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Dresdner Bank Hauptversammlung 1987

Kein Geld für Apartheid!

Kritische Aktionärinnen und Aktionäre
in der Hauptversammlung der Dresdner Bank

von Helmut Paschlau

Szenischer Hit am 21. Mai 1987: Dem todkranken Südafrika-Präsidenten Botha
wird – auf einer Trage liegend – von den Krankenhelfern Deutsche, Dresdner und Commerzbank durch Kapital-Spritzen wieder auf die Beine geholfen. Eindringlicher läßt sich der – leider zutreffende – Vorwurf kaum darstellen: Banken finanzieren Apartheid in Südafrika und Namibia. Der bundesweite Arbeitskreis ,Kein Geld für Apartheid“ hatte dazu aufgerufen. Mehrere tausend Menschen in über 80 Orten der Bundesrepulik und ungezählten im Ausland nahmen am diesjährigen fünften Bankenaktionstag gegen die Geschäfte mit dem Rassismus teil. Oft wurden breite Bündnisse mit vielen Organisationen gebildet. Mitglieder aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Pfarrer, Jugend- und Studentenorganisationen, von Solidaritäts- und Südafrika-/Namibia-Gruppen waren dabei.

Schwerpunkt der Aktionen am Bankenaktionstag ,Kein Geld für Apartheid‘ am 21. Mai 1987 war Frankfurt. Vor der erhwürdigen Alten Oper wurden die etwa 2.500 Aktionärinnen und Aktionäre der Dresdner Bank mit dem „Grünen Band der Sympathie“ – für Apartheid – begrüßt. Wer wollte, bekam den ersten ,Alternativen Geschäftsbericht‘ über die Südafrika- und Namibia-Geschäfte der Bank in die Hand gedrückt. gerichtliche Schritte dagegen hat die Dresdner Bank erwogen, aber nicht eingeleitet, weil die Fakten nicht zu bestreiten sind.

Aufsehen erregte die ,Apartheid-Abbau-Aktionärsversammlung‘ an mehreren Stellen der Bankfurter Innenstadt: Die in feierliche Anzüge gekleideten Herren (!) wurden u.a. mit „braunen Geistern der Vergangenheit“ und ausgebeuteten Schwarzen aus Südafrika und Namibia konfrontiert. Ihre Rechtfertigungsreden waren hohl.

Ebenso in der ,richtigen‘ Hauptversammlung. Es könne nicht Aufgabe eines Wirtschaftsunternehmens sein, politische Ziel zu verfolgen, allein wirschaftliche Kritierien seienen maßgebend, so der der Vorstandssprecher der zweitgrößten bundesdeutschen Bank. „Pharisäer“, „Pseudoaktionäre“, „Aufhören“, Getobe und Gebrülle – die feinen Damen und herren Aktionäre waren schon weniger vornehm.

Besonders als eine Kritische Aktionärin, eine Jüdin, die in verschiedenen Konzentrationslagern schwer leiden mußte, auf die Kontinuität der Bank-Geschäftspolitik verwies: Damals Finanzierung von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ im Hitler-Faschismus, heute Finanzierung von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ – so die vereinten Nationen 1973 – in Südafrika und Namibia. Nicht Nachdenken und Einsicht sondern Ordnungsrufe gegen die Rednerin wegen „Beleidigung des Vorstands“ war die Folge.

Unruhe und Buhrufe auch während der Rede der Vorsitzenden der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland. Sie sprach von der Forderung südafrikanischer Kirchenverbände und -vertreter nach Beendigung der Wirtschaftsbeziehungen mit Apartheid-Südafrika …


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