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DaimlerChysler AGB 2002 - Apartheid

Apartheid: Profite aus illegalen Rüstungsexporten

Schon seit 1964 – während der Zeit der Arpartheid – ist  Daimler in Südafrika vertreten. 1973 wurde Südafrikas Rassenpolitik von der UNO als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, verurteilt. Vier Jahre später beschloss der UN-Sicherheitsrat mit der Stimme der Bundesrepublik Deutschland, dass Südafrika keine Waffen und militärischen Ausrüstungsgüter erhalten soll. Dennoch wurden auch nach 1977 Daimler Unimogs an Südafrika geliefert, die in Angola und Mosambik von der südafrikanischen Armee eingesetzt wurden. Damit verletzte Daimler internationales Recht.

Auf den Einsatz von Fahrzeugen durch Polizei und Militär und den Einbau von Fahr- zeugteilen in Armeefahrzeuge angesprochen, argumentierte die Daimler Benz AG häufig damit, es handle sich bei Unimogs und anderen Fahrzeugen um Transporter,
die auch zu zivilen Zwecken eingesetzt werden könnten. Sollten diese nach ihrem Verkauf an das Militär weitergeliefert worden sein, würde dieses ohne Wissen des Verkäufers geschehen. Die letztendliche Verwendung der Fahrzeuge können daher nicht der AG angelastet werden. Dieses Argument wurde 1988 durch Zeugenaussagen eines deutschen Mitarbeiters widerlegt, der bei einer Betriebsführung durch MBEUS Militärfahrzeuge wie Unimogs und Buffel sowie Fahrzeugteile von Militärfahrzeugen sah, die dort gewartet wurden. Nach Auskunft des Sales Managers waren viele der Fahrzeuge bei Einsätzen in Angola durch Landminen oder im Kampfgeschehen beschädigt worden. Der Besucher gewann durch die Führung den Eindruck, dass
es sich bei der Mehrzahl der bei MBEUS durchgeführten Wartungen und Reparaturen um Militärfahrzeuge handelte. Dieses widerlegt die Behauptung von Daimler, der Verbleib der Fahrzeuge entziehe sich ihrer Kenntnis und wäre von ihr auch nicht
zu beeinflussen. [i]

Um die Sanktionen der UNO umgehen zu können, wurde 1978 in Südafrika mit der  Unterstützung von Daimler Benz die Dieselmotorenfabrik ADE gegründet. ADE- Dieselmotoren wurden unter anderem in alle in Südafrika gebauten Militärfahrzeuge eingebaut. Diese Rüstungsgüter wurden auch von der südafrikanischen Regierung international zum Kauf angeboten.

Die fortgesetzte Unterstützung des Unrechtregimes in Südafrika während der Zeit der Apartheid durch  Konzerne wie DaimlerBenz verlängerte die Leiden der Bevölkerung im gesamten Südlichen Afrika. Durch die daraus entstandenen illegitimen Schulden (Odiousdebts) werden deren Länder nun doppelt bestraft und der Wiederaufbau nach dem Ende der Apartheid schwer belastet. Gegen das Unrecht der doppelten  Bestra- fung setzt sich die â€žInternationale Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im Südlichen Afrika“ ein.

Die Kritischen Aktionäre fordern Jürgen Schrempp auf:

Zahlen Sie eine Entschädigung mindestens in Höhe der Profite,
die Sie mit den  illegalen Rüstungslieferungen an das südafrika-
nische Apartheidregime gemacht haben!

Andrea Lang


[i] Rede von Joachim Jungbeck auf der Jahreshauptversammlung der Daimler Benz AG am 1.7.1988 und Antwort des Vorstandsvorsitzenden auf die Redebeiträge der „Kritischen Aktionäre“ Joachim Jungbeck, Abdul Minti und Hans-Günter Tötemeyer (Transkript der Rede)