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Beispiel: Schering in Peru
Jahrelang ließ der Berliner Pharmakonzern Schering seine Beschäftigten im Werk Lima in Peru
ständig unter schleimhautschädlicher Formaldehyd-Begasung und bei krebserre- gender UV-Licht-Bestrahlung arbeiten. Erst als die Kritischen Aktionäre diesen Mißstand in der Hauptversammlung 1989 in Berlin
öffentlich anprangerten, stieg das Unternehmen auf gesundheitsverträglichere Desinfektionsmittel um und ließ die UV-Lampen während der Arbeitszeit ausgeschaltet, wie es deutschen und internationalen
Arbeitsschutznormen entspricht. Zugegeben hat der Schering- Vorstand die frühere Praxis bis heute nicht.
Beispiel: Mercedes in Brasilien
Am 16. Februar 1996 – im Urlaub zu Karneval – schickte ,Mercedes do Brasil‘ 1.213 Beschäftigten per
Telegramm ihre sofortigen Entlassungen, die „zur Steigerung der inter- nationalen Wettbewerbsfähigkeit“ notwendig seien. Mitbetroffen waren 415 Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, die
gesetzlichen Anspruch auf Kündigungsschutz hatten. „In Brasilien kann man mit den Leuten so umgehen“, konterte Mercedes-Vorstand Bernd Gottschalk die Kritik des Gesamtbetriebsrats.
Beispiel: Bayer in Brasilien
Mitte 1996 setzte ,Bayer do Brasil‘ in Belford Roxo, nahe Rio de Janeiro, zwei Mitarbeiter vor die
Tür, die „zufällig“ Kandidaten für eine Gewerkschaftswahl waren. Der Konzern ignorierte damit den Kündigungsschutz für Gewerkschafter, der durch brasilianisches und internationales Recht verbrieft
ist. Kollegen aus der ,Durchschaubaren‘- Betriebsratsliste bei Bayer Leverkusen und die Kritischen Bayer-Aktionäre dokumentieren ähnliche Fälle seit vielen Jahren und konnten bereits
Wiedereinstellungen durchsetzen.
Beispiel: Hoechst weltweit
Acht Gewerkschafter aus fünf Ländern berichteten 1993 in Deutschland über willkürliche Entlassungen
bei Hoechst. Demnach feuerte der Konzern Belegschaftsvertreter unter anderem in Südafrika, Uruguay, Australien und Brasilien, weil sie gegen Gesundheitsgefahren in der Farbenproduktion kämpften, für den
Erhalt von Arbeitsplätzen eintraten oder sich erfolgreich gegen „gelbe“ Gewerkschaften engagierten.
Beispiel: Bayer in Südafrika
Jahrzehntelang wurden Arbeiter der Bayer- Tochter ,Chrome Chemicals‘ in Durban, Südafrika, mit
Chromstaub verseucht. Mindestens acht Arbeiter starben an Lungenkrebs, zwei andere an Tuberkulose. 34 Prozent der Belegschaft erlitten bleibende Gesundheitsschäden. Auch nachdem die Kritischen
Bayer-Aktionäre diese Zustände 1991/92 in Deutschland publik machten, leugnete die Leverkusener Konzernleitung jede Verantwortung.
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