|
Vattenfall regiert bei HEW
Atomkraftwerke sollen bis 2020 laufen
In der Hauptversammlung der HEW am 28. Juni 2001 stand der neue Hauptaktionär, der staatliche schwedische Energiekonzern
Vattenfall, unvermeidlich im Mittelpunkt. Die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre von AIDA machten jedoch die Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Atomenergie zum Schwerpunkt
ihrer Fragen und Reden.
Vattenfall besitzt seit kurzem 71,3 Prozent der HEW-Aktien. Zwei Tage vor der Hauptversammlung hatte der schwedische Konzern den
HEW-Kleinaktionären das Angebot gemacht, ihre Aktien zu kaufen. Dies war mit der Drohnung verbunden, falls nicht verkauft würde, könnten im nächsten Jahr nach einer Änderung des Aktien- gesetzes die Aktien gegen
eine Entschädigung auch ohne Zustimmung der Aktionärinnen und Aktionäre übernommen werden.
Durch die mehrheitliche Übernahme der HEW ist die Regierung des offiziell atomkraft- freien Schweden nun mitverantwortlich für vier
Atomkraftwerke rund um Hamburg, an denen die HEW beteiligt ist. Die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre in Deutschland sind auf diese neue Situation bereits vorbereitet. Sie halten seit längerem Kontakt zu einer
schwedischen Partnerorganisation und zu Abgeordneten des schwedischen Parlaments.
Der HEW-Vorstandsvorsitzende Manfred Timm erklärte derweilen vor den Gästen der Hauptversammlung, er halte den Alleingang Deutschlands
beim Ausstieg aus der Atomenergie für einen Fehler. Auf Fragen von AIDA teilte er mit, wie lange die Hamburger Atommeiler im Rahmen des “Ausstiegs”-Konzepts der rot-grünen Bundesregierung noch am Netz bleiben
sollen: Stade bis 2003, Brunsbüttel bis 2007, Krümmel bis 2015 und der schon während der Errichtung umstrittene Meiler Brokdorf sogar bis 2020.
Wenige Stunden nach der Hauptversammlung gab HEW bekannt, dass Manfred Timm von seinem Posten zurückgetreten sei. Konflikte zwischen ihm
und der Leitung von Vattenfall über den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke wurden dabei nicht bekannt.
|