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Die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre haben in der Hauptversammlungs-Saison 2003 verstärkt Waffenpro-
duktion und Rüstungsexporte deutscher Konzerne unter die Lupe genommen. Aktuelle Anlässe waren der ameri- kanisch-britische Angriff auf den Irak und der Entwurf einer europäischen Verfassung, in der die Europäische Union als weltweit operierende Militärmacht festgeschrieben werden soll.
Während Kriege wieder als selbstverständliche Mittel der Politik etabliert werden und Rüstungsmanager über eine
„nachhaltig verbesserte Auftragslage“ jubilieren, fordern die Konzernkritiker alle Aktionäre auf, an laufenden und kommenden Kriegen nicht mit zu verdienen, sondern sich
für die Umwandlung der Rüstungssparten ihrer Unter- nehmen in friedliche Produktionsstätten einzusetzen.
Unerwartete UnterstĂĽtzung erhielten sie in der Hauptver- sammlung der Waffenschmiede Rheinmetall. Der bekann-
te Anlageberater Kurt Fiebich wandte sich gegen die Buhrufe, die sein Vorredner vom Publikum einstecken musste: „Herr Mathews hat doch Recht. Der Krieg gegen
den Irak war ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg.“
Der Kritische Aktionär Henry Mathews hatte die Waffen- exporte aus dem Rheinmetall-Konzern in Zusammenhang
mit den offiziell als „Krieg gegen den Terror“ bemäntelten Angriffen auf Afghanistan und Irak gesetzt. „Vor allem sind dies Kriege um den Zugriff auf Rohstoffe, insbesondere
um den Zugriff auf das arabische Öl“, hatte er den Aktio- nären zu gerufen und berichtet, dass in den Schubladen neokonservativer amerikanischer Denkschmieden bereits
fertige Pläne für weitere Okkupationen liegen. Danach sollen auch weitere Staaten der Region, darunter Syrien, Iran und sogar Saudi-Arabien, unter US-Herrschaft
gebracht werden, um ihre Erdöl-Vorräte billig ausbeuten und die arabische Welt politisch kontrollieren zu können.
An diesen kommenden Kriegen wollen Viele mitver- dienen, solange sie es heimlich tun können. Deshalb
müssen diese Geschäfte ans Licht gezerrt werden.
Die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre fordern:
Die Bundesregierung darf keine Waffenexporte an Staa- ten genehmigen, die völkerrechtswidrige Angriffskriege
führen oder vorbereiten. Dieses Gebot der Verfassung und des Kriegswaffenkontrollgesetzes muss auch gegen- über NATO-Mitgliedern strengst möglich ausgelegt werden!
RĂĽstungsmanager dĂĽrfen sich nicht mit erteilten Ausfuhr- genehmigungen herausreden. Sie mĂĽssen ihre wissent-
lichen und absichtlichen Waffenlieferungen an Krieg fĂĽhrende Armeen beenden!
Kapitalanleger sollten sehr genau prĂĽfen, ob hinter einer vermeintlichen Elektronik- oder Auto-Aktie nicht doch ein
RĂĽstungsmulti steckt!
Alle drei Gruppen stehen in der vollen Verantwortung fĂĽr ihr Handeln, denn Verantwortung ist nicht teilbar.
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