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BASF Hauptversammlung 1994

Gemütlich in die Arbeitslosigkeit

BASF stößt sich auf Kosten von Belegschaft und Umwelt gesund

Fast gemütlich ging es in der Hauptversammlung der BASF-Aktionäre Ende April zu. Die Umweltschützer ernteten außer müden Lächeln nur einmal laute Buh-Rufe, als Chemie-Professor Jürgen Rochlitz auf die klare Beziehung zwischen dem Produktionsrückgang um neun Prozent und der Abnahme der Emissionen in Luft
und Wasser hinwies.

Durch einen Arbeitsplatzabbau im großen Stil stieg das Vorsteuer-Ergebnis der BASF im ersten Quartal 1994 um fast 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 349 Millionen Mark. Die Talsohle in den Bilanzen könnte durchschritten sein. Trotzdem will die Konzernleitung weltweit weitere 4.000 Stellen abbauen.

Einen angekündigten Gegenantrag des Kritischen Aktionärs Jürgen Rochlitz für die „Schaffung eines Zukunftsfonds zur Sicherung der Arbeitsplätze bei der BASF“ hatte die Firma im Vorfeld der Hauptversammlung erst gar nicht publiziert, weil sie ihn bei „vernünftiger kaufmännischer Beurteilung als nicht notwendig“ ansah.

Der Antrag sah die symbolische Dividende von einer Mark pro Aktie vor, um eine ausreichende Gewinnrücklage für den Arbeitsplatz-Fonds zu schaffen. „Ihnen“, rief Rochlitz den Aktionären zu, „tut dieser einmalige weitgehende Dividendenverzicht nicht weh. Aber sie würden erstmals in der Geschichte der Kapitalgesellschaften an all die vielen Belegschaftsmitglieder denken, denen sie ihre bisherigen und künftigen Dividenden zu verdanken haben.“ Eine Mehrheit für den Antrag fand sich nicht.

Ignorant begegnete der Vorstand in der Hauptversammmlung auch den ökologisch motivierten Anträgen der ,Aktion Alternativer BASF-Aktionäre‘ (AABA). Glatt abgebügelt wurde beispielsweise der Antrag von AABA-Mitglied Bernhard Braun, ein Job-Ticket für die BASF-Beschäftigten einzuführen.

Auf ebensowenig positive Resonanz stieß der Antrag von AABA-Sprecher Jürgen Rochlitz, ein beschäftigungswirksames Projekt zur „Hydrierung und Pyrolyse von Sondermüll statt Verbrennung“ zu starten. Die BASF-Manager wollen stattdessen an der – ihrer Ansicht nach – „seit drei Jahrzehnten erprobten Verbrennung in Drehrohröfen als der am besten geeigneten Technologie“ festhalten. Allein in Ludwigshafen sind acht Drehrohröfen mit einer Jahreskapazität von zusammen 175.000 Tonnen in Betrieb.


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