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Negativ-Kriterien fĂŒr ethisches Investment

Beim ethischen Investment sind
Unternehmen auszuschließen, die ...


1.) die Menschenrechte missachten, von deren Missachtung (gewollt oder ungewollt)
profitieren oder die Missachtung von Menschenrechten verschleiern

Inhaltlich werden die Menschenrechte definiert durch die von der Vollversammlung
der Vereinten Nationen verabschiedeten Deklarationen und Konventionen,
insbesondere durch die „Allgemeine ErklĂ€rung der Menschenrechte“
(http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ger.htm) aus dem Jahr 1948,
die internationalen Pakte ĂŒber „BĂŒrgerliche und politische Rechte“
(http://www.admin.ch/ch/d/sr/i1/0.103.2.de.pdf) und
„Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“
(http://www.admin.ch/ch/d/sr/i1/0.103.1.de.pdf) des Jahres 1966 und
die „Vereinbarung ĂŒber die Beseitigung aller Formen von Diskriminierung von
Frauen“(http://www.admin.ch/ch/d/sr/i1/0.108.de.pdf) aus dem Jahr 1979.


2.) grundlegende Rechte der BeschĂ€ftigten verletzen – insbesondere
die in den Kern-Konventionen der International Labour Organisation (ILO)
festgelegten Prinzipien und das Recht auf existenzsichernde Entlohnung

Zu den im Jahr 1998 festgelegten Kern-Normen der ILO gehören: das Organisationsrecht
(ILO Konvention 87), das Recht zu Kollektiv-Verhandlungen (ILO Konvention 98), das Verbot
von Zwangs- und Pflichtarbeit (ILO Konventionen 29 und 105), das Verbot von Kinderarbeit
(ILO Konventionen 138 und 182) und das Diskriminierungsverbot (ILO Konventionen 100 und 111)
(alle unter http://ilolex.ilo.ch:1567/german/docs/convdisp1.htm).

DarĂŒber hinaus maßgeblich sind die Forderungen der Menschenrechts-Charta des
Permanent Peoples’ Tribunal on Industrial Hazards and Human Rights von 1996
(http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Kampagnen/Charta-D/charta-d.html),
der Code of Labour Practices for the Apparel Industry including Sportswear von 1998
(http://www.cleanclothes.org/codes/ccccode.htm)sowie die einschlÀgigen Standards
der Fairtrade Labelling Organizations International (http://www.fairtrade.net/standards.html).


3.) sich der aktiv oder passiv der Korruption, Bestechung, Steuerflucht
oder des Steuerbetrugs schuldig machen

Die TatbestÀnde der Korruption und Bestechnung sind u.a. definiert in der
„Criminal Law Convention on Corruption“ (http://conventions.coe.int/treaty/en/Treaties/Html/173.htm)
und der „Civil Law Convention on Corruption“ (http://conventions.coe.int/treaty/en/Treaties/Html/174.htm)
des Europarats, im „Übereinkommen ĂŒber die BekĂ€mpfung der Bestechung auslĂ€ndischer AmtstrĂ€ger
im internationalen GeschĂ€ftsverkehr“ der Organisation fĂŒr wirt-schaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (http://www1.oecd.org/deutschland/Dokumente/bestech.htm) und im Grundsatzpapier von
Transparency International – Deutsches Chapter (http://www.transparency.de/html/ueberti.html).

Als TatbestĂ€nde der Steuerflucht bzw. des Steuerbetrugs gelten alle Maßnahmen die dazu dienen,
Staaten oder deren Gebietskörperschaften Steuern vorzuenthalten, die ihnen aus in ihren Territorien
getÀtigten GeschÀften zustehen.


