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Dresdner Bank Hauptversammlung 2000

Dresdner Bank soll Zyanid-Opfer entschädigen

Zur Hauptversammlung der Dresdner Bank am 19. Mai 2000 haben 28 Organisationen
und Wissenschaftler aus Ungarn die Bank aufgefordert, die Opfer der Zyanid-
katastrophe im rumänischen Baia Mare zu entschädigen. Nach ihrer Überzeugung ist
das Geldhaus mitverantwortlich für das Unglück, weil sein Tochterunternehmen
Kleinwort Benson leichtfertig das marode Goldbergwerk ,Aurul‘ finanziert hat, das im
Februar durch einen Unfall alles Leben in Ungarns zweitgrößtem Fluß Theiß auslöschte.

Zu den Unterzeichnern des
an den Vorstand der
Dresdner Bank gerichteten
Protestschreibens gehören
die ungarischen Zweige von
,World Wildlife Fund‘ und
,Friends of the Earth‘, sowie
das ,Central and East Euro-
pean Bankwatch Network‘.
In Deutschland wird ihre
Forderung unterstützt vom
Dachverband der Kritischen
Aktionärinnen und Aktionäre
sowie von der Menschen-
rechtsorganisation FIAN.

Die Organisationen befürch-
ten, die Regenerierung der
vergifteten Theiß werde Jahr-
zehnte dauern. „Die Menschen,
die entlang der Theiß wohnen

Der Kritische Aktionär Johannes Rohr fordert von der Dresdner Bank
Entschädigungen für die Opfer der Zyanid-Katastrophe an der Theiß.

und wirtschaftlich von ihr abhängig sind“, heißt es in ihrem Schreiben, „sind in eine Lage geraten, in der das Leben schwierig oder sogar unmöglich geworden ist.”

Die Organisationen befürchten, die Regenerierung der vergifteten Theiß werde Jahrzehnte dauern. „Die Menschen, die entlang der Theiß wohnen und wirtschaftlich von ihr abhängig sind“, heißt es in ihrem Schreiben, „sind in eine Lage geraten, in der das Leben schwierig oder sogar unmöglich geworden ist.”

Der Vorstand der Dresdner Bank wies in einer ersten Stellungnahme jede Verantwortung von sich. „Durch die laufenden Untersuchungen ist bisher nicht geklärt“, schrieb er an die Aktionäre, „inwieweit die Ereignisse bei der Aurul S.A. tatsächlich die Ursache für die Umweltschäden an Theiß und Donau sind.“

FIAN-Sprecher Johannes Rohr entrüstet sich, diese Position sei „an Zynismus nicht mehr zu überbieten.“ Wenn der Dammbruch bei Aurul nicht Ursache für die Katastrophe sei, müsse man „vermuten, dass abertausende Fische plötzlich Zyanidvergiftungen simulierten.“

Rohr verweist auf eine im April veröffentlichte Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP, die neun schwere Konstruktionsmängel an der Technik des Bergwerks als Auslöser der Katastrophe identifiziert. So fehlten jegliche Vorkehrungen, um eine Überfüllung des mit hochgiftigem Zyanidschlamm gefüllten Rückhaltebeckens zu verhindern. Im Januar hatten starke Niederschläge das Becken überlaufen lassen und seinen Damm auf 25 Metern Breite fortgespült. Solche Wetterbedingungen waren nach Ansicht der UNEP-Experten jedoch vorhersehbar.

„Die Dresdner Bank hat sich mit der Unterzeichnung der UNEP-Bankenerklärung zu vorausschauendem Umweltweltmanagement verpflichtet“, erinnert Henry Mathews vom Dachverband der Kritischen Aktionäre. „Die Finanzierung einer Anlage, die ohne regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen mit hochgefährlichem Sondermüll arbeitet, steht dazu in klarem Widerspruch.“


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