|
Drei bis vier solcher Löhne wären nötig, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.
Solch ein Lohn zwingt die Näherinnen zu exzessiven Überstunden. Nur so können sie das hohe Arbeitssoll erfüllen und über Zuschläge ihr Gehalt erhöhen. Dieser
Akkordmarathon wirkt sich verheerend auf die Gesundheit der Frauen aus – bereits mit 35 Jahren sind die meisten nicht mehr arbeitsfähig.
In der Stellungnahme der Adidas Salomon AG vom 19. April 2005 verteidigt der
Konzern seine Geschäftpraxis mit dem Argument, dass die Näherinnen so einen Akkordlohn von durchschnittlich 260 US-Dollar erarbeiten. Dass sie für solch einen
Lohn ohne Pause durcharbeiten müssen, wird in der Stellungsnahme verschwiegen. Die Fälle von diskriminierenden Untersuchungen vor der Einstellung werden in den
Verantwortungsbereich der Freien Produktionszone abgewälzt. Diese Argumentation lenkt davon ab, dass es eine bewusste Entscheidung der Konzernleitung ist, genau
dort produzieren zu lassen. Gäbe es Probleme mit der Qualität der dort gefertigten Produkte, würde der Konzern sofort handeln. Massive Arbeitsrechtsverletzungen werden hingegen billigend in Kauf genommen.
Erfahrungen der internationalen Kampagne fĂĽr ,saubere' Kleidung unterstreichen
die Unverzichtbarkeit einer unabhängigen, institutionalisierten Kontrolle der Arbeits- bedingungen unter Beteiligung von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen
aus Nord- und Südländern. Den Angeboten der Kampagne, gemeinsam solche unabhängigen Kontrollsysteme zu erproben, hat sich Adidas-Salomon bislang
stets entzogen. Im Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche sei die Kooperationsbereitschaft dieses Konzerns gegenĂĽber kritischen Stakeholdern bedauerlich gering, bedauert Sandra Dusch Silva.
Ăśbersicht Adidas
|