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Anträge zur Dresdner Bank HV 1997

Änderungsanträge der Kritischen Aktionäre
für die Satzung der Dresdner Bank

Erstmals in der Geschichte der Dresdner Bank mußten ihre Aktionärinnen und Aktionäre in der Hauptversammlung am 23. Mai 1997 über Satzungsänderungen abstimmen, die soziale und ökologische Prinzipien zur Grundlage der Unternehmensführung machen würden. Beantragt wurden die Satzungsänderungen vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

§ 2 der Satzung (Gegenstand des Unternehmens) wird wie folgt ergänzt:
„(4) Die Dresdner Bank AG beteiligt sich weder aktiv noch durch Kreditvergaben, Beratungstätigkeiten oder sonstige Maßnahmen an sogenannten feindlichen Übernahmen von Unternehmen, die zum Verlust von Arbeitsplätzen führen können.
An einvernehmlichen Fusionen von Unternehmen beteiligt sie sich nur, wenn
dabei die Interessen der Belegschaften gewahrt werden.”

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(5) Die Macht, die die Dresdner Bank AG durch ihre Kapitalbeteiligungen, durch die Aufsichtsratsmandate ihrer Mitarbeiter und Organmitglieder, durch die von ihr auszuübenden Vollmachtsstimmrechte, durch ihr Kreditvergabepotential und durch ihre sonstigen Einflußmöglichkeiten weltweit gegenüber anderen Unternehmen besitzt, nutzt sie vorrangig, — um die Interessen der Belegschaften dieser Unternehmen zu wahren, — um die Gleichstellung der Geschlechter zu garantieren, — um den bestmöglichen Schutz der menschlichen Gesundheit sicherzustellen, — um nachhaltigen Umweltschutz zu gewährleisten, — um militärische Konflikte zu vermeiden bzw. zu beenden und — um die Lebensumstände der ärmeren Teile der Weltbevölkerung zu verbessern. Die gleichen Ziele verfolgt sie bei ihren eigenen Geschäften vorrangig.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(6) Die Stimmrechte von Aktien, die ihr nicht selbst gehören, übt die Dresdner Bank AG nur aus, wenn ihr dafür konkrete Einzelweisungen der Aktieneigner vorliegen. Vertretungsvollmachten ohne Weisungen sind nichtig.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(7) Kein Mitarbeiter und kein Organmitglied der Dresdner Bank AG nimmt gleichzeitig mehr als drei Mandate in Aufsichtsräten oder anderen Aufsichtsgremien konzernfremder Unternehmen an, wobei Vorsitze doppelt zählen.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(8) Die Dresdner Bank AG finanziert keine Forschung und keine Geschäfte, die gesundheitsgefährdende oder umweltschädliche Auswirkungen haben können oder die unabsehbare Risiken bergen. Insbesondere finanziert die Dresdner Bank AG keine Forschung und keine Geschäfte mit Rüstungsgütern, Atomenergie, Gentechnik oder chemischem Pflanzenschutz.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(9) Die Dresdner Bank AG leistet umfassende finanzielle Entschädigungen an alle Personen, die durch von ihr finanzierte Geschäfte oder durch Unternehmen, an denen sie beteiligt ist oder in deren Kontrollgremien ihre Mitarbeiter Mandate wahrnehmen, gesundheitlich geschädigt wurden.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(10) Mit Regierungen, die keine demokratische Legitimation besitzen oder aus deren Staaten Berichte über staatlich veranlaßte oder staatlich geduldete Menschenrechtsverletzungen vorliegen, tätigt die Dresdner Bank AG keine Geschäfte. Gleiches gilt für staatliche oder halbstaatliche Unternehmen entsprechender Staaten.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(11) Frauen werden in der Dresdner Bank AG gleichberechtigt an allen Entscheidungsprozessen beteiligt. Alle Führungspositionen werden paritätisch besetzt.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(12) Schwerbehinderte Arbeitskräfte beschäftigt die Dresdner Bank AG im größtmöglichen Umfang. Sie erfüllt mindestens die gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote für schwerbehinderte Beschäftigte, sorgt für eine optimale Gestaltung behindertengerechter Arbeitsplätze und bietet den schwerbehinderten Beschäftigten bestmögliche Qualifizierungs- und Aufstiegschancen.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(13) Die Dresdner Bank AG leistet keine Spenden oder sonstigen Zuwendungen an politische Parteien, Stiftungen oder andere politische Verbände. Entsprechende in der Vergangenheit geleistete Zahlungen veröffentlicht sie rückhaltlos.“

§ 2 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(14) Die Dresdner Bank AG nutzt ihren gesamten Einfluß auf die ihr verbundenen Unternehmen, um den vorgenannten Grundsätzen auch bei ihnen Geltung zu verschaffen. Mit Unternehmen, die gegen die vorgenannten Grundsätze verstoßen, tätigt sie keinerlei Geschäfte und beteiligt sich nicht an deren Kapital.“

§ 6 der Satzung (Vorstand) wird wie am Ende um folgenden Satz ergänzt:
„Mindestens die Hälfte der Vorstandsmitglieder sind Frauen.“

§ 9 der Satzung (Aufsichtsrat) wird wie folgt ergänzt:
„(5) Mindestens die Hälfte der durch die Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder sind Frauen.“

§ 9 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(6) Durch die Hauptversammlung können nur Personen in den Aufsichtsrat gewählt werden, die weniger als drei Mandate in konzernfremden Aufsichtsräten innehaben, wobei Vorsitze doppelt zählen.“

§ 9 der Satzung wird wie folgt ergänzt:
„(7) Durch die Hauptversammlung können nur Personen in den Aufsichtsrat gewählt werden, die in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied ihres Vorstands waren.“

§ 17 der Satzung (Einberufung der Hauptversammlung) wird wie folgt ergänzt:
„(3) In den Mitteilungen nach § 125 Aktiengesetz weist der Vorstand die Aktionärinnen und Aktionäre ausdrücklich darauf hin, daß sie ihre Stimmrechte in der Hauptversammlung nicht nur durch die Depotbanken, sondern auch durch Vereinigungen von Aktionären vertreten lassen können. Dabei teilt der Vorstand auch den Namen, die Adresse und eine bis zu einhundert Worte lange Selbstdarstellung jeder Vereinigung von Aktionären mit, die in der vorhergehenden Hauptversammlung Stimmrechte für Aktionärinnen oder Aktionäre ausgeübt hat und die diese Mitteilung binnen einer Woche nach Einberufung der Hauptversammlung in den Unternehmensblättern vom Vorstand verlangt hat. Im Falle einer Änderung des § 125 Aktiengesetz handelt der Vorstand sinngemäß, bis eine Hauptversammlung eine Satzungsanpassung vornimmt.“

Die Satzung wird um einen neuen § 27 mit folgendem Wortlaut ergänzt:
„Wenn Mitarbeiter der Dresdner Bank AG Maßnahmen des eigenen oder fremder Unternehmen veranlassen oder unterstützen, die zur Steigerung des Profits oder des Börsenwerts massive Arbeitsplatzverluste in Kauf nehmen, werden sie fristlos entlassen, verlieren ihren Pensionsanspruch und bleiben auf Lebenszeit von allen Anstellungen und Organmitgliedschaften bei der Dresdner Bank AG ausgeschlossen. Ausgenommen bleiben Maßnahmen, die der Abwendung eines unmittelbar bevorstehenden Konkurses dienen.“


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