Home
Aktuelles
Konzernkritik
Kampagnen
Mitglieder
Jahresberichte
Stimmrechte
Termine
Links
Volltext-Suche
Kontakt
Deutsche Bank Hauptversammlung 2000

Zyanid für Aristoteles?

Deutsche Bank will Umweltverseuchung
in Griechenland finanzieren

Anlässlich der Hauptversammlung der Deutschen Bank am 09. Juni 2000 protestieren der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre und die Menschenrechts- organisation FIAN gegen ein von der Deutschen Bank finanziertes Zyanid-Goldprojekt auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki, am Geburtsort des Aristoteles. Betroffen ist ein Gebiet, das unter dem Schutz des europäischen Naturschutzprogramms Natura 2000 steht. Einwohner des Dorfes Olympiada, das vom Zyanid bedroht ist, fordern das Geldinstitut auf, das Projekt zu stoppen. Für die Hauptversammlung kündigen die Organisationen Proteste an.

Ein halbes Jahr nach der Zyanidkatastrophe von Baia Mare (Rumänien), die alles Leben in der Theiß, Ungarns zweitgrößtem Fluss auslöschte, droht in Griechenland ein neues Desaster. Das berichtet Eleni Panidou, Einwohnerin von Olympiada, am Donnerstag in Frankfurt. Beim Geburtsort des Philosophen Aristoteles, dem antiken Stageira plant der kanadische Konzern TVX eine Anlage, die unter Einsatz des hochgiftigen Zyanid aus dem Abraum stillgelegter Minen Gold gewinnen soll. Das selbe Verfahren verursachte im Februar in Rumänien und Ungarn die schwerste Umweltkatastrophe Europas seit Tschernobyl. Hauptgeldgeber des 250 Millionen Dollar teuren Projekts ist mit etwa 170 Millionen die Deutsche Bank.

Allein 50 Tonnen des von der Degussa-Hüls AG produzierten Natriumzyanids sollen in Olympiada jedes Jahr zum Einsatz kommen um eine Tonne Gold zu extrahieren. Die Anwohner fürchten eine Verseuchung des Grundwassers, die unabsehbare Folgen für die Wasserversorgung und die Landwirtschaft nach sich ziehen würde. Zudem sei die Region Erdbebengefährdung, folgenschwere Dammbrüche seien möglich. Die Bewohner Olympiadas setzen sich dagegen mit Protesten, Blockaden und juristischen Mitteln zur Wehr. Ihren Widerstand beantwortet die griechische Regierung mit drakonischen Strafmaßnahmen. Panidou berichtet, dass gegen die fünfhundert Einwohner 120 Strafverfahren eröffnet worden seien. Dem Bürgermeister Nikos Mitsiou drohen bis zu zwölf Jahre Haft.Zeitweise sei über das Dorf der Ausnahmezustand verhängt worden.

In einem Schreiben bezeichnet ein Berater der Deutschen Bank das Projekt als „Maßnahme zum Schutz der Umwelt“, da lediglich Abraumhalden stillgelegter Minen aufgearbeitet werden sollten. Dazu Henry Mathews vom Dachverband der Kritischen Aktionäre: „Schon die Dresdner Bank verkaufte das rumänische Aurul-Werk, den Verursacher der Baia-Mare-Katastrophe als Umweltschutzmaßnahme. Doch dies ist eine unhaltbare Behauptung. Der einzige Zweck des Unternehmens ist es, an das Gold zu gelangen.“

Im laufenden Jahr ereigneten sich bisher drei schwere Zyanidverseuchungen im Zusammenhang mit Goldbergbau. In jedem einzelnen Fall hätten die Betreiber zuvor erklärt ,Der Damm ist sicher‘, kommentiert Johannes Rohr von FIAN. Doch die Ereig- nisse hätten gezeigt, dass das Zyanid auf Dauer nicht beherrschbar sei. „Als ein Institut, das sich gegenüber der UNO zur Nachhaltigkeit bekannt hat, sollte die Deutsche Bank schnellstens aus dem Projekt aussteigen, um ein weiteres Baia Mare zu verhindern.“
 

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch unsere Kampagne
Umweltzerstörung auf Kredit? - Verantwortung der Banken!,
unseren Bericht über die
Hauptversammlung 2001, und die
website der
Widerstandsbewegung in Griechenland
.


Übersicht-Seite Deutsche Bank