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DaimlerChysler AGB 2001 - Atomwaffen

Andere bauen Autos - Daimler baut Atomwaffen!

Alle müssten es wissen, auch Jürgen Schrempp: Atomwaffen sind "generell völkerrechtswidrig" (1), "ein Verbrechen gegen die Menschheit" (2), "moralisch verabscheuungswürdig" (3) und "gefährlich, enorm teuer, militärisch ineffizient" (4). Aber Daimler setzt sich über die Aussagen von Kirchen, dem Internationalen Gerichtshof und US-Generälen bedenkenlos hinweg: Der Autobauer ist auch an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt!

Die  von Daimler mit einem Anteil von über 30 Prozent beherrschte EADS hat vom französischen Verteidigungsministerium den Auftrag zur Entwicklung einer neuen ballistischen Rakete bekommen, die von U-Booten abgefeuert wird. Frankreich will 2,85 Mrd. Euro in das so genannte "M51-Programm" investieren, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Das M51- Programm ist nach  Angaben von Rüstungsexperten Teil der französischen Nuklearstreitkräfte, die sich auf von U-Booten startende, ballistische Raketen stützen.

In einer Werbeanzeige heißt es: "Die M-51 ist eine Dreistufenrakete mit einem Gesamtgewicht von über 50 Tonnen." Geradezu menschenverachtend heißt es weiter: "Das System trägt der Evolution auf dem Gebiet der Bedrohung sowie den neuen Verteidigungsarten Rechnung. Die Rakete M-51- wird mit zahlreichen Sprengköpfen ausgerüstet sein. Die für die Nutzlast verfügbaren Werte..., (Atomsprengköpfe und -Hilfsmittel) liegen weit über denen von M4."

Die erste Entwicklungsphase soll voraussichtlich 2008 beendet sein. Deutschland als deklarierter Nicht-Atomstaat wird auf dem Weg über Daimler/EADS in die Herstellung atomarer Flugkörper einbezogen werden.

Vor zehn Jahren verfasste die Konzernzentrale in Möhringen "Kontrollmaßnahmen beim Export von Embargo- waren, insbesondere von Verteidigungstechnik". Der Kernsatz dieser Richtlinien verbietet Daimler-Mitarbeitern die Beteiligung an der Herstellung von atomaren, biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen: "So ist jegliche Mitwirkung bei ABC-Waffen und deren Komponenten sowie bei der Errichtung von Produktionsstätten für solche Waren ausgeschlossen."

Offenbar verfährt Daimler-Chef Jürgen Schrempp mit der Konzernbeteiligung am französischen Atomraketenprogramm nach dem Motto: Was stört mich mein Geschwätz von gestern?

Paul Russmann

(1) Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes 1996
(2) Ökumenischer Rat der Kirchen, Vancouver 1983
(3) Erklärung von 75 katholischen US-Bischöfen
(4) General a. D. Lee Butler, Ex-Kommandierender der US-Atomstreitkräfte