Home
Aktuelles
Konzernkritik
Kampagnen
Mitglieder
Jahresberichte
Stimmrechte
Termine
Links
Volltext-Suche
Kontakt
HintergrĂŒnde zur NA Hauptversammlung 2002

Norddeutsche Affinerie profitiert
von der Ausbeutung Indonesiens

Die Norddeutsche Affinerie (NA) bezog im GeschÀftsjahr 2001 14 Prozent ihres Kupfers
aus Indonesien. Damit war Indonesien das drittwichtigste Lieferland. Umweltstandards,
die am Firmensitz der Minenbetriebe gesetzlich gefordert sind, werden in Indonesien
vielfach nicht eingehalten. Zudem sind schwere Menschenrechtsverletzungen bis hin zum
Mord an Regierungsgegnern noch immer an der Tagesordnung, wobei Verbindungen

zwischen den beteiligten Behörden und den örtlichen Firmenleitungen vielfach nachweisbar sind.

In Indonesien gibt es zwei Kupferminen: Batu Hijau
auf Sumbawa (östlich von Java) und die Grasberg
Mine in West-Papua.

Batu Hijau auf Sumbawa

In Hijau werden Kupfer und Gold gefördert. Die Mine wurde im vierten Quartal 1999 in Betrieb genommen. TĂ€glich werden dort 120.000 Tonnen giftiger Erz- rĂŒckstĂ€nde (Tailings) in die Senunu Bay eingeleitet, wo sie am Meeresgrund in einem benachbarten Tiefseegraben deponiert werden sollen (Submarine Tailings- Placement, STP). Die Tailings enthalten Schwermetalle, Arsen und Kupfer.

Im Gegensatz zu den Behauptungen der Betreiber kann nicht sichergestellt werden, dass sie gĂ€nzlich in den Graben absinken und ungefĂ€hrlich bleiben, vielmehr sind schwerwiegende UmweltschĂ€den zu befĂŒrchten. In den USA (wo Newmont, der Betreiber der Mine, seinen Firmensitz hat) und in Kanada ist die "Entsorgung" von ErzrĂŒckstĂ€nden auf dem Meeres- grund deshalb verboten. Wissenschaftler und Nichtregierungsorganisationen setzten sich fĂŒr ein weltweites Verbot ein.

Die Grasberg Mine in West-Papua

Die Grasberg Mine liegt in West-Papua, das seit 1963 von Indonesien besetzt ist. Schwere Mensche- nrechtsverletzungen seitens indonesischer Behörden und des MilitĂ€rs reißen seither nicht ab.

Die Grasberg Mine leitet tĂ€glich 285.000 Tonnen giftiger ErzrĂŒckstĂ€nde in die FlĂŒsse der Umgebung ein. (Vergleich: OK-Tedi = 80.000 Tonnen). In allen entwickelten LĂ€ndern, die ĂŒber nennenswerte Erzvorkommen verfĂŒgen, ist diese Art der Tailing- Entsorgung verboten. Mindestens 130 Quadrat- kilometer tropischer Regenwalds sind irreparabel zerstört.

Die Grasberg Mine ist aber auch dafĂŒr bekannt, dass von Gewinn und Umsatz fast nichts bei der lokalen Bevölkerung ankommt, und auch kaum EntschĂ€di- gungen gezahlt wurden. Im Gegenteil, es kam seitens des indonesichen MilitĂ€rs – vielfach auf kaum verhohlene Anstiftung durch die Minenbetreiber –
zu schweren Menschenrechtsverletzungen bis hin
zum offenen Terror. So allein wurden 1995 37 Papua ermordet.

In den letzten Jahren wurden einigen kosmetischen Korrekturen vorgenommen: An der Praxis der Tailing- “Entsorgung" Ă€nderte sich nichts. DafĂŒr wurden an Teile der Bevölkerung Kompensationen gezahlt, wobei offensichtlich das Prinzip "Teile und Herrsche" im Vordergrund stand und sicherlich nicht der Wille
zu echter Wiedergutmachung.

