16 Prozent für kostendeckende Vergütung von Öko-Strom bei RWE
Zehn kommunale RWE-Aktionäre unterstützten Antrag
Für eine kostendeckende Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wurden in der RWE-Hauptversammlung am 11. Dezember 1997
in Essen aufsehen- erregende 16
Prozent der Stimmen abgegeben. Zehn kommunale Aktionäre hatten sich gegen den Willen des RWE-Vorstands für einen Satzungsänderungs-Antrag des Kreises Mettmann entschieden, der vom Dachverband der Kritischen Aktionäre initiiert worden war. Üblicherweise fallen Entscheidungen in deutschen Hauptversammlungen mit mehr als 99 Prozent der Stimmen.
Exakt 15,89 Prozent der gültigen Stimmen entfielen auf den Mettmanner Antrag der verlangte, RWE solle die “Stromerzeugung aus
Sonnenenergie, Windkraft,
Wasserkraft und Biomasse sowie aus Kraft-Wärme-Kopplung durch Einspeise- vergütungen, die den Einspeisern eine elektrizitätswirtschaftlich rationelle Betriebsführung durch eine kostendeckende Vergütung ermöglichen”, fördern.
Als “geschichtsträchtigen Erfolg” feierte der Geschäftsführer des Dachverbands, Henry Mathews, das 16-Prozent-Ergebnis: “Erstmals hat
ein ökologisch motivierter Antrag in einer deutschen Hauptversammlung ein zweistelliges Abstimmungsergebnis erzielt.”
Auf Initiative der Grünen Fraktionen hatten sich neben dem antragstellenden Kreis Mettmann auch die Räte von neun weiteren kommunalen
RWE-Aktionären
entschlossen, Ihre Mehrfachstimmrechte für die Einführung der kostendeckenden Vergütung abzugeben. Vom Kreis Aachen, vom Oberbergischen Kreis, vom Landschaftsverband Rheinland sowie von den Städten Hürth, Siegen, Solingen, Mülheim und Gladbeck lagen entsprechende Beschlüsse vor.
In der Hauptversammlung wetterten Vertreterinnen und Vertreter vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, vom Aachener
Solarenergie-Förderverein, vom Grünen Landesverband NRW und andere Kritische Aktionäre auch gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke des RWE-Konzerns und gegen den geplanten Braunkohle- Tagebau Garzweiler II.
Demgegenüber nahm Vorstandschef Dietmar Kuhnt für sein Unternehmen in Anspruch, nachhaltig und ressoucenschonend zu wirtschaften.
Den Atomreaktor in Mülheim-Kärlich nannte er “das modernste Kernkraftwerk des RWE.”
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