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Nachdem Krienke alle ihm ungenehmen Aktionäre ausselektiert hatte, ließ er Jäger seine Tiraden fortsetzen, weil der ja
„zur Tagesordnung“ spreche. Kritische Aktionäre unterbrach er hingegen schon nach wenigen Sätzen barsch, wenn sie in ihren Reden an den jüngst verstorbenen Auschwitz-Häftling Hans Frankenthal erinnern
wollten, der in früheren Hauptversammlungen stets für die Auflösung des Unternehmens und für gerechte Entschädigungen gestritten hatte.
Vor der Halle demonstrierten unter strenger Polizeibewachung 200 Menschen gegen den Fortbestand des Unternehmens. Die nur
etwa 50 anreisenden Aktionäre mussten sich unter Schmährufen einen Weg zum Eingang erschleichen. VVN-Sprecher Peter Gingold und Esther Bejarano vom Auschwitz-Komitee riefen wie andere Kundgebungsredner
die Ausbeutung hunderttausender Zwangsarbeiter im Dienst der I.G. Farben in Erinnerung.
In der Versammlung meldeten sich zahlreiche Kritische Aktionäre zu Wort und beantragten, die Liquidatoren und den
Aufsichtsrat nicht zu entlasten, weil sie die Auflösung der Firma weiter verschleppen und die vor einem Jahr beschlossene Entschädigungs-Stiftung noch nicht eingerichtet haben.
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