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geplante Klage gegen UBS: Zocker missbrauchen Opfer

Presse-Information
Köln, 17. November 2003

I.G. Farben Zocker missbrauchen Opfer

Kritische Aktionäre fordern unabhängige Stiftung

„Die Zocker-Aktionäre der I.G. Farben missbrauchen die Opfer des einstigen
Nazi-Konzerns, um weiterhin ihre eigenen Taschen zu füllen“, schimpft der
Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre,
Henry Mathews, in Reaktion auf den heutigen Bericht des Nachrichtenmagazins
„Der Spiegel“, wonach Aktionäre die Stiftung der Firma benutzen wollen, um bei der
schweizer GroĂźbank UBS vermeintliches Alt-Eigentum der I.G. Farben einzuklagen.

„Die Stiftung wurde auf Beschluss der Hauptversammlung 1999 gegründet, um überlebende Zwangsarbeiter zu entschädigen, aber nicht, um Aktionäre reich zu machen“, erinnert Mathews und erläutert: „Die ehemaligen Liquidatoren Otto Bernhardt und Volker Pollehn haben bei der Insolvenz der Firma in der vergangenen Woche ganz bewusst ihre Vorstandsposten in der von der Firma gegründeten Stiftung behalten, um nun skrupellosen Aktionären zu einer neuen Chance zu verhelfen.“ Die Kritischen Aktionäre fordern seit Jahren, die Leitung der Stiftung an die Zwangsarbeiter oder von ihnen benannte Vertreter zu übertragen.

„Gerade ein CDU-Bundestagsabgeordneter wie Otto Bernhardt sollte sich schämen, mit späten Nazi-Profiteuren gemeinsame Sache zu machen“, entrüstet sich Mathews in bewusster Anspielung auf jüngste Vorgänge in der CDU Bundestagsfraktion.

„Ein Mitglied der Schweizer Historiker-Kommission hat uns kürzlich bestätigt, dass die I.G. Farben keinerlei rechtliche Ansprüche auf Vermögenswerte der UBS besitzt“; berichtet Mathews. „Gleichwohl steht die UBS in einer moralischen Verpflichtung gegenüber den Opfern der ehemaligen I.G. Farben, und es ist unerträglich, dass geldgierige Zocker diesen moralischen Aspekt jetzt zu eigenen Gunsten ausnutzen wollen, um den Zwangsarbeitern dann eventuell einen kleinen Teil der Milliarden gnädig abzutreten.“


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