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Vorstandsriege: „Jetzt kündigen Sie die Wiedereingliederung an. Wir wollen Sie nicht
daran hindern, Managementfehler zu korrigieren. Aber uns fehlt jedes Verständnis, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese zum zweiten Mal mit Angst um ihre Arbeitsplätze bezahlen sollen.“
Abschließend ging Lötzer auf die Werbung der Deutschen Bank mit Nachhaltigkeits-
index und Nachhaltigkeitsberichterstattung ein. Sie forderte, künftig verbindliche Sozial- und Ökobilanzen über die Folgen der weltweiten Finanzpolitik der Deutschen Bank in
ihre Berichterstattung zu integrieren und diese unabhängig von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen prüfen und kommentieren zu lassen. „Wir wollen einen
Wechsel“, bekräftigte sie. „Einen Wechsel, der nicht nur Gewinne, sondern auch soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Unternehmenspolitik der Deutschen Bank stärkt.“
Auch der Kritische Aktionär Dr. Theo Kneifel erinnerte die Inhaber der Deutschen Bank
an ihre soziale Verantwortung. Er sprach im Namen der Internationalen Kampagne für Entschuldung und Entschädigung der Opfer der Apartheid in Südafrika, wo er 13 Jahre
bis zu seiner Ausweisung 1986 in Zeiten der Apartheid als Dozent und Studentenpfarrer gearbeitet hatte.
Kneifel forderte, die Verflechtung der Deutschen Bank mit dem Regime der Apartheid
aufzudecken und warf dem Vorstand vor: „Seit der Aktionärsversammlung im Vorjahr hat es in unserem Dialog keine Fortschritte gegeben, sondern sogar einen Rückschritt.
Wir hatten Ihnen detaillierte Unterlagen zur Rolle der Deutschen Bank und anderer deutscher und schweizer Großbanken während der Apartheid zugeleitet, die in einer
akribisch recherchierten Studie ,Apartheidschulden. Der Anteil Deutschlands und der Schweiz.‘ erarbeitet wurden. Diese Recherchen haben Sie bisher nicht wirklich zur
Kenntnis genommen, oder dazu Stellung bezogen. Stattdessen wiederholen Sie in einem Standardbrief überholte Gemeinplätze.“
Unter dem Schweizer Chefbanker Fritz Leutwiler habe die Deutsche Bank dem 1985
schwer angeschlagenen Apartheidregime durch großzügige Umschuldungen und langfristige Kredite zu günstigsten Bedingungen wieder auf die Beine geholfen, fuhr
Kneifel fort, und forderte vom Vorstand, „analog zur unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchung, die Sie zur Aufarbeitung der Rolle der Deutschen Bank während des
Naziregimes durchgeführt haben, auch ihre Rolle während des Apartheidregimes kritisch aufzuarbeiten.“
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