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Kampagne 2006: Verbraucher & Aktionäre kontern Vattenfall

Vattenfall regiert

Verbraucher & Aktionäre können kontern

„Das ist die Entmündigung deutscher Stromverbraucherinnen und -verbraucher“,
erzürnt sich die Sprecherin der Aktionärsgemeinschaft im Dienste des Ausstiegs
aus der Atomenergie (AIDA), Dr. Liane Melzer, über die ausserordentliche Hauptversammlung der Vattenfall Europe AG am 01. März 2006.

Der staatseigene schwedische Energiekonzern Vattenfall AB setzt an diesem Tag in Berlin ein „squeeze out“ durch: Mit seinen 95 Prozent Aktienanteil an der deutschen Tochterfima zwingt er deren freie Aktionärinnen und Aktionäre, ihre Aktien an ihn zu verkaufen.

Drei Atomkraftwerke, zahlreiche klimaschädliche Braunkohlekraftwerke und lebensraumvernichtende Braunkohletagebaue in Deutschland will Vattenfall weiter betreiben – und scheffelte dank erhöhter Strompreise im Geschäftsjahr 2005 eine Milliarde Euro Gewinn von deutschen Stromkunden.

Erst vor wenigen Jahren hatte die schwedische Vattenfall die Stromversorgungsunternehmen HEW (Hamburg), BEWAG (Berlin) und VEAG (Ostdeutschland) mehrheitlich übernommen und zu seiner deutschen Tochter Vattenfall Europe verschmolzen. Die freien Aktionärinnen und Aktionäre der drei Unternehmen – darunter viele Beschäftigte und Kunden – erhielten für ihre alten Aktien neue Aktien der neuen Firma und das Versprechen, ihre Rechte würden gewahrt bleiben.

„Die schwedische Regierung reißt die alleinige Kontrolle über die Elektrizitätsversorgung in großen Teilen Deutschlands an sich“, stellt Henry Mathews vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre fest und erinnert: „Am 23. März 1980 haben sich die schwedischen Wählerinnen und Wähler für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. Ihre Regierung hat diesen Beschluss bis heute nicht umgesetzt und will nun auch den Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein Laufzeitverlängerungen der Reaktoren Brokdorf, Brunsbüttel und Krümmel aufdrängen.“

Die Klimaschädlichkeit der Konzernpolitik greift der Sprecher der Solaren BEWAG-Aktionäre, Dr. Gotthard Schulte-Tigges, in seinem Gegenantrag zur squeeze-out-Hauptversammlung auf: „Vattenfall Europe gehört zu den größten Kohlendioxidemittenten Deutschlands und führt Zwangsumsiedlungen durch, um Braunkohleabbau zu betreiben. Mit dem sqeeze out sollen gezielt kritische Stimmen in den Vattenfall-Hauptversammlungen zum Schweigen gebracht werden.“

FĂĽr die Erweiterung seiner Braunkohletagebaue lieĂź der Konzern jĂĽngst das KĂĽnstlerdorf Lacoma nahe Cottbus (siehe Fotos) und das traditionelle sorbische Dorf Horno in der Lausitz abreiĂźen. Die Bewohner wurden in Vattenfalls Auftrag teilweise mit Polizeigewalt aus ihrer Heimat vertrieben.

Kritische Aktionäre, Einwohnerinitiativen und die Umweltschutzorganisationen Robin Wood und Grüne Liga leisten hartnäckig Widerstand gegen diese Konzernpolitik. Sie beklagen, dass in Ostdeutschland Raubbau betrieben wird, während der Profit daraus nach Schweden transferiert wird. „Die Menschen in Ostdeutschland und die deutschen Steuerzahler müssen die Umweltschäden ausbaden“, betont Bettina Dannheim, Energieexpertin bei Robin Wood.

Vor allem der Verein ,Lacoma e.V.’ informierte die Öffentlichkeit über die ökologische Bedeutung der Lacomaer Teichlandschaft. Das Feuchtgebiet ist Lebensraum für ungezählte bedrohte Tier- und Pflanzenarten, wurde im Jahr 2003 als europäisches Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen, soll für Vattenfalls Bergbau jedoch unwiederbringlich zerstört werden.

„Wieder einmal beweist Vattenfall, dass diesem Konzern nicht zu trauen ist“, entrüstet sich Daniel Häfner, Sprecher der ,Freunde von Lacoma’. Mit dem squeeze out werde „den Kleinaktionären das Mitspracherecht entzogen“ und würden gleichzeitig „die Gewinne aus dem Raubbau vollständig exportiert.“ Nun müsse sich der schwedische Staat seiner Verantwortung für die Betroffenen des Braunkohlebergbaus in der Lausitz stellen.

Kritische Aktionärinnen und Aktionäre appellieren
gemeinsam mit anderen Umweltschutzorganisationen:

Stromkundinnen und -kunden im Versorgungsgebiet der Vattenfall Europe AG können zu Anbietern wechseln, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen vertreiben und dadurch Klima- und Landschaftszerstörung ebenso vermeiden wie atomare Verseuchung!

Aktionärinnen und Aktionäre der Vattenfall Europa AG können nach dem erzwungenen Verkauf ihrer Aktien ihr frei gewordenes Kapital in Unternehmen investieren, die Technologienen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen entwickeln, entsprechende Kraftwerke errichten oder betreiben!

Auch Verbraucher und Aktionäre, die nicht von Vattenfall betroffen sind, können ebenso handeln! Viele Investitionen in regenerative Energien erzielen beachtliche Renditen. Ökostrom von zahlreichen seriösen Versorgern kann bundesweit problemlos bezogen werden. Der Anbieterwechsel dauert nur zehn Minuten, entzieht den Raubbaukonzernen Geld und schafft Arbeitsplätze bei ökologischen Stromerzeugern.
 

Das Flugblatt zu dieser Kampagne können Sie als PDF-Datei (63 kb) herunterladen
oder gedruckte Exemplare
kostenlos bestellen – gerne auch in größerer Stückzahl.

Um mehr Klimaschutz durchzusetzen,
brauchen die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre dringend Spenden.
Zuwendungen an den Dachverband sind steuerabzugsfähig.

Spendenkonto Nr. 896 22 92
Stadtsparkasse Köln
BLZ 370 501 98

IBAN: DE89 3705 0198 0008 9622 92
SWIFT-BIC: COLSDE33

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