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- Und vor allem: Kann der neue Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche
unbelastet an seine Aufgabe herangehen, den Konzern zu sanieren?
JĂŒrgen GrĂ€sslin: âDas Daimler-Desaster â vom Vorzeigekonzern zum Sanierungsfall?â, Droemer-Knaur Verlag, MĂŒnchen, November
2005, ISBN 3-426-27267-9, 304 Seiten, Euro 19,90, zum Autor
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Pressemitteilung der Kritischen AktionÀrInnen DaimlerChrysler (KADC)
Stuttgart, 01. September 2005:
Kritische Daimler-AktionÀre und Daimler-Zentrale durchsucht
âWir begrĂŒĂen Durchsuchung der Konzernzentraleâ
âDurchsuchung der Kritischen AktionĂ€re rechtswidrigâ
Neben den RĂ€umen der DaimlerChrysler-Konzernzentrale in Stuttgart durchsuchte die Staatsanwaltschaft Stuttgart heute auch die
GeschĂ€ftsstelle des gemeinnĂŒtzigen Vereins ,Ohne RĂŒstung Lebenâ und die Privatwohnungen der Sprecher der Kritischen Daimler-AktionĂ€re Paul Russmann in Stuttgart und JĂŒrgen GrĂ€sslin und Freiburg. Zweck der
Durchsuchungen war, die âundichte Stelle im DaimlerChrysler-Konzernâ, durch die die Vorstandssprecher der Kritischen Daimler-AktionĂ€re vorzeitig vom geplanten RĂŒcktritt JĂŒrgen Schrempps von der Konzernleitung
erfahren hatten, zu finden.
WĂ€hrend Rechtsanwalt und Sprecher der Kritischen Daimler-AktionĂ€re Holger Rothbauer die Durchsuchung der Daimler-Zentrale begrĂŒĂte,
verurteilte er die Durchsuchungen bei den Kritischen Daimler-AktionĂ€ren als âvöllig ĂŒberzogenâ und ârechtswidrigâ. Zudem sei es âunverschĂ€mtâ, dass im laufenden Verfahren gegen JĂŒrgen GrĂ€sslin als
Beschuldigten ermittelt wird: âHier wird ein AufklĂ€rer zum TĂ€ter gemachtâ, stellt Rothbauer fest. Gegen sĂ€mtliche Durchsuchungsbeschluesse beim KADC und seinen Sprechern hat Rechtsanwalt Holger Rothbauer
Rechtsmittel eingelegt.
GrĂ€sslin hatte nach dem RĂŒcktritt von JĂŒrgen Schrempp durch seine Informationen den AnstoĂ zu den jetzt laufenden Ermittlungen gegen
âVerantwortliche der DaimlerChrysler AGâ wegen des âVerdachts des VerstoĂes gegen das Insiderhandelsverbotâ gegeben. Nach Informationen der Kritischen AktionĂ€re DaimlerChrysler richteten sich die
Durchsuchungen in der Konzernzentrale âvermutlich auch gegen die Konzernmanager Grube und Schickâ.
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Pressemitteilung der Kritischen AktionÀrInnen DaimlerChrysler (KADC)
Stuttgart, 03. August 2005:
Der NĂ€chste bitte: Daimler-Vorstandsmitglied Sidlik kassiert 592.000 Euro ab
âVerlassen raffgierige Manager das sinkende Daimler-Schiff?â
âFehlender Glaube an Kurssteigerungen?â
Nach Mercedes-Chef Ekkehard Cordes âbedient sich nun ein 2. Vorstandsmitglied schamlos aus der Konzernkasse? Verlassen raffgierige
Manager das sinkende Daimler-Schiff? Glauben die Daimler-Manager, dass der Kurs der Daimler-Aktie wieder in den Keller fĂ€llt, weil wohl die Pkw-Verkaufszahlen nicht stimmen?â fragt Paul Russmann, Sprecher der
Kritischen Daimler-AktionÀre angesichts des aktuellen Options-Deal durch das 56-jÀhrige Vorstandsmitglied Thomas W. Sidlik.
Sidlik ist zustĂ€ndig fĂŒr den weltweiten Einkauf und als Vorstandsmitglied bis zum Jahr 2008 bestellt. Laut offiziellen Angaben von
DaimlerChrysler hat Sidlik am 1. August 50.000 Aktien zum Preis von 1.720.000 Euro erworben und am gleichen Tag wieder fĂŒr 2.026.000 Euro verkauft. Der Gewinn daraus betrĂ€gt schon 306.000 Euro. Dazu kommen noch
einmal 286.000 Euro fĂŒr die Differenz vom Referenz- zum Ausgabepreis.
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Pressemitteilung der Kritischen AktionÀrInnen DaimlerChrysler (KADC)
Freiburg / Stuttgart / TĂŒbingen, 02. August 2005:
âRaffgierâ
âAktien-Dealer Cordes: 479.150 Euro in weniger als 12 Stunden abkassiertâ
Kritische Daimler-AktionÀre kritisieren SelbstbedienungsmentalitÀt
und fordern Verbot von Aktienoptionen fĂŒr Manager.
