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Adidas Hauptversammlung 2005

Adidas – stopp it!

Arbeitsrechtsverletzungen und unzureichende Kontrollen verurteilt

In der Hauptversammlung der Adidas-Salomon AG am 04. Mai 2005 mahnte die
Kritische Aktionärin Sandra Dusch Silva die massiven Arbeitsrechtsverletzungen
in der Produktion an. Ihr Redebeitrag bezog sich auf die Tagesordnungspunkte
3 & 4: Entlastung des Vorstandes und Entlastung des Aufsichtsrats. Der Entlastung
könne sie nicht zustimmen, solange massive Arbeitsrechtsverletzungen bei der
Produktion billigend in Kauf genommen werden, sagte Dusch auch im Namen der
Aktionärinnen und Aktionäre, die ihre Stimmrechte an den Dachverband übertragen
hatten.

Nach Recherchen der Christlichen
Initiative Romero hält Adidas seinen
eigenen Verhaltenskodex nicht ein.
So werden die Arbeiterinnen beim
Adidas-Zulieferbetrieb Hugger in
Honduras vor der Einstellung ärztlich
untersucht. Falls sie schwanger sind
oder eine Tätowierung haben, wer-
den sie nicht eingestellt. Dies ist ein
VerstoĂź gegen das Diskriminie-
rungsverbot. Zudem befĂĽrchten die
Arbeiterinnen ihre Entlassung, wenn
sie ihr Recht auf gewerkschaftliche
Organisation ausĂĽben wollen. Der
angeblich verbindliche Adidas-
Verhaltenskodex, nach dem diese
Missstände nicht existieren dürfen,
ist den meisten Arbeiterinnen nicht
bekannt.

Bei Hugger erhalten die Näherinnen
einen Lohn von 110 Euro im Monat.

Sandra Dusch Silva arbeitet hauptberuflich
fĂĽr die
Christliche Initiative Romero (CIR),
die zu den GrĂĽndungsmitgliedern der
Kampagne für ‚saubere’ Kleidung zählt.

Drei bis vier solcher Löhne wären nötig, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.
Solch ein Lohn zwingt die Näherinnen zu exzessiven Überstunden. Nur so können
sie das hohe Arbeitssoll erfüllen und über Zuschläge ihr Gehalt erhöhen. Dieser
Akkordmarathon wirkt sich verheerend auf die Gesundheit der Frauen aus – bereits
mit 35 Jahren  sind die meisten nicht mehr arbeitsfähig.

In der Stellungnahme der Adidas Salomon AG vom 19. April 2005 verteidigt der
Konzern seine Geschäftpraxis mit dem Argument, dass die Näherinnen so einen
Akkordlohn von durchschnittlich 260 US-Dollar erarbeiten. Dass sie fĂĽr solch einen
Lohn ohne Pause durcharbeiten mĂĽssen, wird in der Stellungsnahme verschwiegen.
Die Fälle von diskriminierenden Untersuchungen vor der Einstellung werden in den
Verantwortungsbereich der Freien Produktionszone abgewälzt. Diese Argumentation
lenkt davon ab, dass es eine bewusste Entscheidung der Konzernleitung ist, genau
dort produzieren zu lassen. Gäbe es Probleme mit der Qualität der dort gefertigten
Produkte, wĂĽrde der Konzern sofort handeln. Massive Arbeitsrechtsverletzungen
werden hingegen billigend in Kauf genommen.

Erfahrungen der  internationalen Kampagne fĂĽr ,saubere' Kleidung unterstreichen
die Unverzichtbarkeit einer unabhängigen, institutionalisierten Kontrolle der Arbeits-
bedingungen unter Beteiligung von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen
aus Nord- und Südländern. Den Angeboten der Kampagne, gemeinsam solche
unabhängigen Kontrollsysteme zu erproben, hat sich Adidas-Salomon bislang
stets entzogen. Im Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche sei die
Kooperationsbereitschaft dieses Konzerns gegenĂĽber kritischen Stakeholdern
bedauerlich gering, bedauert Sandra Dusch Silva.


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