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Conti 2005: Sergio Gonzalez (deutsch)

Hauptversammlung der Continental AG am 12. Mai 2005 in Hannover:

Ich bin Sergio Gonzalez, GeneralsekretĂ€r der Gewerkschaft von General Tire in Mexiko. Ich vertrete 1.260 Arbeiter, die in San Luis PotosĂ­ beschĂ€ftigt sind. In ihrem Namen bin ich hierher gekommen, um Sie ĂŒber die Probleme in unserer Fabrik zu informieren.

Seitdem wir die Gewerkschaftsleitung ĂŒbernommen haben, sind wir im Dialog mit der lokalen Verwaltung von Continental. Dies fĂŒhrte zur Unterzeichnung mehrerer Abkommen, um die ProduktivitĂ€t der Fabrik in San Luis PotosĂ­ zu erhöhen.

Leider besteht die Gefahr, dass dieser Wachstumsprozess nicht weiter anhÀlt.
Das liegt an der Politik der Unternehmensleitung in Mexiko, die das gesamte gewerkschaftlich organisierte Personal in einer neu geschaffenen Dienst- leistungsunternehmen angesiedelt hat. Dieses Unternehmen verfĂŒgt jedoch ĂŒber keine BesitztĂŒmer und hat nur ein Kapital von 3.350 Euro.

Die Umstrukturierung von Continental in Mexiko entspricht nicht den legalen Anforderungen, insbesondere weil sie nicht die Rechte der Arbeiter respektiert, die in der mexikanischen Verfassung festgeschrieben sind, unserem höchsten Gesetz.

Ein Anhaltspunkt ist die Tatsache, dass das mexikanische Finanzministerium das Bankguthaben der kĂŒrzlich ausgegrĂŒndeten Firma Continental Llantera Potosina eingefroren hat. Es sollen Untersuchungen angestellt werden, da Unkorrektheiten festgestellt wurden. Das kann der Beginn eines endlosen juristischen Prozesses sein, der keinem etwas nĂŒtzt. Sehr geehrte AktionĂ€re, wie viel Geld sind Sie bereit, fĂŒr die Fehler von Continental zu zahlen?

Wir bieten deshalb unsere Bereitschaft zum Dialog an. Wir bitten, folgenden Vorschlag durch diese Versammlung zu unterstĂŒtzen: Die mexikanischen Arbeiter aus San Luis PotosĂ­ sollen von einem Unternehmen der Continental-Gruppe eingestellt werden, das die wirtschaftlichen Voraussetzungen besitzt, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Wir wollen hart arbeiten und unser Bestes geben, aber mit der Gewissheit, dass unsere Rechte garantiert werden.

Zweitens ist es notwendig, dass unsere im Jahr 2003 unrechtmĂ€ĂŸig entlassenen Kollegen wieder eingestellt werden. Sie können auf die bedingungslose UnterstĂŒtzung unserer gesamten Belegschaft und der GewerkschaftsfĂŒhrung zĂ€hlen, denn sie wurden von Continental aufgrund von unkorrekten Argumenten entlassen, die zudem nicht im Rahmen des Gesetzes verankert sind.

Die Werksleitung von Continental in Mexiko hat mir jedoch folgendes gesagt: Wenn das mexikanische Gesetz verfĂŒgt, dass die Entlassenen wieder eingestellt werden mĂŒssen, werden sie fĂŒnf Minuten spĂ€ter erneut entlassen. Das zeigt uns, dass Continental die Arbeitsrechte in Mexiko nicht akzeptiert.

Unser Vorschlag ist Folgender: Wir wollen eine einvernehmliche Lösung mit dem Unternehmen herbeifĂŒhren, also außerhalb des gerichtlichen Weges. Die illegal entlassenen Gewerkschafter mĂŒssen unmittelbar wieder eingestellt werden.

Ich möchte Ihnen noch eine Beobachtung mitteilen: Hinter dem Gewinn stehen immer die Arbeiter. Und ohne die Arbeiter, ohne die Menschen, gibt es keinen Gewinn. Aus diesem Grund bitte ich Sie: Achten Sie diese Arbeiter und ihre WĂŒrde.

Wir haben unsere VorschlÀge vorgetragen. Herr Wennemer, als kritischer AktionÀr frage ich Sie: Was sind Ihre VorschlÀge, um die Probleme in San Luis Potosí zu lösen?


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