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Insidergeschäfte vor Schrempp-Rücktritt?

Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC)
Freiburg/Tübingen, 28. März 2006:

Unnötiges Ermittlungsverfahren eingestellt

Grässlin fordert vollständige Aufklärung der auffälligen
Aktiendeals vor dem Schrempp-RĂĽcktritt

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der verbotenen Insidermitteilung und des Insiderhandels gegen Jürgen Grässlin, Sprecher der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler und Autor des Wirtschaftsbestsellers „Das Daimler-Desaster“, eingestellt. Das Verfahren wurde an die zuständige Bußgeldbehörde, die Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin), abgegeben, die auch über die Kosten des Verfahrens entscheidet.

Jürgen Grässlin war vom Neudenauer Spediteur Gerhard Schweinle am 16. Juli 2005, also vor dem offiziellen Verkündungstermin durch die DaimlerChrysler AG, über den bevorstehenden Rücktritt des damaligen Daimler-Vorsitzenden Jürgen E. Schrempp informiert worden. Er hatte jedoch ausschließlich im engsten Kreis dreier KADC-Sprecher über diesen Hinweis gesprochen. Grässlin weigerte sich, die vom Konzern verlangte Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, wonach er nicht mehr behaupten dürfe, er sei zwölf Tage vorab informiert gewesen.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hatte bei ihren Ermittlungen „völlig überzogen“ reagiert, so KADC-Sprecher Paul Russmann, bei dem wie bei Grässlin und in der Geschäftsstelle von Ohne Rüstung Leben in Stuttgart Hausdurchsuchungen durchgeführt worden waren.

„Mit der Einstellungsverfügungwird seitens der Stuttgarter Staatsanwalt ein absolut unnötiges Verfahren eingestellt“, erklärte Grässlins Rechtsvertreter Holger Rothbauer. „So unsinnig dieses Vorgehen gegen den Aufklärer Grässlin gewesen ist, so logisch war die Verfahrenseinstellung“, sagte der Tübinger Rechtsanwalt.

Die Kritischen Daimler-Aktionäre fragen sich, weshalb die BaFin, die gegen ihre Sprecher hart vorgegangen ist, „die Deutsche Bank augenscheinlich mit Samthandschuhen angefasst hat“. Diese habe, wohl im Wissen um den bevorstehenden Schrempp-Rücktritt, mit dem Verkauf eines riesigen Aktienpaketes bis zum 28. Juli 2005, dem Tag der Rücktrittsankündigung des damaligen Daimler-Chefs Schrempp, warten können. Durch diesen Aktienverkauf habe das Frankfurter Bankhaus einen Buchgewinn von rund 300 Millionen Euro verzeichnet.

„Neben der Frage dieses umgekehrten Insidergeschäftes stehen weitere Unregelmäßigkeiten ungeklärt im Raum“, so Grässlin. „Denn wie ist es zu erklären, dass seitens der Deutschen Bank AG am 28. Juli 2005 direkt vor der Schremppschen Rücktrittsverkündung um 10.32 Uhr der Kauf großer Pakete von Daimler-Aktien getätigt wurde, um 8.34 Uhr 20.000 Daimler-Aktien, um 8.41 Uhr 40.000 Daimler-Aktien, um 8.56 Uhr 400.000 Daimler-Aktien und um 9.18 Uhr 1.000.000 Daimler-Aktien?“ Zudem hat die Deutsche Bank um 7.37 Uhr, also drei Stunden vor der Schremppschen Rücktrittsankündigung, im Rahmen so genannter KN-Geschäfte weitere 275.000 Daimler-Aktien erworben. Der BaFin seien diese verdächtigen Aktiengeschäfte bekannt. „Offensichtlich jagt man hierzulande lieber friedliche Delfine als gefräßige Haifische“, so Grässlin. „Wir fordern die vollständige Aufklärung der Aktiendeals in den Stunden vor Schrempps Rücktrittsankündigung.“

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Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC)
Stuttgart, 09. November 2005:

Das Daimler-Desaster

Neues Buch von Jürgen Grässlin
ab heute im Handel

DaimlerChrysler in der Krise. Ăśberall wollte man
mitspielen, mit Maybach im Luxussegment, mit
Smart auf dem Kleinwagenmarkt. Doch andere
verstanden diese Geschäfte besser. Eigene
Tugenden wurden dagegen vernachlässigt.
Die Folge: Die Kernmarke Mercedes ist schwer
angeschlagen. Zusätzlich: Missmanagement auf
vielen Ebenen, zum Beispiel bei der teuren
Fusion mit Chrysler und der gescheiterten
Allianz mit  Mitsubishi.