4.) vorsÀtzlich oder fortgesetzt nationales Umwelt- oder Sozialrecht verletzen,
gegen internationale oder multilaterale Umwelt- und Sozialabkommen verstoßen
oder diese durch politisches Lobbying behindern oder bekÀmpfen

Im internationalen Bereich sind hier unter anderem
das Kyoto-Protokoll (http://www.bmu.de/download/dateien/protodt.pdf),
das Washingtoner Artenschutz-Abkommen (http://www.bfn.de/04/0401.htm) und
die Rotterdamer PIC-Konvention (http://www.pan-germany.org/download.htm) gemeint.


5.) Initiativen zur Entwicklung eines gerechten Welthandels behindern
oder die Verschuldung, Benachteiligung und AbhÀngigkeit von
„EntwicklungslĂ€ndern“ verschĂ€rfen

Dazu gehören z.B. die VerdrÀngung regionaler Anbieter, ausbeuterische Lieferanten-Beziehungen,
(Gift)-MĂŒll-Exporte in die „Dritte Welt“, Umwelt- und Sozialdumping. Ebenso gehört dazu die Förderung
internationaler Abkommen, die (insgesamt oder in Teilen) die Ausbeutung der „EntwicklungslĂ€nder“
erleichtern oder manifestieren, wie es z.B. bei MAI, MIGA, GATS und TRIPS der Fall war bzw. ist.

Positiver Maßstab sind die Standards der Fairtrade Labelling Organizations International
(http://www.fairtrade.net/standards.html).


6.) MilitĂ€r- oder RĂŒstungsgĂŒter produzieren oder damit handeln

Dazu gehören die Produktion von und der Handel mit GĂŒtern, Dienstleistungen oder know how
fĂŒr militĂ€rische Zwecke, insbesondere notwendige Elemente oder Leistungen zur Produktion
von Massenvernichtungswaffen.


7.) die Atomenergie anwenden, sich fĂŒr deren Anwendung einsetzen oder sonstige
GeschÀfte tÀtigen, die mit der Nutzung von Atomenergie in Verbindung stehen

Dazu gehören auch alle geschÀftlichen AktivitÀten, die mit der Gewinnung, Anreicherung,
Wiederaufbereitung, Lagerung oder dem Transport von Uran und radioaktiven Materialien
und den damit verbundenen Forschungs- und Entwicklungs- sowie Bauarbeiten befasst sind.
Auch die Produktion und Distribution von GerĂ€ten und Materialien, die fĂŒr den Einsatz in
Atomkraftwerken bestimmt sind, fÀllt unter diese Definition. Der Handel mit atomar
erzeugtem Strom und sein Vertrieb sind ebenfalls eingeschlossen.


8.) Gentechnik anwenden, fördern oder sich fĂŒr deren Förderung einsetzen

Dazu gehören Produktion, Handel und Nutzung von gentechnisch verÀnderten Organismen
(Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere, der menschliche Körper bzw. seine Teile) und von Stoffen,
die unter Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellt wurden, sowie die dazu notwendige
Forschung und Entwicklung.


9.) besonders umwelt- oder gesundheitsschÀdliche Stoffe
oder Produkte herstellen, vertreiben oder verwenden

Dazu gehören z.B.: Chlorchemie, Treibhausgase, Ozonschicht-zerstörende Gase,
Pestizide, Tabakwaren, krebserregende Stoffe.


10.) irrationale oder gesundheitsgefÀhrdende
Arzneimittel produzieren oder vertreiben

Maßstab hierfĂŒr sind (mangels internationaler Normen) die GrundsĂ€tze der
BUKO Pharma-Kampagne, Bielefeld, fĂŒr Ihre Untersuchungen des Arzneimittelangebots
deutscher Unternehmen in der „Dritten Welt“ (erstmals: Dr. Robert Hartog & Dr. Hermann
Schulte-Sasse 1990 / zuletzt: Karin Pichlbauer u.A. 1999, www.bukopharma.de).

Positiver Maßstab ist die Liste „unentbehrlicher Arzneimittel“ der Weltgesundheitsorganisation
(www.who.int/medicines/organization/par/edl/infedl11alpha.html).


