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Krankenstand 8,4 %
Deutsche Telekom übertreibt die “Personalanpassung”
Schwerpunkt der Kritik des Dachverbands am Vorstand der Deutschen Telekom war auch im Jahr 2000 die Vernichtung von Arbeitsplätzen. “Ihre
völlig überzogenen Stellenstreichungen haben die Beschäftigten unter einen enormen Leistungsdruck gesetzt”, erklärte Dachverbands-Sprecher Henry Mathews als Vertreter von fast 400 Kleinaktionärinnen und Aktionären
des Konzerns.
Dies führe zu unerträglich vielen Erkrankungen in der Belegschaft, so Mathews weiter. Der Krankenstand bei der Telekom sei von 6,9
Prozent im Jahr 1998 auf 8,4 Prozent in 1999 gestiegen. Dabei habe sich der Anteil der psychischen und psychosomatischen Erkrankungen besonders erhöht. “Das ist ein klares Zeichen für Stress am Arbeitsplatz”,
stellte Mathews fest.
Vorstandschef Ron Sommer wand sich bei seiner Antwort auf Mathews‘ Frage nach dem Krankenstand im Jahr 2000. Es seien 5,4 Prozent
gewesen, sagte er zuerst, allerdings ohne Langzeit-Erkrankungen, das seien noch mal drei Prozent – insgesamt also das Vorjahresniveau. Für Sommer sind die Stellenstreichungen trotzdem nur Folge einer “normalen
Umstrukturierung.”
Aktienoptionen für Topmanager verschärfen die soziale Schieflage
Wie bereits durch einen Gegenantrag des Dachverbands angekündigt, griff Mathews scharf die geplante Erhöhung der Tantiemen für den
Aufsichtsrat an. “Angesichts der beispiellosen Arbeitsplatzvernichtung wäre eine Steigerung der Aufsichtsrats- vergütungen sozial unausgewogen”, rief er unter dem Applaus zahlreicher Aktionäre. “Die Mitglieder des
Aufsichtsrats sollten ihrer Verantwortung gegenüber der Belegschaft gerecht werden, bevor sie die Erhöhung ihrer Bezüge beantragen.”
Auch gegen ein vorgesehenes Aktienoptionsprogramm für die Führungskräfte votierte der Kritische Aktionär: “Der Gewinn des Unternehmens
wird von allen Beschäftigten erarbeitet. Ein Aktienoptionsplan, der nur den Vorstand und das höhere Management begünstigt, muß wegen seiner sozialen Schieflage abgelehnt werden.”
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