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Conti 2006: Efrén Escorza

Hauptversammlung der Continental AG am 05. Mai 2006 in Hannover:

Mein Name ist Efrén Escorza, GeneralsekretÀr der nationalen Gewerkschaft der Arbeiter von General Tire in Mexiko. Ich spreche hier mit Vollmacht des Dachverbands der Kritischen AktionÀrinnen und AktionÀre.

Erneut sind wir in der AktionĂ€rsversammlung der Continental AG anwesend, um nach einer Lösung fĂŒr die Probleme zu suchen, die die Direktoren der Firma in MĂ©xico nicht lösen können oder wollen.

In den letzten beiden Versammlungen der AktionĂ€re der Continental AG haben wir teilgenommen, um gegen die Ilegalen Entlassungen von vier unserer Kollegen zu protestieren. Beide male versicherte Herr Manfred Wennemer, dass die Direktoren der Firma sich streng an das Gesetzt gehalten hĂ€tten. Die Entlassungen seien eine Folge des internen Konfliktes der GewerkschaftsfĂŒhrung.

Daraufhin sind Gerichtsprozesse von uns eingeleitet worden. Schließlich legte das mexikanische Arbeitsgericht fest, dass die Entlassungen illegal waren und verurteilte Continental von Potosí, die entlassenen Arbeiter wieder einzustellen. Heute arbeiten die vier Betroffenen wieder bei uns in der Firma.

Diese Tatsachen bestÀtigen, was wir schon vorher aufgezeigt haben: Die Direktoren der Continental sind gewohnt zu handeln ohne internationalen Richtlinien zu respektieren und dabei nationale Arbeitsrechte der LÀnder zu verletzen, in denen Continental ihre Filialen hat.

Das schlimme heutzutage aber ist, dass dieses schĂ€ndliche Verhalten nicht allein durch die Wiedereinstellung der entlassenen Kollegen wieder gut gemacht wurde. Weiterhin bleibt der seit 2002 ungelöste Konflikt hervorgerufen durch das Handeln des Manegements. Durch Umwandlungen eines Betriebes in drei verschiedene Gesellschaften wurde erreicht, das eine neue Firma mit einem Stammkapital von weniger als 3.700 Euro gegrĂŒnded wurde. Dort arbeiten wir.

Das war nur möglich durch eine hinter dem RĂŒcken der Arbeiter unterzeichnete Vereinbarung zwischen die Direktoren von Continental AG in San Luis und der ehemaligen GewerkschaftsfĂŒhrung, die unmittelbar danach von der Belegschaft abgewĂ€hlt worden ist.

In San Luis de PotosĂ­ sind wir der Gegenstand von einer Politik, die in den Wirtschaftsmedien und in akademischen Keisen als Outsourcing bezeichnet wird. Das bedeutet bei uns in PotosĂ­: Es werden Firmen ohne Stammkapital auf dem Papier gegrĂŒndet, die Personal einstellen. Und daneben werden andere Firmen mit Stammkapital aber ohne BechĂ€ftigte gegrĂŒndet. Hier wird der Gewinne der Produktion konzentriert und die Produzenten haben keinen Anteilt daran. Das Ziel solcher Politik ist die Reduzierung der Produktionskosten durch die Verminderung der Einkommen der Arbeiter.

Das mexikanische Arbeitsgesetz gewÀhrt den Arbeitern das Recht, am Gewinn des Unternehmens teilzuhaben. Auf Grund der oben geschilderte Praktiken der Continental AG in Potosí, erhalten die Arbeiter keinen Anteilt an den Gewinnen.

Diese Praxis des Outsourcings ist laut den mexikanischen Gesetzen unerlaubt. Aus diesem Grund hat die Gewerkschaft, die ich hier vertrete, beim zustĂ€ndigen Arbeitsgericht in MĂ©xico eine Klage eingereicht um zu klĂ€ren, ob die GrĂŒndung von solchen Firmen ohne Stammkapital und ohne Garantien fĂŒr die BeschĂ€ftigten gesetzlich zulĂ€ssig ist.

Trozdem möchten wir Ihnen unsere GesprĂ€chbereitschaft anbieten, um eine gemeinsame Vereinbarung zu erreichen, die dieses Problem löst. HierfĂŒr schlagen wir ein Treffen zwischen unseren Gewerkschaftsvertretern und Vertretern der Continental AG vor, um verschiede Alternativen zu besprechen, die diesen Konflikt beenden können, um das Problem nicht unnötig in die LĂ€nge zu ziehen.

Andererseits fordern wir die Continental AG dazu auf, die Arbeitsrechte ihrer Belegschaft zu respektieren und die Arbeitsgesetze der LĂ€nder zu respektieren, in denen sie investiert. An dieser Stelle  betonen wir noch einmal, dass das wertvollste Gut eines Betriebes seine Belegschaft ist. Es sind die Arbeiter, die mit ihren tĂ€glichen BemĂŒhungen die ReichtĂŒmer schaffen.

Unsere Verantwortung als mexikanische Arbeiter ist es, unsere tĂ€gliche Arbeit so zu verrichten, dass das Produkt von hoher QualitĂ€t und auch auf weltweitem Niveau ausgezeichnet ist. Dadurch erhĂ€lt auch der Name Continental ein hohes Niveau. Voraussetzung hierfĂŒr ist aber zu wissen, dass unsere Rechte seitens der GeschĂ€ftsfĂŒhrung garantiert und respektiert werden.

Herr Wennemer, ich wĂŒrde sie gerne fragen, ob die Verlagerung von Investitionen in LĂ€nder mit niedrigeren Kosten auch beinhaltet, dass die jeweilegen nationalen Arbeitsrechte ĂŒbergangen werden. BegrĂŒnden sich darauf die hohen Gewinne, die Continental in den vergangenen Jahren erzielt hat?


Continental HV 2006

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