit zugesagt und jahrelang behauptet, das Vorhaben sei umweltverträglich und es spreche nichts gegen die Kreditvergabe. 2001 wollte Breuer diese Aussage auch auf Nachfrage nicht wiederholen.

„Trotzdem finanziert die Deutsche Bank das Teesta Projekt der NHPC in der Provinz Sikkim“, entrüstete sich Moritz, „ein Projekt, das schon ein Jahr vor seiner Fertigstel- lung durch Untertunnelungen und Sprengungen in einem geologisch instabilen Gebiet Häuser zum Einsturz brachte, durch Wasserverknappung Ernteerträge um die Hälfte verminderte und durch illegal deponierten Abraum den Fluss Teesta so einengte, dass er eine Brücke weggerissen hat.“ Mit ihrem Kredit ermögliche die Deutsche Bank, urteilte Moritz, „ein Projekt, das sich selbst ökologische Unbedenklichkeit bescheinigt hat, bevor entsprechende Studien abgeschlossen waren, und dessen Missachtung ökologischer Risiken sich in die lange Reihe von Gesetzesverstößen dieses Geschäftspartners der Deutschen Bank einreiht.“

Auf zahlreiche Fragen des Kritischen Aktionärs berief sich Vorstandssprecher Josef Ackermann in seiner „Antwort“ wie in den Vorjahren auf Geschäftsgeheimnisse und auf den Grundsatz, über Einzelgeschäfte keine Auskünfte zu geben. Er verweigerte auch Angaben über zukünftige Kredite an die NHPC. Die „Antwort“ des Commerzbank- Vorstands auf die ebenfalls zahlreichen Fragen von Dorothea Kerschgens fiel ähnlich nichtssagend aus.

Deshalb fordert der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre eine generelle Offenlegungspflicht über alle ökologisch und sozial relevanten Daten jedes finanzierten Geschäftsvorhabens. Die Banken müssen für jeden vergebenen Kredit öffentlich darlegen, wie sie die Auswirkungen des geplanten Projekts auf Mensch und Umwelt geprüft haben, und aufgrund welcher konkreter Fakten sie den Kredit für verantwortbar halten!

 

Das Flugblatt zu dieser Kampagne können Sie als PDF-Datei (42 kb) herunterladen
oder gedruckte Exemplare
kostenlos bestellen – gerne auch in größerer Stückzahl.

Bitte beachten Sie auch die älteren Informationen aus dem Jahr 2000 zu dieser Kampagne.

Um mehr Umweltschutz bei der Kreditvergabe durchzusetzen,
brauchen die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre dringend Spenden.
Zuwendungen an den Dachverband sind steuerabzugsfähig.

Spendenkonto Nr. 896 22 92
Stadtsparkasse Köln
BLZ 370 501 98

IBAN: DE89 3705 0198 0008 9622 92
SWIFT-BIC: COLSDE33