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Aufruf zum Siemens-Boykott 1993

30. November 1993 – Aufruf:

Bis zum Ausstieg aus dem AtomgeschÀft:
Siemens-Boykott – jetzt!

Schaffen wir wirtschaftliche GrĂŒnde fĂŒr einen Ausstieg aus der Atom-Energie: Kaufen wir keine Produkte des Atom-Konzerns Siemens mehr, bis er seine Atom-GeschĂ€fte unwiderruflich eingestellt hat. FĂŒr die Zukunft brauchen wir umwelt- und sozialver-
trÀgliche Energiesysteme.

Die Atomenergie bedroht Leben und Gesundheit, gefĂ€hrdet heutige und kĂŒnftige Generationen. ReaktorunfĂ€lle wie der Super-GAU von Tschernobyl können jederzeit wieder unsere Umwelt verstrahlen. Radioaktive Verseuchung verursacht Immun-
schwÀche, ErbschÀden und Krebstod. Aber schon der 'Normal'betrieb von Atom-

anlagen defÀhrdet Menschenleben. In ihrer
Umgebung und in den Uran-Abbaugebieten
sterben mehr Kinder an LeukÀmie, als
anderswo. AlltĂ€gliche Mini-Katastrophen –
als „StörfĂ€lle“ verharmlost – fordern ihre Opfer
unter den BeschÀftigten der Atomanlagen.
Auf Straßen und Schienen werden radioaktive
Brennstoffe und AbfÀlle unbemerkt durch dicht
besiedelte Gebiete transportiert. Sichere
Endlager fĂŒr den AtommĂŒll gibt es nicht.
Aber er wird noch Jahrtausende lang
strahlen – todsicher!

Mitverantwortlich fĂŒr diese Gefahren ist der
Siemens-Konzern. Er war direkt oder ĂŒber
seine Tochter Kraftwerke Union (KWU) betei-
ligt an der Errichtung aller Atomkraftwerke, die
in den alten BundeslÀndern betrieben werden.
Im skandalumwitterten Brennelemente-Werk
Hanau verarbeitet Siemens Uran und das

Ultragift Plutonium zu den besonders gefĂ€hrlichen ,MOX-Brennelementen‘. Siemens besitzt das Monopol fĂŒr die Brennelemente-Produktion in der Bundesrepublik.

Aber der Konzern spielt nicht nur die zentrale Rolle in der deutschen Atomwirtschaft, sondern exportiert Atomtechnologie auch in die sogenannte Dritte Welt und in politisch unsichere Staaten. Die Laufzeit alter unsicherer Atomkraftwerke in den ehemaligen Ostblock-Staaten will Siemens durch technische Nach,besserungen‘ verlĂ€ngern. Gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Framatome entwickelt Siemens den ,EuropĂ€ischen Druckwasser-Reaktor‘, der die gefĂ€hrliche Nutzung der Atomenergie auch nach der Jahrtausendwende fortsetzen soll.

Wir fordern vom Siemens-Konzern, das AtomgeschĂ€ft aufzugeben und alle seine Atombetriebe zu schließen. Siemens darf weder neue Atomkraftwerke planen, entwickeln oder bauen, noch die Laufzeit bestehender Atomanlagen verlĂ€ngern.

Wir fordern, jede Verarbeitung von
Uran und Plutonium zu beenden.
Die BeschÀftigten der betroffenen Unternehmensbereiche sollen umwelt-
vertrÀgliche zukunftssichere Arbeits-
plĂ€tze erhalten. Siemens steht dafĂŒr
in besonderer Verantwortung.

Bis diese Forderungen erfĂŒllt sind,
rufen wir dazu auf, keine Produkte des
Siemens-Konzerns zu kaufen: Boykot-
tieren wir Medizintechnik, Haushalts-
gerÀte, Audio- und Videosysteme,
Beleuchtungskörper, Telefonanlagen,
Computer und andere Erzeugnisse
vom Stammhaus Siemens und seinen Tochterfirmen – darunter Osram und Siemens-Nixdorf. Das AtomgeschĂ€ft betrug 1991/92 zweieinhalb Prozent

KWU & TOT BIST DU – Mit drastischen Worten demonstrierten
Atomkraftgegner und Kritische AktionÀre vor der Siemens Haupt-
versammlung 1995.  (Foto: Henry Mathews)

vom Umsatz des gesamten Konzerns. Senken wir den Siemens-Umsatz in Àhnlicher
Höhe. Zwingen wir Siemens, die Atombetriebe stillzulegen und in zukunftsweisende
Techniken zu investieren. Verzichten wir deshalb auf Siemens-Produkte – so lange
wie nötig und so konsequent wie möglich. Und informieren wir die Konzernleitung
in 80312 MĂŒnchen, Wittelsbacherplatz 2, FAX 089-234-4242 ĂŒber jede einzelne
Kaufentscheidung gegen einen Siemens-Artikel. Gehen wir diesen wichtigen
Schritt fĂŒr die weltweit nötige Energie-Wende!