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Conti 2005: Cornelia Heydenreich (deutsch)

Hauptversammlung der Continental AG am 12. Mai 2005 in Hannover:

Ich bin Cornelia Heydenreich von der umwelt- und entwicklungspolitischen Organisation Germanwatch. In den vergangenen Jahren haben wir hier den Fall Euzkadi – die unrechtmäßige Schließung im Jahr 2001 – zur Sprache gebracht, gemeinsam mit Vertretern der dortigen Gewerkschaft und anderen deutschen NGOs.

Nach langen Auseinandersetzungen gab es endlich im Januar diesen Jahres eine Lösung des Konfliktes: Die Wiedereröffnung der Fabrik.

Hier hat Continental letztlich richtig entschieden und die zentrale Forderung der lokalen Gewerkschaft erfüllt. Sie wollen wieder an ihre Arbeitsplätze zurück. Continental hat die Hälfte der Fabrik an die Arbeiter übertragen und die andere Hälfte an das mexikanische Unternehmen Llanti Systems verkauft.

Wie wir aus Mexiko hören, gehen die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme gut voran. In einem Monat sollen die ersten Testläufe gestartet werden, um Ende Juli mit der Produktion zu beginnen.

Continental hat sich zu einer Reihe von UnterstĂĽtzungen verpflichtet. Wir werden die weiteren Entwicklungen im Blick behalten und insbesondere darauf achten, dass diese Verpflichtungen eingehalten werden: eine technische Assistenz in den ersten neun Monaten, die Zusage zum Ankauf von 500.000 Reifen pro Jahr und der Verkauf von Rohstoffen zu einem Vorzugspreis.

Nun haben sich auch die Arbeiter des zweiten Conti-Werkes in Mexiko an uns gewandt und uns um Unterstützung in ihrem Arbeitskonflikt gebeten. Der Betriebsratsvorsitzende des Werkes General Tire hat die dortigen Probleme soeben benannt. Ich möchte noch ergänzen, dass es in Mexiko auch Arbeitsgerichtsverfahren zum Fall gibt, die nach Bewertung von renommierten Arbeitsrechtlern im Sinne der entlassenen Gewerkschafter ausfallen werden. In Kürze werden dazu die Ergebnisse erwartet. Ebenso läuft in Mexiko eine Beschwerde wegen Verletzung der OECD-Leitsätze, die von der Gewerkschaft eingereicht wurde.

Ich richte deshalb folgende Frage an den Vorstand: Haben Sie aus dem Fall Euzkadi gelernt? Nämlich, dass es letztlich die einzige Lösung ist, der rechtmäßigen Forderung der Gewerkschaften nachzukommen? Warum ziehen Sie auch dieses Problem in die Länge?


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