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DaimlerChysler AGB 2002 - Anteile

Anteile: Schrempp hält an Waffenschmiede fest

Über die Rüstungsproduktion und -exporte, den Waffeneinsatz und die Opfer spricht man nicht gerne. Im Daimler-Geschäftbericht 2002 wird die Entwicklung und Produktion von Kampfbombern und -helikoptern, Trägerraketen und Militärsatelliten der EADS unter der Rubrik „Übrige Aktivitäten“ abgehandelt. Das heikle Thema der Beteiligung am französischen Atomwaffenprogramm wird ebenso wenig erwähnt wie die Werbung für den Verkauf von Minen – vornehm als „Submunition“ deklariert. Dabei ist die DaimlerChrysler AG mit rund 33 Prozent größter Einzelaktionär der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS), und der mit gewaltigem Abstand größte Rüstungsproduzent und -exporteur Deutschlands.

Gerne schwelgt der DaimlerChrysler-Vorstand in Floskeln von Humanität und Menschenrechten. Doch schon heute plant Daimler/EADS den Export des Kampfflugzeuges Eurofighter „in nichteuropäische Staaten“. Unter der Bezeichnung „Typhoon“ steht das Kampfflugzeug längst auf der Wunschliste der südkoreanischen Luftwaffe. Was aber, wenn aus dem mittlerweile unterbrochenen Friedensprozess
mit Nordkorea Krieg wird?

Die Liste dubioser Empfänger von DaimlerEADS-Waffen ist lang. Darunter befinden sich korrupte Militärs in Südafrika oder menschenrechtsverletzende Staaten, wie die Türkei, Katar und Oman.

Obwohl DaimlerEADS in Südafrika in einen unglaublichen Korruptionsskandal verwickelt ist, erhält das südafrikanische Militär beispielsweise MM40 Exocet Anti-Schiffsraketen und ist in einen Kontrakt mit Reutech Radarsystemen involviert. Obwohl das türkische Militär in den letzten beiden Jahrzehnten mehr als 5.000 unschuldige Zivilisten ermordete, ist die Türkei am Programm des Militärtransporters A400M beteiligt und hat zudem Jernas/Rapier-Luftverteidigungswaffen und Eryx Antipanzerraketen gekauft. Obwohl in Katar ein Emir ohne Verfassung herrscht, politische Parteien verhindert und demokratische Oppositionelle inhaftiert, hat das dortige Militär Exocet-, Magic- und Micas-Raketen erhalten. Und trotz der undemo- kratischen Verhältnisse im Land erhält der Sultan des Oman Exocet-Raketen und Jernas/Rapier Luftverteidigungssysteme der EADS. Viele weitere menschenrechts- verletzende Staaten wie Malaysia, Pakistan und Taiwan stehen auf der EADS- Kundenliste.

Der militärische Anteil der EADS soll in den kommenden Jahren sogar von 25 auf 30 Prozent gesteigert werden. Mit anderen Worten: In Zukunft werden noch mehr EADS- Waffen in alle Welt exportiert. Damit unterstützt DaimlerChrysler verstärkt undemokra- tische Regime und wird mit noch mehr Waffen auf den Schlachtfeldern vertreten sein. Die Daimler/EADS-Vorstände werden noch mehr Verstümmelte und Tote verantworten müssen.

Die Kritischen Aktionäre fordern Jürgen Schrempp auf:

Leiten Sie die Umstellung (Konversion) der EADS zu einem
rein zivilen Luft- und Raumfahrtunternehmen ein, das sozial
und ökologisch verträgliche Produkte fertigt. Oder steigen
Sie ganz einfach aus der EADS aus! 

Jürgen Grässlin