Jürgen Grässlin, Schrempp-Biograf und Sprecher
der Kritischen AktioärInnen DaimlerChrysler,
stellt in seinem heute erschienenen Buch
"Das Daimler-Desaster - Vom Vorzeigekonzern
zum Sanierungsfall?" unangenehme Fragen:

- Wie steht es in Wahrheit um Schrempps Welt AG?
- Welche Verantwortung trägt Hilmar Kopper?
- Haben die  Aufsichtsräte versagt?
- Gab es Insidergeschäfte?

- Und vor allem: Kann der neue Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche
  unbelastet an seine Aufgabe herangehen, den Konzern zu sanieren?

Jürgen Grässlin: „Das Daimler-Desaster – vom Vorzeigekonzern zum Sanierungsfall?“,
Droemer-Knaur Verlag, MĂĽnchen, November 2005, ISBN 3-426-27267-9, 304 Seiten, Euro 19,90, zum Autor

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Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC)
Stuttgart, 01. September 2005:

Kritische Daimler-Aktionäre
und Daimler-Zentrale durchsucht

„Wir begrüßen Durchsuchung der Konzernzentrale“

„Durchsuchung der Kritischen Aktionäre rechtswidrig“

Neben den Räumen der DaimlerChrysler-Konzernzentrale in Stuttgart durchsuchte die Staatsanwaltschaft Stuttgart heute auch die Geschäftsstelle des gemeinnützigen Vereins ,Ohne Rüstung Leben’ und die Privatwohnungen der Sprecher der Kritischen Daimler-Aktionäre Paul Russmann in Stuttgart und Jürgen Grässlin und Freiburg. Zweck der Durchsuchungen war, die „undichte Stelle im DaimlerChrysler-Konzern“, durch die die Vorstandssprecher der Kritischen Daimler-Aktionäre vorzeitig vom geplanten Rücktritt Jürgen Schrempps von der Konzernleitung erfahren hatten, zu finden.

Während Rechtsanwalt und Sprecher der Kritischen Daimler-Aktionäre Holger Rothbauer die Durchsuchung der Daimler-Zentrale begrüßte, verurteilte er die Durchsuchungen bei den Kritischen Daimler-Aktionären als „völlig überzogen“ und „rechtswidrig“. Zudem sei es „unverschämt“, dass im laufenden Verfahren gegen Jürgen Grässlin als Beschuldigten ermittelt wird: „Hier wird ein Aufklärer zum Täter gemacht“, stellt Rothbauer fest. Gegen sämtliche Durchsuchungsbeschluesse beim KADC und seinen Sprechern hat Rechtsanwalt Holger Rothbauer Rechtsmittel eingelegt.

Grässlin hatte nach dem Rücktritt von Jürgen Schrempp durch seine Informationen den Anstoß zu den jetzt laufenden Ermittlungen gegen „Verantwortliche der DaimlerChrysler AG“ wegen des „Verdachts des Verstoßes gegen das Insiderhandelsverbot“ gegeben. Nach Informationen der Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler richteten sich die Durchsuchungen in der Konzernzentrale „vermutlich auch gegen die Konzernmanager Grube und Schick“.

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Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC)
Stuttgart, 03. August 2005:

Der Nächste bitte: Daimler-Vorstandsmitglied
Sidlik kassiert 592.000 Euro ab

„Verlassen raffgierige Manager das sinkende Daimler-Schiff?“

„Fehlender Glaube an Kurssteigerungen?“

Nach Mercedes-Chef Ekkehard Cordes „bedient sich nun ein 2. Vorstandsmitglied schamlos aus der Konzernkasse? Verlassen raffgierige Manager das sinkende Daimler-Schiff? Glauben die Daimler-Manager, dass der Kurs der Daimler-Aktie wieder in den Keller fällt, weil wohl die Pkw-Verkaufszahlen nicht stimmen?“ fragt Paul Russmann, Sprecher der Kritischen Daimler-Aktionäre angesichts des aktuellen Options-Deal durch das 56-jährige Vorstandsmitglied Thomas W. Sidlik.

Sidlik ist zuständig für den weltweiten Einkauf und als Vorstandsmitglied bis zum Jahr 2008 bestellt. Laut offiziellen Angaben von DaimlerChrysler hat Sidlik am 1. August 50.000 Aktien zum Preis von 1.720.000 Euro erworben und am gleichen Tag wieder für 2.026.000 Euro verkauft. Der Gewinn daraus beträgt schon 306.000 Euro. Dazu kommen noch einmal 286.000 Euro für die Differenz vom Referenz- zum Ausgabepreis.

