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Hauptversammlung der Deutschen Post AG 2003

Deutsche Post AG im Spiegel der Medien

„Hauptversammlung der Post – Aktionären winkt höhere Dividende“, meldete die
Deutsche Presseagentur (dpa) am Morgen des 05. Juni 2003 und fuhr weiter unten
fort: „Überschattet werden könnte die Aktionärsversammlung in der Kölnarena von
den Vorwürfen des Dachverbands der Kritischen Aktionäre, die dem Konzern Stellenabbau, Schließung von Filialen und Lohndumping vorwerfen.“

Am Nachmittag titelte die dpa dann „Post-Chef Zumwinkel erwartet für 2003 höheren
Milliarden-Gewinn“, und schloss die Meldung mit der zutreffenden Feststellung:
„Der Dachverband (...) warf der Post-Führung und Zumwinkel eine ‚unsoziale
Kahlschlagpolitik’ mit Verschlechterung des Kundenservice, Vernichtung von
Arbeitsplätzen, Überbelastung der eigenen Mitarbeiter und Lohndumping vor.“

Einen Tag später berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter dem Titel
„Aufschwung für die ‚Langweiler-Aktie’“ unter anderem: „Kritik gab es in der langen
Aktionärsdebatte vom Dachverband der Kritischen Aktionäre, der vor allem den
in den vergangenen Jahren erfolgten Arbeitsplatzabbau rügte.“

Gleichzeitig schrieb der Kölner Stadtanzeiger: „Rund 30.000 Briefkästen will die
Post aus Kostengründen abbauen. ,Das ist doch, als würde ein Bäcker seine
Brötchen vor den Kunden verstecken’, sagte ein Kleinaktionär erbost.“ – Der
vermeintliche Kleinaktionär war der Sprecher des Dachverbands, der wie in
den Vorjahren viele hundert Belegschaftsaktionäre der Post AG vertrat.


Gegenanträge des Dachverbands

Zur Hauptversammlung der Deutschen Post AG am 05. Juni 2003 beantragte
der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre:

Den Mitgliedern des Vorstands wird die Entlastung verweigert. (TOP 3)

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird die Entlastung verweigert. (TOP 4)

Ein Aktienoptionsplan, der nur zur Bereicherung der Führungskräfte dient,
wird abgelehnt. (TOP 7)

BegrĂĽndung:

„Der Vorstand und die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Post betreiben Lohn-Dumping und senken die Motivation aller Beschäftigten auf einen Tiefpunkt. Sie haben die Arbeitsbedingungen vieler Menschen im Konzern unerträglich verschlechtert.

Dazu ein Beispiel: Die Beschäftigten in den Filialen der Deutschen Post verdienen heute im Durchschnitt nur noch 22.000,- Euro im Jahr, obwohl es vor kurzem noch 34.000,- Euro waren. – Für die gleiche Arbeit!

Diese dramatische Verschlechterung musste der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel in der Hauptversammlung 2002 nach Fragen von Kritischen Aktionären eingestehen.

Das Lohndumping um mehr als 35 Prozent ist das Ergebnis mehrfacher Umstrukturierungen, die der Vorstand mit genau diesem Ziel durchgefĂĽhrt hat. Die Vorstandsmitglieder haben fĂĽr diese soziale Ungerechtigkeit keine Entlastung verdient!

Seit der Teilprivatisierung der Deutschen Post hat der Vorstand – mit Duldung durch den Hauptaktionär Bundesrepublik Deutschland – tausende Arbeitsplätze vernichtet und setzt diese so genannte Personalanpassung weiterhin fort. Die Folge ist ein enorm gesteigerter Leistungsdruck für die verbliebenen Beschäftigten, der auch die Servicequalität des Unternehmens erheblich beeinträchtigt.

Frauen sind bei der Deutschen Post weiterhin benachteiligt. Dies belegen Antworten des Vorstands auf kritische Fragen nach seiner praktischen Gleichstellungspolitik. Demnach sind (Stand 2001) zwar 48,6 Prozent der Gesamtbelegschaft, aber nur 20,3 Prozent der Führungskräfte und sogar nur fünf Prozent der Topmanager weiblich.

Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat decken diese sozialen Ungerechtigkeiten. DafĂĽr dĂĽrfen sie ebenfalls nicht entlastet werden.

Aus den gleichen Gründen kann auch nicht geduldet werden, dass der vorgeschlagene Aktienoptionsplan 2003 nur den Führungskräften zu Gute kommt. Notwenig ist eine sozial gerechte Bezahlung für ALLE Beschäftigten im Konzern Deutsche Post.

Der Vorstand und die Kapitalvertreter zeigen sich jedoch ignorant gegenüber diesen Forderungen, obwohl diese im vergangenen Jahr von mehr als 1.500 Aktionärinnen und Aktionären unterstützt wurden, die dazu die Stimmrechte ihrer Aktien an den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre übertragen haben.“