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Der Dachverband der Kritischen AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re richtete 17 Fragen zur Gleichstellung an 24 deutsche Konzerne. Dabei bat er um schriftliche AuskĂŒnfte,
kĂŒndigte aber gleichzeitig an, die Fragen nötigenfalls auch mĂŒndlich in der Haupt- versammlung abzuarbeiten. Daraufhin schickten fast alle befragten Unternehmen
ihre Antworten schon vor den Versammlungen oder bereiteten detaillierte Antworten des Vorstands vor.
Alle antwortenden Unternehmen gaben den durchschnittlichen Verdienst ihrer
BeschĂ€ftigten bekannt; die Mehrzahl verweigerte jedoch AuskĂŒnfte ĂŒber das Durchschnittseinkommen von Frauen. Dieser Wert âwird im Berichtswesen nicht
abgebildetâ und âselbstverstĂ€ndlich erfolgt die Bezahlung geschlechtsneutralâ, lauteten die typischen Ausreden fĂŒr diese Heimlichtuerei.
Die Unternehmen, die beide Zahlen vorbildlich mitteilten, gaben trotzdem ein
bescheidenes Bild ab: Bei Allen verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als MĂ€nner. Eine schlechtere Bezahlung fĂŒr die gleiche Arbeit ist damit zwar nicht belegt,
aber es wird deutlich, dass Frauen hÀufig in geringer bezahlten Positionen arbeiten als MÀnner. Das Bild der Abteilungsleiterin und ihrem SekretÀr bleibt die krasse Ausnahme.
Fast alle KonzernvorstĂ€nde konnten zwar fĂŒr Ihre Stammgesellschaft Gleichstellungs-
plĂ€ne vorweisen, gaben ĂŒber die Situation von Frauen bei auslĂ€ndischen Tochterfirmen aber erschreckende Unkenntnis kund. Gleichstellung in der âDritten Weltâ scheint kein
Thema zu sein. Die Kritischen AktionÀrinnen und AktionÀre werden die Umfrage- ergebnisse aus 2002 nutzen, um die Herren auch 2003 auf die Defizite in ihrer Personalpolitik anzusprechen.
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