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Newsletter September 2018

Widerstand gegen
fossiles Geschäftsmodell

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

fast täglich ist der Hambacher Wald in den Medien. Immer mehr Menschen beteiligen sich am gewaltfreien Widerstand gegen RWE. Mit der Rodung von Wäldern, der Zwangsumsiedlung Zehntausender Menschen, dem Abbaggern von fruchtbarem Ackerland, der Vernichtung von Kulturgütern und der Freisetzung gesundheits- und klimaschädlicher Emissionen übt der Stromkonzern strukturelle Gewalt aus. Politiker verweisen darauf, das Roden, das Abbaggern und das Umsiedeln sei legal - legitim ist es schon lange nicht mehr.

Gerade im Kohleland NRW aber auch in Brandenburg scheint die Politik noch nicht verstanden zu haben, dass der Ausstieg aus der Braunkohle sofort und mit größter Entschlossenheit beginnen muss. Zu groß ist die Abhängigkeit mancher Mandatsträger in vielen Parteien von den mächtigen Konzernen. Zeigen wir durch unsere Beteiligung an Waldspaziergängen, Mahnwachen, Demonstrationen und gewaltfreien Aktionen, dass wir "fossiles Denken" satt haben. Und appellieren wir an die institutionellen, kommunalen und privaten Anteilseigner von RWE, "fossilen Geschäftsmodellen" eine Absage zu erteilen.

Der Kohlekommission wünschen wir trotz der Drohgebärden und Diffarmierungen durch RWE, dass sie ein tragfähiges Konzept für den Ausstieg aus der Kohlewirtschaft erarbeitet und für deren Beschäftigte Job-Alternativen entwickelt.

Mit solidarischen Grüßen
Markus Dufner
Geschäftsführer


Unsere Themen in dieser Ausgabe:

  •     RWE, die Kohlekommission und der Widerstand im Hambacher Wald
  •     Waldspaziergänge im Hambacher Wald
  •     Bayer: Schon 8000 Klagen wegen Glyphosat
  •     Heckler & Koch: Hauptversammlung am 21. September
  •     Thyssenkrupp: Kritik an Millionenabfindung für Vorstands-Chef Hiesinger
  •     VW & Co: Drei Jahre Dieselskandal
  •     Verleihung des Henry Mathews Preises an konzernkritische Organisationen
  •     Mitgliederversammlung
  •     Termin


Seit Jahren schützen Umweltaktivist*innen den Hambacher Wald vor den Sägen und Baggern von RWE (Foto: Herbert Sauerwein)

RWE, die Kohlekommission und der Widerstand im Hambacher Wald

Während in Berlin die Kohlekommission über Wege aus der Braunkohle nachdenkt, will RWE im Hambacher Wald roden und unumkehrbare Fakten schaffen. Kritischen Aktionäre und Umweltschützer sprechen sich für Aktionen des gewaltfreien Widerstands aus.

RWE hat in einem Brief an die Kommission die Rodung des Waldes in den nächsten Monaten als notwendig verteidigt, da sonst die Kraftwerke in der Region nicht mehr ausreichend mit Braunkohle versorgt werden könnten.
Nach Berechnungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) könnte RWE auch ohne die Rodung noch jahrelang genug Braunkohle in den Tagebauen Hambach und Garzweiler abbauen, um seine Kraftwerke am Laufen zu halten. Der BUND drohte mit einem Ausstieg aus der Kohlekommission, sollte RWE tatsächlich wie geplant am 1. Oktober mit der Rodung beginnen.

Antje Grothus von der Initiative Buirer für Buir und Mitglied der Kohlekommission zeigte sich entrüstet: "Es kann doch nicht sein, dass wir in Berlin beraten und RWE hier Fakten schafft." Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, der mit Bürgerinitiativen im Bereich des Braunkohletagebaus sowie Klima- und Umweltschutzorganisationen zusammenarbeitet, ruft zum gewaltfreien Widerstand gegen die Rodung des Hambacher Walds auf. "Wir appellieren an alle institutionellen Investoren sowie  die kommunalen und privaten Anteilseigner von RWE, sich für einen Rodungsstopp auszusprechen und sich für ein rasches Beenden des Braunkohletagebaus einzusetzen. Das fossile Geschäftsmodell von RWE ist schon seit langem überholt."

Größte Einzelaktionäre der RWE AG sind die RW Holding, in der Kommunen wie Essen ihre Anteile gebündelt haben, die KEB Holding, hinter der die Stadt Dortmund steht, und der US-Vermögensverwalter BlackRock. Ihren letzten Stimmrechtsmitteilungen zufolge hielten die drei Gesellschaften jeweils etwa 5% am gezeichneten Kapital.

Nachdem Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sich bereits vor einiger Zeit für ein Moratorium ausgesprochen hatte, so lange die Kommission tagt, kündigte nun Bundeswirtschaftsminister Peter Altmayer (CDU) Verhandlungen mit RWE über ein Rodungsstopp an. Gleichzeitig meinte Altmayer aber, RWE habe einen rechtlichen Anspruch auf die Rodung. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) glaubt nicht daran, dass ein Aufschub der Baumfällungen am Hambacher Forst zu einer Entspannung des Konflikts zwischen Kohlegegnern und dem RWE-Konzern beitragen würde.

