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PresseInfo zur Klage Fagan gegen UBS

Presse-Information
Köln, 29. Dezember 2003
Text aktualisiert am 09.01.04

„Interhandel-Vermögen gehört den Zwangsarbeitern“

Ăśberlebende erheben Forderungen zur Klage von Ed Fagan gegen UBS

„Das Vermögen der ehemaligen I.G. Farben Tochter Interhandel gehört moralisch
den überlebenden Zwangsarbeitern, denn sie sind die wichtigsten Gläubiger des
Konzerns“, insistiert der Ehrenpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees,
Kurt Goldstein, angesichts der geplanten Klage des US-Anwalts Ed Fagan gegen
die Schweizer Großbank UBS, deren Vorläuferin Schweizer Bankgesellschaft sich
das auf 2,2 Milliarden Euro geschätzte Interhandel-Vermögen 1967 einverleibte.

„Wenn eine Zahlungs-Verpflichtung der UBS gerichtsfest belegt werden kann“, fordert Goldstein, der selbst die Zwangsarbeit in Auschwitz und Buchenwald überlebt hat, „dann steht dieses Geld nicht den Aktionären, sondern den früheren Arbeitssklaven
der I.G. Farben zu.“

Die Schweizer Nachrichtenagentur sda und einige Tageszeitungen hatten am heutigen Montag berichtet, Fagan wolle die UBS auf eine Milliardensumme verklagen.

Geschichtslose Zocker mit perfiden Methoden

„Fagan handelt in Auftrag einiger raffgieriger I.G. Farben Aktionäre“, ärgert sich der Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionäre, Henry Mathews, und vermutet: „Im Hintergrund stehen Aktionäre wie Bolko Hoffmann und Rüdiger Beuttenmüller. Die Rolle der Ex-Liquidatoren Bernhardt und Pollehn bleibt undurchsichtig, auch wenn sie sich Anfang Januar 2004 von der Fagan-Klage distanziert haben.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Otto Bernhardt und Rechtsanwalt Volker Pollehn bildeten als Liquidatoren der Firma auch den Vorstand der Stiftung, die I.G. Farben im Jahr 2000 gegründet aber nur mit lächerlichen 256.000 Euro ausgestattet hat. Die Stiftung ist von der Insolvenz des Unternehmens am 10. November 2003 nicht betroffen.

„Die Stiftung soll Zwangsarbeiter entschädigen und die verbrecherische Geschichte der I.G. Farben aufarbeiten“, erinnert Mathews, „Bernhardt und Pollehn müssen noch beweisen, ob ihre Vorkehrungen vor der Insolvenz dazu dienen sollen, die Opfer zu entschädigen oder geschichtslosen Zockern die Taschen zu füllen.“


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