âMoralisch ist das verwerflich. FĂŒr den einfachen Arbeiter am Band predigt er Mineralwasser, er selbst trinkt Spitzenwein. Das ist
wohl die Raffgier eines MillionĂ€rsâ, kommentiert der Sprecher der Kritischen AktionĂ€re DaimlerChrysler (KADC) und Schrempp-Biograph JĂŒrgen GrĂ€sslin, den Gewinn von 479.150 Euro am 29. Juli durch den An- und
Verkauf von Daimler-Aktien durch Mercedes-Markenchef Eckhard Cordes in weniger als zwölf Stunden.
âDer Fall des Aktien-Dealers Eckhard Cordes zeigt, dass Aktienoptionen nicht der Lohn fĂŒr gute Leistungen sind, sondern reine
Spekulationsgewinne, die der Selbstbereicherung mancher Manager TĂŒr und Tor öffnenâ, so Paul Russmann, Sprecher der Kritischen AktionĂ€re DaimlerChrysler. âAuch wenn der Aktien-Deal legal ist, so hinterlĂ€sst
er einen bitteren Beigeschmack, wenn man denkt, dass auf der einen Seite das Daimler-Management groĂe Fehler gemacht hat, auf der anderen Seite die Belegschaft dies durch Sparprogramme ausbaden muss, wie der
ErgĂ€nzungstarifvertrag von 2004 belegt.â, so Russmann weiter.
âMit der schamlosen Aktien-Deal-Abkassiererei von Eckhard Cordes sehen wir das Abstimmungsverhalten auf den letzten Hauptversammlungen
bestĂ€tigt, wo wir immer gegen die AktienoptionsplĂ€ne gestimmt haben. Solche PlĂ€ne gehören ein fĂŒr allemal verbotenâ, so Rechtsanwalt und KADC-Sprecher Holger Rothbauer.
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Pressemitteilung der Kritischen AktionÀrInnen DaimlerChrysler (KADC)
Freiburg / Stuttgart / TĂŒbingen, 31. Juli 2005:
âInsidergeschĂ€fte bei DaimlerChrysler wahrscheinlichâ
Kritische AktionĂ€rInnen wurden zwölf Tage vor Schrempp-RĂŒcktritt informiert.
Persönliche Bereicherung im Schrempp-Umfeld?
âAm Samstag, den 16. Juli 2005, wurde ich erstmals ĂŒber den bevor stehenden RĂŒcktritt von Herrn Schrempp informiert. Tags darauf
wurden mir in einem zweiten Telefonat die RĂŒcktrittsgrĂŒnde aus Sicht des Informanten mitgeteiltâ, erklĂ€rte JĂŒrgen GrĂ€sslin, Sprecher der Kritischen AktionĂ€rInnen DaimlerChrysler (KADC) und Schrempp-Biograf.
âWenn Herr Schrempp jetzt die GeheimniskrĂ€merei um seine RĂŒcktrittsankĂŒndigung vom 28. Juli als ,MeisterstĂŒck der Kommunikation' verkaufen will, dann ist das zutiefst peinlich und lĂ€cherlich.â
Da GrÀsslin sich am 16. Juli bei einer privaten Zusammenkunft mit den anderen KADC-VertreterInnen befand, diskutierten die KADC-Sprecher
die weitere Vorgehensweise. âHĂ€tten wir AktionĂ€re zu diesem Zeitpunkt in Daimler-Aktien investiert, dann hĂ€tten wir uns alle bereichern könnenâ, sagte KADC-Sprecher Paul Russmann. âWir aber setzen auf
GeschĂ€fte mit ethischer Grundlage und auf verantwortungsvolles Handeln.â
Um die ĂuĂerungen zur vorzeitigen Kenntnis der Kritischen AktionĂ€rInnen ĂŒber den Schrempp-RĂŒcktritt zu unterdrĂŒcken, hatten
Schrempp persönlich und DaimlerChrysler eine UnterlassungserklĂ€rung gegen GrĂ€sslin verfĂŒgt. âDamit will der Konzern offensichtlich vom eigentlichen Tatbestand ablenkenâ, vermutet der TĂŒbinger Rechtsanwalt
Holger Rothbauer, der die Rechtsvertretung GrĂ€sslins gegen Schrempp und Daimler ĂŒbernommen hat. âAngesichts des zeitlich langfristigen Vorlaufs von der RĂŒcktrittsentscheidung bis zur öffentlichen VerkĂŒndung,
mĂŒsste das engste Schrempp-Umfeld darĂŒber informiert gewesen sein. Damit wĂ€ren InsidergeschĂ€ften TĂŒr und Tor geöffnet gewesenâ, so Rothbauer.
GrĂ€sslin geht noch weiter. Er erhielt am gestrigen Tag die Mitteilung, dass zwei ihm namentlich bekannte âFĂŒhrungskrĂ€fte aus dem
Schrempp nahe stehenden Umfeld Insider-GeschĂ€fte selbst oder ĂŒber Dritte getĂ€tigt hĂ€ttenâ. Rothbauer fordert das Bundesaufsichtsamt fĂŒr den Wertpapierhandel nachdrĂŒcklich auf, die VorgĂ€nge mehr als nur
routinemĂ€Ăig zu prĂŒfen.
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