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Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC)
Freiburg / Stuttgart / TĂĽbingen, 02. August 2005:

„Raffgier“

„Aktien-Dealer Cordes:
479.150 Euro in weniger als 12 Stunden abkassiert“

Kritische Daimler-Aktionäre kritisieren Selbstbedienungsmentalität
und fordern Verbot von Aktienoptionen fĂĽr Manager.

„Moralisch ist das verwerflich. Für den einfachen Arbeiter am Band predigt er Mineralwasser, er selbst trinkt Spitzenwein. Das ist wohl die Raffgier eines Millionärs“, kommentiert der Sprecher der Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler (KADC) und Schrempp-Biograph Jürgen Grässlin, den Gewinn von 479.150 Euro am 29. Juli durch den An- und Verkauf von Daimler-Aktien durch Mercedes-Markenchef Eckhard Cordes in weniger als zwölf Stunden.

„Der Fall des Aktien-Dealers Eckhard Cordes zeigt, dass Aktienoptionen nicht der Lohn für gute Leistungen sind, sondern reine Spekulationsgewinne, die der Selbstbereicherung mancher Manager Tür und Tor öffnen“, so Paul Russmann, Sprecher der Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler. „Auch wenn der Aktien-Deal legal ist, so hinterlässt er einen bitteren Beigeschmack, wenn man denkt, dass auf der einen Seite das Daimler-Management große Fehler gemacht hat, auf der anderen Seite die Belegschaft dies durch Sparprogramme ausbaden muss, wie der Ergänzungstarifvertrag von 2004 belegt.“, so Russmann weiter.

„Mit der schamlosen Aktien-Deal-Abkassiererei von Eckhard Cordes sehen wir das Abstimmungsverhalten auf den letzten Hauptversammlungen bestätigt, wo wir immer gegen die Aktienoptionspläne gestimmt haben. Solche Pläne gehören ein für allemal verboten“, so Rechtsanwalt und KADC-Sprecher Holger Rothbauer.

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Pressemitteilung der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC)
Freiburg / Stuttgart / TĂĽbingen, 31. Juli 2005:

„Insidergeschäfte bei DaimlerChrysler wahrscheinlich“

Kritische AktionärInnen wurden
zwölf Tage vor Schrempp-Rücktritt informiert.

Persönliche Bereicherung im Schrempp-Umfeld?

„Am Samstag, den 16. Juli 2005, wurde ich erstmals über den bevor stehenden Rücktritt von Herrn Schrempp informiert. Tags darauf wurden mir in einem zweiten Telefonat die Rücktrittsgründe aus Sicht des Informanten mitgeteilt“, erklärte Jürgen Grässlin, Sprecher der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC) und Schrempp-Biograf. „Wenn Herr Schrempp jetzt die Geheimniskrämerei um seine Rücktrittsankündigung vom 28. Juli als ,Meisterstück der Kommunikation' verkaufen will, dann ist das zutiefst peinlich und lächerlich.“

Da Grässlin sich am 16. Juli bei einer privaten Zusammenkunft mit den anderen KADC-VertreterInnen befand, diskutierten die KADC-Sprecher die weitere Vorgehensweise. „Hätten wir Aktionäre zu diesem Zeitpunkt in Daimler-Aktien investiert, dann hätten wir uns alle bereichern können“, sagte KADC-Sprecher Paul Russmann. „Wir aber setzen auf Geschäfte mit ethischer Grundlage und auf verantwortungsvolles Handeln.“

Um die Äußerungen zur vorzeitigen Kenntnis der Kritischen AktionärInnen über den Schrempp-Rücktritt zu unterdrücken, hatten Schrempp persönlich und DaimlerChrysler eine Unterlassungserklärung gegen Grässlin verfügt. „Damit will der Konzern offensichtlich vom eigentlichen Tatbestand ablenken“, vermutet der Tübinger Rechtsanwalt Holger Rothbauer, der die Rechtsvertretung Grässlins gegen Schrempp und Daimler übernommen hat. „Angesichts des zeitlich langfristigen Vorlaufs von der Rücktrittsentscheidung bis zur öffentlichen Verkündung, müsste das engste Schrempp-Umfeld darüber informiert gewesen sein. Damit wären Insidergeschäften Tür und Tor geöffnet gewesen“, so Rothbauer.

Grässlin geht noch weiter. Er erhielt am gestrigen Tag die Mitteilung, dass zwei ihm namentlich bekannte „Führungskräfte aus dem Schrempp nahe stehenden Umfeld Insider-Geschäfte selbst oder über Dritte getätigt hätten“. Rothbauer fordert das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel nachdrücklich auf, die Vorgänge mehr als nur routinemäßig zu prüfen.

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weitere aktuelle Informationen zum Thema auch bei Jürgen Grässlin

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