Aktuelle Menschenrechtsverletzungen
in Indonesien

Auch das Abtreten Suhartos von der politischen BĂŒhne hatte ĂŒberwiegend kosmetische Effekte. Nach wie vor kommt es zu schweren Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Mord. Im November 2001 wurde der PrĂ€sident des Papua Rates Theys Eluay von Angehö- rigen einer Sondereinheit des indonesischen MilitĂ€rs ermordet. Weitere Menschenrecht- und Umwelt- aktivisten stehen auf Todeslisten.

Was hat die Norddeutsche Affinerie
damit zu tun?

AntrÀge der Kritischen Aktio-
nÀrinnen und AktionÀre zur
NA-Hauptversammlung 2002:

zum Tagesordnungspunkt 2:

Die NA bildet eine RĂŒcklage von zwei
Prozent des Bilanzgewinns mit dem
Zweck, ökologischen und sozialen
SchÀden abzuhelfen in den Bergbau-
gebieten, in denen das der NA
gelieferte Erzkonzentrat nicht umwelt-
und sozialvertrÀglich gewonnen wird.
Der Vorstand legt der nÀchsten
Hauptversammlung eine Analyse aller
liefernden Minen und einen Vorschlag
vor, wie die RĂŒcklage verwendet
werden soll.

BegrĂŒndung:

Die NA bezieht Erzkonzentrat- Liefe-
rungen aus mehreren LĂ€ndern, in denen
– wie bei der Ok Tedi Mine in Papua
Neuguinea – UmweltschĂ€den und
darĂŒber hinaus schwere Menschen-
rechtsverletzungen bekannt sind.
Damit auf dieser Seite der Wert-
schöpfungskette das Unternehmensziel
‚Spitzenposition im Umweltschutz‘
erreicht wird, muss die NA Verant-
wortung ĂŒbernehmen oder die
GeschÀftsbeziehungen zu Lieferanten
abbrechen, die nicht nachhaltig
wirtschaften.“

zum Tagesordnungspunkt 3:

Den Mitgliedern des Vorstands
wird die Entlastung verweigert.

BegrĂŒndung:

Der Vorstand hat die NA an Lieferanten
gebunden, die bekannt sind fĂŒr ihre
besonders umwelt- und sozialschÀd-
liche Produktionsweise. Er importiert
seit zwei Jahren zunehmend Erzkonzen-
trate aus Indonesien. Dort wird in den
Kupferminen Grasberg (Freeport) und
Hijau (Newmont) die Umwelt massiv
zerstört. Proteste der Bevölkerung
wurden durch staatliche Organe auch
im Jahr 2001 bis hin zum Mord unter-
drĂŒckt. Der Vorstand geht damit das
Risiko ein, das Unternehmensziel
Umweltschutz zu verfehlen und mit
seinen Lieferanten in schlechten Ruf
zu geraten

zum Tagesordnungspunkt 4:

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats
wird die Entlastung verweigert.

BegrĂŒndung:

Der Aufsichtsrat hat das Vorgehen des
Vorstands bei der Auswahl der Liefe-
ranten von Erzkonzentrat nicht kritisch
geprĂŒft und nicht an den veröffentlichten
Unternehmenszielen der NA gemessen.
Er ignoriert die im Internet unter
www.kritischeaktionaere.de
dokumentierten Fakten.“

Alle, die am KupfergeschĂ€ft verdienen, tragen Mitverantwortung fĂŒr die Bedingungen,
unter denen Kupfererz gefördert wird. Die Manager der Norddeutsche Affinerie setzten
sich mit dieser Verantwortung erst auseinander, seit sie öffentlich – nicht zuletzt in den
Hauptversammlungen – damit konfrontiert werden. Ihre Auseinandersetzung ist aber
noch immer oberflÀchlich und auf Kosmetik bedacht. Dies zeigen erneut ihre Antworten
auf die GegenantrÀge der Kritischen AktionÀrinnen und AktionÀre.

 

Quellen und weiterfĂŒhrende Links:

www.na-ag.com
www.mpi.org.au
www.newmont.com/operations/indonesia.h

www.mpi.org.au/rr/docs/std_and_cetaceans.pdf
www.mpi.org.au/std/std_newscientist.html
www.moles.org/ProjectUnderground/motherlode/freeport/tenrisks.html

Watch Indonesia !!!!!