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Aufruf der Kritischen Aktionäre 1995

Die Macht der Deutschen Bank kontrollieren!

Eine Initiative vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre

Der Firmenname “Deutsche Bank” ist Synonym für die Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht in den Händen weniger Topmanager. Wie die Bank nach ihrer Gründung 1870 an Kolonialgeschäften verdiente, profitiert sie heute von Kreditgeschäften mit der überschuldeten “Dritten Welt”.

Wie sich die Bank 1940 für ihren “unmittelbaren Beitrag zur Kriegsfinanzierung” rühmte, kontrolliert sie heute den Rüstungsmulti Daimler Benz. Wie sie einst von deutschen Industriellen gegründet wurde, ist sie heute mit 115 der 130 größten deutschen Konzerne personell verflochten.

Und dieser Machtfaktor hat in Deutschland mittlerweile 125 Jahre Bestand. Bundeskanzler Helmut Kohl persönlich machte ihm zum offiziellen Jubiläums- Festakt im März 1995 die Aufwartung. Kritische Aktionärinnen und Aktionäre warnen stattdessen vor dem politischen und gesellschaftlichen Einfluß des Bankriesen. Sie fordern mehr Transparenz über die Rolle der Deutschen Bank bei perspektivischen Entscheidungen ganzer Wirtschaftsbranchen.

Konkret verlangen sie von der Bank einen Schulden- erlaß für die armen Länder des Südens, den Ausstieg aus Atom- und Waffengeschäften und die überfällige Wende zu einer klimaschonenden Energie- und Verkehrspolitik. Die 125. Hauptversammlung der Deutschen Bank am 18. Mai 1995 nehmen sie auch zum Anlaß, Bilanz zu ziehen: Bilanz über eine rück- sichtslose Geschäftspolitik seit der Kaiserzeit bis heute. Bilanz über die Rolle der Bank bei der Schul- denkrise der Entwicklungsländer, über Geschäfte mit dem südafrikanischen Rassistenregime, über ungenierte Waffenexporte, über Atomstrom und klimaschädigende Verkehrspolitik.

Diese Bilanz dokumentieren die Kritischen Aktio- närinnen und Aktionäre mit einer neuen Broschüre auch schriftlich. Dabei legen sie immer wieder Wert darauf, die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. Und immer wieder weisen sie auf die personelle Verfilzung hin, die das Machtzentrum Deutsche Bank mit anderen Konzernen verbindet - mit Allianz, BASF, Bayer, Daimler Benz, RWE, Siemens, VEBA, VIAG, um nur einige zu nennen.

Dachverband der Kritischen Aktionärinnen
und Aktionäre (Hrsg.): “Machtzentrum Deutsche
Bank”, Köln, Mai 1995, 28 Seiten, DIN A4,
Broschur, Euro 3,50, Bestellung an:
dachverband@kritischeaktionaere.de

 

Denn erst die Gleichschaltung industrieller Interessen durch diesen Managementfilz macht aus den Einzelfirmen ein Imperium mit politischer Macht, das die Geschicke der Bundesrepublik zu seinen Gunsten lenkt. Um dagegen demokratischen Widerstand zu wecken, werden die Kritiker dem Machtzentrum inner- und außerhalb seiner Hauptver- sammlungen weiterhin mit sozialen und ökologischen Forderungen die Stirn bieten.


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