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150 Jahre Siemens sind kein Grund zum Feiern!
FĂŒr die sofortige EntschĂ€digung aller ehemaligen
Zwangsarbeiter des Siemens-Konzerns und fĂŒr die sofortige SchlieĂung aller atomtechnischen Betriebe des Unternehmens setzen sich Kritische AktionĂ€re,
Atomkraftgegner, antifaschistische Organisationen und HinterbliebenenverbÀnde ein. Vor und in der Siemens Hauptversammlung am Donnerstag im Berliner ICC werden sie Ihren Forderungen mit
Protesten und GegenantrÀgen Nachdruck verleihen.
"Siemens muĂ sich der Verantwortung aus der
Ausbeutung von zehntausenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern stellen und sofort EntschÀdigun- gen zahlen", verlangte die Sprecherin des ,Aktions-
bĂŒndnis 150 Jahre Siemens', Christine Krause am Dienstag vor der Presse in Berlin. Siemens habe wĂ€hrend der NS-Zeit mehr als ein Drittel der Beleg-
schaft aus Kriegsgefangenen, zwangsverpflichteten Fremdarbeitern, jĂŒdischen und nichtjĂŒdischen Zwangs- arbeitern und KZ-HĂ€ftlingen rekrutiert, von denen viele
verhungert oder "durch Arbeit vernichtet" worden seien. Nur auf massiven Druck habe Siemens zwei Jahr- zehnte spĂ€ter geringe Summen an gut 2.000 Ăber- lebende gezahlt.
Henry Mathews vom ,Dachverband der Kritischen
AktionÀrinnen und AktionÀre' betonte: "Rund 100 KleinaktionÀrinnen und KleinaktionÀre haben uns beauftragt, mit den Stimmen ihrer Siemens-Aktien im Wert von 1,9 Millionen Mark gegen
die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu stimmen, solange er an den AtomgeschĂ€ften des Konzerns festhĂ€lt und EntschĂ€digungen fĂŒr die Zwangsarbeiterinnen und
Zwangsarbeiter verweigert. Und mit dem gleichen Auftrag vertreten wir eine Siemens-AktionÀrin, deren Aktienpaket mehr als 17 Millionen Mark schwer ist."
Siemens baut derzeit an Atomreaktoren im baye-
rischen Garching, im slowakischen Mochovce und im russischen Sosnovy Bor. Bis zum Jahr 2000 will der Konzern eine Baugenehmigung fĂŒr den ersten Reaktor des neuen Typs EPR durchsetzen.
(Presse-Information des Dach- verbands vom 11. Februar 1997)
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