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Im Gegenteil: Sie versuchen auch im Sozialdumping eine Spitzenposition einzuneh- men. Viele der AktionärInnen, die im Vertrauen auf Ihre
Zusage Aktien gekauft haben, hatten nur Wochen später die Kündigung auf dem Tisch, weil ihr Arbeitsplatz ausge- lagert wurde. Diese Beschäftigten, wie viele andere, würden heute keine einzige Ihrer Aktien mehr
kaufen.
Fast 30 Prozent Lohnkürzung
Die Einkommen der befristet Beschäftigten wurde Anfang 2001 um bis zu 29,9 Prozent gekürzt. Stellen Sie sich vor, Sie würden bei einem
Gehalt von cirka 3.000 Mark monatlich noch auf bis zu 500 Mark verzichten müssen. Der Wert dieser Maßnahme gehe in die Millionen, feierten Sie dieses Ergebnis. Im Geschäftsbericht heißt das: "Mit modernen
Entlohnungssystemen honorieren wir persönlichen Einsatz, gute Leistung und innovative Ideen unserer Mitarbeiter". Das grenzt an Verhöhnung der Beschäftigten!
Zugesagt haben Sie, den Anteil der befristet Beschäftigten 2001 auf sechs Prozent im Durchschnitt zu senken.
Doch die Einhaltung dieser Zusage wird verschleppt. Beschäftigte, die ihr Recht wahrnehmen, ihre Besitzstände juristisch feststellen zu lassen, werden abgestraft. In vielen Niederlassungen wird die Entfristung dann gestoppt.
Die Leistungsanforderungen dagegen steigern Sie ohne Rücksicht auf die Gesundheit und das Engagement der Beschäftigten. Allein in der
Briefzustellung wurden im vergangenen Jahr mehr als 176.400 statt vorher 167.700 Zustellungen bearbeitet. Und das mit weniger Beschäftigten.
Stellen können nicht mehr besetzt werden, hohe Fluktuation und Frühverrentung sprechen eine deutliche Sprache über die Konsequenzen.
Filialschießungen, die Ausweitung ungeschützter Beschäftigung bei Tochterunter- nehmen wie Mc Paper gilt, Lohnsenkung gehen an die
Substanz der Menschen. Erstklassige Dienstleistungen, wie sie die Zukunft des Unternehmens erfordert, sind mit Beschäftigten, die beim Einkommen und Bedingungen zu Beschäftigten zweiter Klasse gemacht werden
nicht zu erbringen!
Das ist auch ein Ergebnis Ihrer ruinösen Geschäftspolitik. Sie gefährden damit auch die Sicherstellung der Leistung. Sie gefährden
damit auch die Zukunft des Unternehmens.
Auch die Verletzung der Informations- und Mitbestimmungsrechte des Gesamtbetriebs- rats und der Jugendvertretung gehört leider immer mehr
zum Bestandteil Ihrer tagtäglichen Geschäftspolitik. Da werden umfassende weitere Umorganisationen des Unternehmens von Ihnen öffentlich gemacht, ohne den Gesamtbetriebsrat vorher zu unterrichten. Auch bei der
geplanten Verkürzung der Ausbildungszeit auf zweieinhalb Jahre umgehen Sie die Rechte der Gesamt- Jugend- und Ausbildungsvertretung.
Politikstil nach Gutsherrenart, statt sozialer Demokratie
Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Postkutschen, Herr Zumwinkel Und so wie diese sollte ein solches Verhältnis zu sozialer Demokratie
der Vergangenheit angehören. Auch wir als Aktionäre erklären. Wir wollen die Wiederbelebung eines solchen Politikstils nicht, auch nicht in seiner modernen Fassung als Ausrichtung an kurzfristigen
Shareholder-Interessen.
Sehr geehrte Damen und Herren. Deshalb stellt der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre heute die Anträge auf
Verweigerung der Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Wir wollen damit deutlich machen, dass wir auch als AktionärInnen die Auseinandersetzungen der Gewerkschaft und des Gesamtbetriebs- rats
unterstützen.
Auch den Vertreter der Bundesregierung fordere ich dazu auf. Sie können damit ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit setzen. Nehmen Sie
die Chance wahr.
Gemeinsam mit den VertreterInnen Ihrer Regierungsparteien habe ich als Abgeordnete der PDS letzte Woche im Wirtschaftsausschuss des
Bundestags für die Verlängerung des Postmonopols gestimmt. Nicht damit sie vom Vorstand den Wettlauf der Bessessenen um das Sozialdumping und Entlassungen, gesetzlich geschützt forcieren können, im Gegenteil. Dies
war ein Schritt zum Schutz sozialer und demokratischer Errungenschaften.
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