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DaimlerChysler AGB 2001 - Mitarbeiter verschwunden

Mercedes-Mitarbeiter verschwunden.
Schrempp schweigt!

Bei Kaufleuten bedeutet Schweigen Zustimmung - Bei Folterern auch?
Schon in der Hauptversammlung der DaimlerChrysler AG am 19. April 2000 in Berlin fragte der Dachverband der Kritischen Aktionärinne und Aktionäre den Vorstand per Gegenantrag nach den Verwicklungen von Mercedes-Mitarbeitern in Argentinien in Folterungen und Ermordungen von Gewerkschaftern während der dortigen Militärdiktatur. Die bis zur vergangenen Hauptversammlung vorliegenden Journalistenrecherchen und die Zeugenaussagen des ehemaligen Daimler- Betriebsrates Hector Ratto bewegten Jürgen Schrempp nur zur  fragwürdigen Aussage in der Hauptversammlung, dass "kein fehlerhaftes Verhalten" von DaimlerChrysler-Mitarbeitern festgestellt werden konnte.

Was hat da die Konzernzentrale in Stuttgart Möhringen geprüft oder nicht geprüft, und was haben die DaimlerChrysler-Prüfer festgestellt oder nicht festgestellt?

Seit August 1999 ist bekannt, dass aus dem Mercedes Werk Gonzales Catan, damals geleitet von Juan Tasselkraut, in den Jahren 1976 und 1977 mindestens vierzehn Gewerkschafter von argentinischen Sicherheitskräften entführt,  gefoltert und ermordet wurden. Aufgrund umfangreichen Recherchematerials und mehrerer Zeugenaussagen ehemaliger Betroffener ist inzwischen deutlich, dass es eine enge Kooperation von Mitarbeitern argentinischer Sicherheitskräfte, die als Folterer bekannt sind, und Mercedes gegeben hat.

Der ehemalige Mercedes-Betriebsrat Hector Ratto war selbst dabei, als Werks- leiter Tasselkraut am 12. August 1977 die Adresse des Gewerkschafters Diego Nunez der Polizei übermittelte. In der folgenden Nacht wurde Nunez verschleppt und ist seither verschwunden. Ratto selbst blieb insgesamt über 16 Monate verschollen und wurde gefoltert. Ihre Kollegen wurden vermutlich ermordet.

Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass der ehemalige Polizeikommissar Ruben Luis Lavallen bei Mercedes in Argentinien beschäftigt war. Dieser Mann ist in Argentinien öffentlich als Folterer bekannt. Unter anderem wurde er wegen Kindesentführung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Es vergeht kein Tag, an dem nicht weitere Einzelheiten der Verstrickung des Konzerns mit brutalsten Menschenrechtsverletzungen des argentinischen Diktatursystems bekannt werden.

Wie lange sind Menschenrechtsverbrecher wie Tasselkraut noch haltbar, Herr Schrempp? Tragen Sie endlich zur Aufklärung dieser unrühmlichen Ereignisse und zur gerechten Bestrafung der Schuldigen bei, Herr Schrempp!

Holger Rothbauer


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