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Siemens Hauptversammlung 2001

Siemens bleibt ein Atomkonzern

Jegliche Kritik glitt an Heinrich von Pierer ab wie das letzte Meerwasser an einem
frisch gefangenen Aal. Erst gegen Ende der achtstĂŒndigen Siemens Hauptversamm-
lung am 22. Februar 2001 zeigte der Konzernchef Nerven. „Ihre Fragen waren noch nie
von GeistesschĂ€rfe gezeichnet“, schimpfte er einem Kritischen AktionĂ€r hinterher, der
drei mal binnen weniger Stunden die gleiche Frage gestellt hatte. Die Antwort auf die
vermeintlich geistlose Frage blieb Pierer bis zuletzt schuldig. Offensichtlich wollte er
nicht erklÀren, was Siemens sich davon verspricht, auf eigene Kosten vier hochkarÀtige
Angestellte an die Erlanger Stadtverwaltung auszuleihen.

Drei Kritiker griffen Pierer vor allem wegen
des fortgesetzten Baus von Atomkraftwerken
an und warfen ihm die in Russland geplante
Errichtung eines Meilers vom neuen EPR-Typ
vor. „Ich selbst habe den Russen die Betei-
ligung am EPR-Programm empfohlen,“ rĂŒhmte
sich Pierer. Dennoch gebe es erst „allererste
Sondierungen“ fĂŒr den Bau des Reaktors

Sein GeschÀft mit der Risikotechnologie hat
Siemens inzwischen ausgegliedert. „Ein Atom-
konzern ist ein Atomkonzern, und der Siemens-
Konzern bleibt ein Atomkonzern – auch nach-
dem er sein NukleargeschÀft mit dem der
französischen Framatome zusammengelegt
hat und am neuen Unternehmen nur noch als
Juniorpartner beteiligt ist“, stellte Dachver-
bands-Sprecher Henry Mathews klar.

Durch die Fusion des deutschen mit dem fran-
zösischen Atomtechnik-Monopolisten entstand
Anfang 2001 die weltgrĂ¶ĂŸte Firma fĂŒr Neubau
und LaufzeitverlÀngerung von Atomkraftwerken.
Siemens besitzt 34 Prozent der ,Framatome
Advanced Nuclear Power‘ (ANP).

 

 

 

 

Eduard Bernhard vom Bundesverband BĂŒrgerinitiativen
Umweltschutz (BBU)
kÀmpft seit fast zwei Jahrzehnten
als Kritischer AktionĂ€r gegen Atomkraftwerke – bei
Siemens, RWE, E.ON und anderen deutschen Atom-
firmen. 
(Foto: Arbeiterfotografie Köln)