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Deutsche Lufthansa Hauptversammlung 2002

 

 

 

 

 

Fotografieren verboten!

Ihre Deutsche Lufthansa.

„Die Arbeitsbedingungen fĂŒr die Foto-
grafen machten leider eine vernĂŒnftige
Berichterstattung unmöglich“, ließ die
Deutsche Presse-Agentur ihre Kunden
nach Beginn der Lufthansa Hauptver-
sammlung am 19. Juni 2002 wissen.
Auch bei anderen Nachrichten-Agenturen
waren keine Bilder aus der Versammlung
zu bekommen. Alle Fotografen der großen
Agenturen hatten die Versammlung unter
Protest verlassen, bevor sie offiziell
begonnen hatte.

Anlass fĂŒr den Ärger der Journalisten war
eine weitrÀumige Absperrung vor dem
Podium, auf dem Vorstand und Aufsichtsrat
der Kranich-Airline thronten. Eine lange
Reihe von Tischen „nur fĂŒr Bankenvertreter“
und viele Meter Absperrband trennten die
hohen Herren vom gemeinen AktionÀrsvolk
– und von den Fotografen.

Auf diese radikale Art versuchten die
Lufthansa-Chefs, eine optische Bericht-
erstattung ĂŒber die Proteste zu verhindern,
die sie zu Recht erwarten mussten. Denn
seit 1999 demonstrieren Kritische Aktio-
nÀre und Mitglieder des Netzwerks ,Kein
Mensch ist illegal‘ gegen die oft brutale
Abschiebung von FlĂŒchtlingen in Lufthansa-
Flugzeugen. Sie beschrÀnken sich dabei
nicht nur auf braves Flugblatt-Verteilen vor
der Versammlungshalle, sondern machen
auch den Saal zum Forum ihrer Kritik am
Deportations-GeschÀft.

Tausende „SchĂŒblinge“ verfrachtet die
Deutsche Lufthansa jĂ€hrlich – auch in
LĂ€nder, in denen den FlĂŒchtlingen Folter
und Ermordung drohen. Mehrere TodesfÀlle
durch die brutale Abschiebepraxis des
Bundesgrenzschutzes sind dokumentiert.
Die Flugtickets bezahlen die Steuer-
zahlerinnen und Steuerzahler. Welchen
Gewinn die Lufthansa damit erwirtschaftet,
verschweigt ihr Vorstandsvorsitzender
JĂŒrgen Weber trotz vieler Nachfragen
beharrlich.

Der Protest blieb ihm jedoch nicht erspart.
WĂ€hrend seiner Rede durchbrachen
Demonstranten die AbsperrbÀnder,
entrollten ein Transparent und forderten
lautstark das Ende aller Abschiebungen in
Lufthansa-Maschinen. In den Medien hat
diese „Störung“ der Hauptversammlung
mangels Bildern nicht stattgefunden.
Vorstandschef Weber mag das als Erfolg
betrachten, aber die Pressefreiheit hat
Schaden genommen.

 

 

 

 

 

 


 

 

Alle Fotos auf dieser Seite
mit freundlicher Genehmigung
von Arbeiterfotografie Köln