Home
Aktuelles
Konzernkritik
Kampagnen
Mitglieder
Jahresberichte
Stimmrechte
Termine
Links
Volltext-Suche
Kontakt
Vattenfall Europe HV 2004 / Presse-Information

Presse-Information
Hamburg / Cottbus / Köln
16. Juni 2004

Vattenfall Hauptversammlung erwartet Proteste
gegen Klimaschädigung und Landschaftszerstörung

Heftigen Widerspruch gegen klimaschädliche Braunkohleverstromung und die
Vernichtung wertvoller Biotope planen kritische Aktionäre und andere Umweltschutz-
verbände zur Hauptversammlung der Vattenfall Europa AG am morgigen Donnerstag
in Berlin.

Der Energiekonzern Vattenfall gehöre zu den fünf größten Kohlendioxid-Emittenten in Europa, betont Bettina Dannheim von der Umweltschutzorganisation Robin Wood, die an der Versammlung teil nehmen wird. Diesen Umstand verdanke der schwedische Konzern seinen deutschen Braunkohlekraftwerken. Allein im Jahr 2003 wurden 57 Millionen Tonnen Braunkohle im Tagebau abgebaggert und in nahe gelegenen Kraftwerken verstromt. Braunkohle liefert in Deutschland nur circa zehn Prozent des Primärenergieverbrauchs, aber 20 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen.

„Braunkohle ist der Klimakiller Nr. 1 unter den Energieträgern“, bekräftigt auch Alexa Kessler, Vorstandsmitglied von Robin Wood. „Vattenfall ist mitverantwortlich für die enorm hohen und weiter steigenden Kohlendioxid-Emissionen weltweit. Wir fordern den Vorstand von Vattenfall Europe auf, sich aus der Braunkohleverstromung zu verabschieden und auf klimafreundliche Energieträger zu setzen.“

Auch ein Vertreter des vom Vattenfall-Tagebau Cottbus-Nord bedrohten Ortes Lacoma wird mit Unterstützung des Dachverbands der Kritischen Aktionäre in der Vattenfall-Hauptversammmlung sprechen und dem Vorstand Betrug an den Aktionären vorwerfen.

In der Frage, was naturschutzrechtlicher Ausgleich und Ersatz für die Lacomaer Teichlandschaft das Unternehmen kosten würden, habe der Vorstand seine Aktionäre um etwa zehn Millionen Euro betrogen. Die Kosten würden eine einstellige Millionenhöhe nicht überschreiten, hatte der Vorstand in der letzten Hauptversammlung im August 2003 auf eine entsprechende Frage geantwortet. Durch Akteneinsicht beim Umweltministerium konnten die Naturschutzverbände aber feststellen, dass Bergbau-Chef Häge bereits im Juli 2003 von Kosten bis zu 20 Millionen ausging.

"Damit sollte das wahnwitzige Unterfangen offensichtlich lukrativer dargestellt werden als es ist", schimpft der kritische Aktionär René Schuster. "Herr Häge muss für diesen Betrug an den Aktionären zur Verantwortung gezogen werden."

Schuster weist die Aktionäre außerdem darauf hin, dass der Konzern bei Tagebauvorbereitungen die geschützte Lacomaer Teichlandschaft unzulässig beeinträchtigt. Das hat erst vor zwei Wochen zu einer Klage des ostdeutschen Umweltschutzverbands Grüne Liga und zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Vattenfall geführt.

Das Lacomaer Teichgebiet soll ab 2005 für den Braunkohletagebau Cottbus Nord des Vattenfall-Konzerns zerstört werden. Es handelt sich um eine der wertvollsten Landschaften der Cottbuser Region, die europäischen Schutz genießt. Zur von Vattenfall geplanten Zerstörung des Gebietes läuft derzeit das Genehmigungs- verfahren. Am Sonnabend, dem 19.Juni wird das Dorf Lacoma sein vierzehntes Widerstandsfest feiern.


Hintergrund-Informationen:

Robin Wood

Lacoma e.V.

Kritik am Vattenfall-Vorgänger HEW