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Kritik am Handelsriesen Metro

Handelsriese Metro beugt sich der Kritik

TropenwaldschĂĽtzer erringen durchschlagenden Erfolg

Als die Metro-Aktionäre am 04. Juni
2004 zur Hauptversammlung ström-
ten, wurden sie vor dem DĂĽsseldor-
fer Congress-Centrum von Robin
Wood
erwartet. Die UmweltschĂĽtzer hatten ein unĂĽbersehbares Transpa-
rent aufgespannt: „CUT & CARRY:
Metro handelt mit Regenwald-Papier“.
Mit dabei war auch ein grimmiger
Orang Utan, der den Anreisenden
Flugblätter in die Hände drückte mit
dem Appell, seinen Wald zu retten.

Der Grund fĂĽr die Proteste: Metro
verkaufte Papier, in dem Zellstoff
aus tropischen Naturwäldern steckt.
Das belegt eine Laboranalyse des
Papiers, die Robin Wood in Auftrag
gegeben hatte. Bei dem beanstan-
deten Produkt handelt es sich um
Kopierpapier der Marke Sigma
Universal, das in den zur Metro-
Gruppe gehörenden Real-Märkten
angeboten wird. Laut Faseranalyse,  

Mit phantasievollen Aktionen vor und ĂĽberzeugenden Reden
in der Metro Hauptversammlung errangen Kritische Aktionäre
von der Umweltschutzorganisation Robin Wood 2004 einen
Erfolg für den Schutz tropischer Regenwälder.

die ein renommiertes Forschungsinstitut in den USA vorgenommen hat, enthält das
Produkt ,mixed tropical hardwood’. „Die Metro ist einer der einflussreichsten Handels-
konzerne und steht in der Verantwortung, nicht zur Zerstörung der letzten Regenwälder
beizutragen“, sagt Jens Wieting, Tropenwaldreferent bei Robin Wood. „Wir fordern den
Vorstand auf, öffentlich und verbindlich zu erklären, dass die Metro Gruppe aus dem
Handel mit Produkten aus Urwaldzerstörung aussteigt.“

Insbesondere solle die Metro ihre Handelsbeziehungen zu dem als Regenwaldzerstörer
berüchtigten Konzern Asia Pulp & Paper (APP) abbrechen. Galeria Kaufhof – ebenfalls
zum Metro-Konzern gehörend – bietet beispielsweise Papier der Marke Sinar Spectra
von APP an. Produziert wurde es in der Zellstoff-Fabrik Indah Kiat auf der indonesi-
schen Insel Sumatra.

Allein der Konzern APP hat bisher rund 300.000 Hektar Regenwald auf Sumatra
vernichtet. Das entspricht einer Fläche, die größer ist als die des Saarlands. Proteste
der Bevölkerung gegen die Vertreibung von ihrem Land hat APP mehrfach mit Gewalt
niederschlagen lassen. Alle Versuche von indonesischen Umweltorganisationen,
zumindest die wertvollsten Wälder vor der Zerstörung durch APP zu bewahren,
scheiterten bislang. Selbst Schutzgebiete sind nicht vor den Holzfällertrupps sicher.

Nur zwei Monate nach den Protesten beugte sich der Handelsriese dem Druck und
beendete die Geschäftsbeziehungen mit APP. Die Metro Group habe zunächst die
Forderungen von Robin Wood geprĂĽft und dann APP um Stellungnahme gebeten,
schrieb die Umweltmanagerin des Konzerns im August 2004 an die UmweltschĂĽtzer.

„Den Dialog mit APP hat die Metro Group zum Anlass genommen, von allen ihren
Papierlieferanten den schriftlichen Nachweis zu verlangen, dass die verwendeten
Rohstoffe nicht aus schutzwürdigen Waldgebieten stammen“, heißt es in dem
Schreiben. „Dieser schriftliche Herkunftsnachweis ist in Zukunft Voraussetzung der
Lieferanten zur Teilnahme an Papierausschreibungen. APP hat den Nachweis nicht
geliefert.“

„Die Entscheidung der Metro wird international Wellen schlagen“, triumphiert Peter
Gerhardt vom Robin Wood Tropenwaldreferat. „Sie zeigt Investoren und Industrie
weltweit, dass Unternehmen sich um ihr Image sorgen müssen, wenn sie Geschäfte
auf Kosten des Regenwalds machen.“