11.) Raubbau an natĂŒrlichen Ressourcen betreiben oder fördern

Als Raubbau muss jede Gewinnung nachwachsender Rohstoffe verstanden werden, die ĂŒber
die natĂŒrliche Reproduktion hinausgeht. Als Raubbau muss ebenfalls jede Gewinnung von
BodenschÀtzen verstanden werden, die unter Inkaufnahme gravierender sozialer oder ökologischer
SchÀden erfolgt. Dazu gehört die Gewinnung oder Nutzung von Rohstoffen, die nicht nach den
Managementregeln der „Nachhaltigkeit“ gewonnen und nicht von unabhĂ€ngigen Organisationen
daraufhin ĂŒberprĂŒft und zertifiziert wurden.

     Die Managementregeln der Nachhaltigkeit lauten (nach BMU 1997):
     Die Nutzung erneuerbarer NaturgĂŒter (z.B. WĂ€lder oder FischbestĂ€nde) darf auf Dauer
     nicht grĂ¶ĂŸer sein als ihre Regenerationsrate.
     Die Nutzung nichterneuerbarer NaturgĂŒter (z.B. Böden, landwirtschaftliche NutzflĂ€che)
     darf auf Dauer nicht grĂ¶ĂŸer sein als die Substitution ihrer Funktionen.
     Die Freisetzung von Stoffen und Energie darf auf Dauer nicht grĂ¶ĂŸer sein als die
     AnpassungsfĂ€higkeit der natĂŒrlichen Umwelt.
     Zielrichtung ist also ein Fließgleichgewicht zwischen schĂ€dlichen Emissionen,
     der Anpassungszeit von Ökosystemen und daraus resultierend ihrer Empfindlichkeit
     gegenĂŒber externen Störungen.


12.) von Sucht erzeugenden Eigenschaften ihrer Produkte
oder Dienstleistungen profitieren

Dazu gehören GeschÀfte mit legalen (Alkohol, Tabak, Medikamente) und illegalen Drogen
sowie mit GlĂŒcksspielen (einschließlich Aktienspekulation). Ausgenommen sind medizinisch
indizierte Anwendungen von Arzneimitteln mit Suchtpotential.


13.) gegen Prinzipien des Tierschutzes verstoßen

VerstĂ¶ĂŸe gegen das Tierschutz-Gebot sind insbesondere die DurchfĂŒhrung von und die
Auftragserteilung fĂŒr Tierversuche, die nicht artgerechte (Massen-)Tierhaltung und nicht
artgerechte Tiertransporte sowie die Pelzverarbeitung und der Pelzhandel. Eine Ausnahme
bilden notwendige Tierversuche fĂŒr medizinische Innovationen, sofern keine Alternativmethoden
zur VerfĂŒgung stehen. (vgl. u.a.: http://www.animalconcerns.org & http://www.worldanimal.net)


14.) beim Marketing fĂŒr ihre Produkte oder Dienstleistungen
gegen internationale Codizes verstoßen

Dies betrifft u.a. die „Ethical Criteria for Medicinal Drug Promotion“ der Weltgesundheitsorganisation
(www.who.int/medicines/library/dap/ethical-criteria/ethicalen.htm) und den „Internationalen Kodex fĂŒr die
Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten (www.ibfan.org/german/resource/who/fullcode-de.html).


15.) mangelnde Informations-Offenheit an den Tag legen
oder Markttransparenz behindern

Dazu gehören insbesondere die Verweigerung von AuskĂŒnften ĂŒber gesundheits-, umwelt-,
sozial- und gesellschaftspolitisch relevante Fragen bezĂŒglich ihrer Unternehmenspolitik
gegenĂŒber externen Anspruchsgruppen sowie die Behinderung von Initiativen und Strukturen,
die eine grĂ¶ĂŸere Transparenz ermöglichen


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zu den Positiv-Kriterien