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Position:   Konzernkritik  >>  Porsche

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat Probleme mit dem Klimaschutz
Markus Dufner überreichte Porsche-Chef Wiedeking die Konzernstudie des Dachverbands.
Joseph Michl (BUND Stuttgart) kritisierte die geplante Erweiterung des Porsche-Entwicklungszentrums.

"Alle reden vom Klima. Was kümmert es Porsche?"

Klimaschutz? Den Hersteller von Luxuswagen kümmert es wenig. Die Klimadebatte und Forderungen zum Bau umweltschonender Fahrzeuge sind in Stuttgart-Zuffenhausen, so scheint es, noch nicht angekommen. Obwohl Porsche verkündet, sich um das Klima zu kümmern, hat der Konzern bislang keinen Nachhaltigkeitsbericht abgeliefert. Die Porsche-Flotte hat im Jahr 2007 mehr CO2 produziert als 2002. Im Vergleich zu anderen Konzernen, die zumindest Anstrengungen in Richtung einer Produktion umweltfreundlicher Fahrzeuge erkennen lassen, steht Porsche schlecht da.
Bei der Hauptversammlung der Porsche Automobil Holding SE am 30. Januar 2009 überreichte Markus Dufner die vom Dachverband der Kritischen Aktionäre erarbeitete Porsche-Studie an den Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking.


Porsche verspielt Chance auf Vorbildfunktion
 
Die im Januar 2009 vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre veröffentlichte Porsche-Studie kommt zu vier grundlegenden Erkenntnissen:
Porsche ist eine Marke für "Kunden, die zeigen wollen, dass sie es im Leben geschafft haben" – was mit Attributen wie sportlich, schnell, fortschrittlich und modern ostentativ demonstriert wird. Leider verkörpern die Statussymbole auch protzige Arroganz und umweltschädliche Technologie, und es ist bisher nicht abzusehen, dass das Porsche-Management nicht nur hohe Dividenden, sondern auch den Klimaschutz auf seine Fahnen schreibt. Die Probleme liegen beim Produkt selbst (umweltschädlich), bei den Kunden (Porsche als Statussymbol), bei den Eigentümern und beim Top-Management. 
Das Porsche-Management verspielt trotz eines finanziell hervorragenden Gesamtergebnisses im Geschäftsjahr 2008 die Chance auf eine ökologische Vorbildfunktion. Der Dachverband der Kritischen Aktionäre fordert Porsche zu einem aktiven Dialog mit seinen Kunden auf.

Der Cayenne mit Hybrid-Motor: "eine Verschlimmbesserung". Wie auch schon im Jahr zuvor forderten die Kritischen Aktionäre erneut eine Ausrichtung der Unternehmenspolitik auf die Anforderungen des Klimaschutzes – konkreter der EU-Vorgaben zur Reduktion von CO2 bei der gesamten Porscheflotte. In einem vom BUND und dem Dachverband der Kritischen Aktionäre herausgegebenen Positionspapier wurde 2007 festgestellt, dass Porsche mit seinem Emissionsdurchschnitt weit hinter anderen Herstellern liegt. Selbst vermeintliche Bemühungen des Konzerns zur Entwicklung eines umweltfreundlicheren Gefährts entpuppen sich als "Verschlimmbesserung": der Porsche Cayenne, auch mit Hybridmotor angeboten, ist letztlich aufgrund seines Gewichts ein weitaus größerer Spritfresser, als zu vermuten wäre.

Weitere Themen bei Porsche:
> Das Konzernergebnis 2008
> Das Einkommen von Vorstandschef Wiedeking. Mit geschätzten 80 Millionen Euro ist er der mit Abstand bestbezahlte Manager Deutschlands
> Das Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach
> Das neue "Porsche Museum" in Zuffenhausen

 

 

> Porsche-Studie
> Pressemitteilung
> Rede Markus Dufner
> Rede Joseph Michl

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