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Kritiker erzwingt Gedenkminute
Doch die Rechten konnten sich nicht feiern. Auch in diesem Jahr stand die Hauptver- sammlung ganz im Zeichen der Forderungen
nach sofortiger Auflösung und Entschädigung der Opfer. CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler-Schnura konnte die Unverbesserlichen zwingen, sich – erstmals in der Geschichte der I.G. Farben – von den
Plätzen zu erheben und der Opfer ihrer hundertausendfachen Morde zu gedenken. Der Widerwillen stand den „Liquidatoren“, Aufsichtsräten und Aktionären überdeutlich ins Gesicht geschrieben. Von
Reue und Sühne war nichts zu spüren.
Ausgestattet mit dem nötigen Aktienpaket im Nennwert von einer Million Reichsmark setzte die CBG eine Abstimmung über die Auflösung der I.G. Farben offiziell auf die Tagesordnung. Das Ergebnis der Abstimmung sprach für sich: Der Antrag wurde von der „überwältigenden“ Mehrheit der Aktionäre abgelehnt
Die Gesellschaft versuchte sich mit Finten der öffentlichen Medienkritik zu entziehen. Doch die Einrichtung der seit Jahren
angekündigten Stiftung der I.G. Farben konnte als das entlarvt werden, was sie ist: eine Scheinstiftung, ein windiger Versuch, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen.
Kein Geld für Zwangsarbeiter
Die I.G. Farben weigert sich bis zum heutigen Tag, in die Bundesstiftung zur Entschädigung der Zwangsarbeiter einzuzahlen,
hat wenige Tage vor der Hauptversammlung schnell eine eigene Stiftung gegründet, in deren Satzung die Entschädigung der Opfer keine Rolle spielt. Zudem hat sie die Stiftung mit einem lächer- lichen
Betrag von lediglich 500.000 Mark ausgestattet, deren Rendite nicht einmal die laufenden Kosten der Stiftung tragen kann. Zum Vergleich: Die „Liquidatoren“ verdienen jährlich 600.000 Mark.
Auch die Ankündigung, die Gesellschaft würde aufgelöst, entpuppte sich als pures Geschwätz, um den Medien und der
Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Weder wurde ein Beschluss zur Auflösung gefasst, noch ein verbindlicher Termin genannt.
„Für die I.G. Farben wird es keine Ruhe geben“, kündigte CBG-Vorstand Axel
Köhler-Schnura an, „denn die Aktien dieser
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