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Deutsche Telekom Hauptversammlung 2002

Telekom-Vorstand erlebt
sein Waterloo in der KölnArena

10.000 Jobs pro Jahr auf der Streichliste

Die Halle tobte. Die Aktion√§re hielt es kaum auf ihren Sitzen in der proppevollen K√∂lnArena. Pfiffe und Buhrufe aus tausend Kehlen unterbrachen immer wieder den Bericht des Vorstands. Ron Sommer sah sich √§ngstlich nach seinen Saalsch√ľtzern um. Die r√ľckten vor dem Podium enger zusammen. Diese Hauptversammlung der Deutschen Telekom am 28. Mai 2002 war ein Hexenkessel.

Redner der ,Deutschen Schutzvereinigung f√ľr Wertpapierbesitz‚Äė und der ,Schutzgemeinschaft der Kleinaktion√§re‚Äė heizten die Stimmung weiter an. Der Konzernverlust von 3,5 Milliarden Euro und die K√ľrzung der Dividende um 40 Prozent waren gutes Futter f√ľr ihre Angriffe auf Vorstand und Aufsichtsrat. Danach standen viele Kleinanleger stundenlang Schlange, um ihnen Stimmrechte zu √ľbertragen.

Kundenorientierung fehlt

Andere Schwerpunkte setzte der Vertreter des Dachverbands der Kritischen Aktion√§rinnen und Aktion√§re, Henry Mathews, als er Stunden sp√§ter ans Mikrofon treten durfte. ‚ÄěDie v√∂llig √ľberzogenen Stellenstreichungen der vergangenen Jahre haben die Leistungsf√§higkeit der Deutschen Telekom ent-scheidend geschw√§cht‚Äú, sagte er und folgerte, der Rekordverlust sei hausgemacht.

Das Werbemotto des Unternehmens, ‚ÄěKnow-how. Wir gehen ans Limit.‚Äú enthalte mehr Wahrheit als wohl beabsichtigt gewesen sei, meinte Mathews, denn inzwischen habe der Vorstand das Limit der Kompetenz-Vernichtung im Unternehmen weit √ľberschritten. Zehntausende qualifizierte Besch√§ftigte seien aus dem Konzern gedr√§ngt worden. Nun m√ľssten Kunden oft Ewigkeiten auf die korrekte Ausf√ľhrung ihrer Auftr√§ge warten.

Die Motivation der Telekom-Belegschaft sei auf einem Tiefpunkt angelangt, beklagte der Kritische Aktion√§r. Dies habe sich erst j√ľngst an 24.000 Einspr√ľchen gegen das ungerechte neue Bewertungs- und Bezahlungssystem gezeigt. ‚ÄěSie k√∂nnen keine engagierte Arbeit erwarten‚Äú, rief Mathews dem Vorstand zu, ‚Äěwenn Sie sich die eigenen Bez√ľge um 90 Prozent erh√∂hen und gleichzeitig von der Gewerkschaft ver.di die Zustimmung zur Vernichtung weiterer 30.000 Arbeitspl√§tze verlangen und ihr in der aktuellen Tarifrunde ein realistisches Angebot verweigern.‚Äú


Bitte lesen Sie auch unsere Berichte √ľber die
Telekom Hauptversammlungen
1999 und 2000
und den Aufruf zu unserer Kampagne aus dem
Jahr 2001 gegen den
Jobkiller Staat AG.