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Kampagne 2003: Kriegsdividende? Nein!

Kriegsdividende? Nein!

Ekkehard Schulz wirkte konsterniert: „Rüstungskonversion? Nein, da haben wir nichts
unternommen.“ Als Vorstandschef der ThyssenKrupp AG fand er die Frage offenbar
abwegig. Ein Kritischer Aktionär hatte ihn in der Hauptversammlung im Februar 2003
gefragt, welche Anstrengungen der Vorstand unternommen habe, um die zum Konzern
gehörenden Werften Blohm & Voss und Thyssen Nordseewerke aus ihrer Abhängigkeit
vom Bau von Kriegsschiffen zu befreien. Schulz war jedoch nicht bereit, Teile des
Profits aus dem vornehm „Marineschiffbau“ genannten Geschäftsbereich in zivile
Produktlinien zu investieren.

Die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre haben in der
Hauptversammlungs-Saison 2003 verstärkt Waffenpro-
duktion und RĂĽstungsexporte deutscher Konzerne unter
die Lupe genommen. Aktuelle Anlässe waren der ameri-
kanisch-britische Angriff auf den Irak und der Entwurf einer
europäischen Verfassung, in der die Europäische Union
als weltweit operierende Militärmacht festgeschrieben
werden soll.

Während Kriege wieder als selbstverständliche Mittel der
Politik etabliert werden und RĂĽstungsmanager ĂĽber eine
„nachhaltig verbesserte Auftragslage“ jubilieren, fordern
die Konzernkritiker alle Aktionäre auf, an laufenden und
kommenden Kriegen nicht mit zu verdienen, sondern sich
fĂĽr die Umwandlung der RĂĽstungssparten ihrer Unter-
nehmen in friedliche Produktionsstätten einzusetzen.

Unerwartete UnterstĂĽtzung erhielten sie in der Hauptver-
sammlung der Waffenschmiede Rheinmetall. Der bekann-
te Anlageberater Kurt Fiebich wandte sich gegen die
Buhrufe, die sein Vorredner vom Publikum einstecken
musste: „Herr Mathews hat doch Recht. Der Krieg gegen
den Irak war ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg.“

Der Kritische Aktionär Henry Mathews hatte die Waffen-
exporte aus dem Rheinmetall-Konzern in Zusammenhang
mit den offiziell als „Krieg gegen den Terror“ bemäntelten
Angriffen auf Afghanistan und Irak gesetzt. „Vor allem sind
dies Kriege um den Zugriff auf Rohstoffe, insbesondere
um den Zugriff auf das arabische Öl“, hatte er den Aktio-
nären zu gerufen und berichtet, dass in den Schubladen
neokonservativer amerikanischer Denkschmieden bereits
fertige Pläne für weitere Okkupationen liegen. Danach
sollen auch weitere Staaten der Region, darunter Syrien,
Iran und sogar Saudi-Arabien, unter US-Herrschaft
gebracht werden, um ihre Erdöl-Vorräte billig ausbeuten
und die arabische Welt politisch kontrollieren zu können.

An diesen kommenden Kriegen wollen Viele mitver-
dienen, solange sie es heimlich tun können. Deshalb
müssen diese Geschäfte ans Licht gezerrt werden.


Die Kritischen Aktionärinnen
und Aktionäre fordern:

Die Bundesregierung darf keine Waffenexporte an Staa-
ten genehmigen, die völkerrechtswidrige Angriffskriege
fĂĽhren oder vorbereiten. Dieses Gebot der Verfassung
und des Kriegswaffenkontrollgesetzes muss auch gegen-
über NATO-Mitgliedern strengst möglich ausgelegt werden!

RĂĽstungsmanager dĂĽrfen sich nicht mit erteilten Ausfuhr-
genehmigungen herausreden. Sie mĂĽssen ihre wissent-
lichen und absichtlichen Waffenlieferungen an Krieg
fĂĽhrende Armeen beenden!

Kapitalanleger sollten sehr genau prĂĽfen, ob hinter einer
vermeintlichen Elektronik- oder Auto-Aktie nicht doch ein
RĂĽstungsmulti steckt!

Alle drei Gruppen stehen in der vollen Verantwortung
fĂĽr ihr Handeln, denn Verantwortung ist nicht teilbar.

 

 

 

 

 

Aus der Produktion von ThyssenKrupp
stammten die Fregatten der deutschen
Bundesmarine, die während des Angriffs
auf den Irak am Horn von Afrika statio-
niert waren und die amerikanischen
Versorgungsschiffen Geleitschutz gaben
– möglicherweise auch für den Transport
der international geächteten Napalm-
bomben, die US-Kampfflugzeuge ĂĽber
dem Irak abwarfen.

Heckler und Koch liefert Handfeuerwaffen
in alle Welt, allen voran das berĂĽhmt-
berĂĽchtigte Sturmgewehr G3 und den
Nachfolger G36. Mit Kleinwaffen werden
jährlich mehr Menschen getötet, als mit
allen anderen Waffensystemen zusammen.

DaimlerChrysler als der größte Aktionär
der europäischen Rüstungsschmiede
EADS verdient kräftig mit am Bau und
Export der Multi-Splitter-Mine MUSPA
und an Trägersystemen für französische
Atomraketen.

In den Arsenalen der amerikanischen
Armee lagern VX-Nervenkampfstoffe,
die auf ein Patent der Bayer AG zurĂĽck
gehen. Ebenfalls aus deutscher Entwick-
lung stammen Kanone und Munition
des weltweit gefĂĽrchteten US-Panzers
„Abrams“.

Der leverkusener Chemiemulti Bayer
unterstĂĽtzte den Wahlkampf von George
W. Bush mit 200.000 Dollar und kann
sich mit seinen Kriegszielen offenbar
identifizieren. Der Zugang zu billigem Ă–l
liegt ebenso im Interesse des Konzerns
wie die Aussicht, das Preiskartell der
OPEC zu brechen.

Die amerikanischen Jagdflugzeuge F15
und die mit Uran-Munition bestĂĽckten
„Apache“ Kampfhubschrauber visieren
ihre Ziele mit Infrarot-Sensoren an,
die aus deutscher Produktion stammen.

Das Flugblatt zu dieser
Kampagne können Sie
als
PDF-Datei (57 KB)
herunterladen oder
kostenlos bestellen
– gerne auch in
größerer Stückzahl.

FĂĽr ihr Engagement
gegen RĂĽstungsexporte
sind die Kritischen
Aktionärinnen und
Aktionäre dringend
auf Spenden angewiesen. Zuwendungen an den
Dachverband sind
steuerabzugsfähig.

Konto Nr. 896 22 92
Stadtsparkasse Köln
BLZ 370 501 98