Währenddessen kam es wiederholt zu Polizeieinsätzen im Hambacher Wald mit Festnahme von mehreren Kohlegegnern. Im Camp der Waldschützer, das auf einer privaten Wiese am Hambacher Wald liegt, zertrümmerte die Polizei Solarpaneele, beschlagnahmte Werkzeug und transportierte daraus Trinkwasservorräte, Zelte, Schlafsäcke und Hygieneartikel ab. Waldbesetzerinnen und Waldbesetzer berichteten, Polizisten seien wiederholt mit gezogener Schusswaffe gegen sie vorgegangen. "Es geht darum, die Strukturen des Widerstands noch vor der Kompletträumung zu zerstören, mit allen Mitteln und mit einem beänstigenden Aufgebot an Menschen und Material", sagte der Waldpädagoge Michael Zobel, der seit Jahren einmal im Monat Führungen durch den Hambacher Wald veranstaltet.

Der bekannte Förster und Buchautor Peter Wohlleben ("Das geheime Leben der Bäume") schickte eine ermutigende Videobotschaft an die "lieben Freunde des Hambacher Forsts". Er ist davon überzeugt, der Braunkohleabbau könne sofort gestoppt werden und gehöre angesichts des Klimawandels sofort gestoppt. Das bedeute nicht, dass die Anlage insgesamt sofort gestoppt werden müsse wie z.B. das Wassermanagement und die Böschungsabflachung. "Man kann sofort aufhören, Bäume abzusägen."


Die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung - so der offizielle Name der Kohlekommission - soll ein Konzept vorlegen, wie die Wirtschaft in den Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland so umgebaut werden kann, dass der Kohleausstieg nicht zu Strukturbrüchen führt. Bis Ende des Jahres soll außerdem ein Plan für den Abschied von der Kohle inklusive eines Enddatums vorliegen.

Unter dem Motto "Bässe statt Bagger" findet am Samstag, 1. September, um 15.30 Uhr auf dem Ebertplatz in Köln ein Tanzprotest für den Hambacher Wald statt.

> Unterzeichnen Sie die Petition "Hambacher Wald: Retten statt roden"
> Ende Gelände 2018: Kohle stoppen. Klima schützen.
> Streit in der Kohlekommission. Wie geht´s weiter in der Lausitz? (rbb24, 29.08.2018)


Initiatoren der von mehr als 50 Waldspaziergängen: Michael Zobel und Eva Töller (Foto: Herbert Sauerwein)

Fünf Waldspaziergänge im September

"Es gibt eine wachsende Zahl von Anmeldungen für die kommenden Spaziergänge im Hambacher Wald", freut sich Naturführer Michael Zobel.

Im September wird  an jedem der fünf Sonntage ein Waldspaziergang stattfinden. Der Treffpunkt ist immer um 11.30 Uhr am Kieswerk Collas. "Jedoch kann sich der Treffpunkt durch die aktuelle Situation jederzeit ändern", so Zobel. "Es ist zur Zeit nicht ganz einfach, nach Morschenich, zur Mahnwache und zu den Waldspaziergängen zu kommen."

Wegbeschreibung: Von der A4 aus Richtung Aachen bis zur Ausfahrt Elsdorf fahren und von da über Manheim nach Buir bzw. Morschenich. An der Ausfahrt Merzenich ist der Abzweig nach Buir/Morschenich gesperrt, es gibt eine Umleitung über Merzenich nach Buir (siehe Luftfoto unten).

> Website von Michael Zobel - Naturführer und Waldpädagoge


Schon 8000 Klagen wegen Glyphosat

Nachdem ein US-Gericht die Bayer-Tochter Monsanto wegen des Unkrautgifts Glyphosat zu 250 Millionen Euro Schadenersatz verdonnert hat, ist der Wert der Bayer-Aktie abgesackt.

Der Anstieg der Klagen von 5200 im zweiten Quartal bis auf 8000 Ende Juli deutet darauf hin, dass gleich mehrere auf Klagen dieser Art spezialisierte US-Kanzleien offensichtlich noch relativ kurzfristig auf den Fall Glyphosat aufgesprungen sind – womöglich auch, um sich den im Juni vollzogenen Besitzerwechsel zunutze zu machen. Anfang Juni hatte Bayer den Saatgut-Riesen Monsanto für 54 Milliarden Dollar übernommen.

Die neue Bayer-Tochter war im August von einem kalifornischen Gericht zu einer Schadenersatzzahlung von 289 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 250 Millionen Euro, an einen unheilbar Krebskranken verurteilt worden. Die Geschworenenjury sah es als erwiesen an, dass der von Monsanto entwickelte Wirkstoff Glyphosat, der in Mitteln wie "Roundup Ready" und "Ranger Pro" enthalten ist, die Erkrankung des früheren Schulhausmeisters Dewayne Johnson verursacht hat.

Die Bayer-Tochter ging  ihrerseits mit Klagen gegen eine Nichtregierungsorganisation vor. Bereits im Februar hatte das Oberste Gericht des US-Bundesstaats New York auf Antrag von Monsanto angeordnet, dass das Kampagnen-Netzwerk Avaaz sämtliche internen Daten über seine Glyphosatkampagne dem Konzern übergeben muss. Avaaz hat dagegen Berufung eingelegt und sammelt Spenden, um in den juristischen Kampf gegen Monsanto zu ziehen.

> Coordination gegen Bayer-Gefahren: Klage gegen Avaaz - Bayer muss den Prozess stoppen!


Ausgefallene Hauptversammlung von Heckler & Koch nun am 21. September

Die Hauptversammlung des Kleinwaffenherstellers Heckler & Koch findet am 21. September 2018 in Rottweil statt. Charlotte Kehne von Ohne Rüstung Leben (ORL) nimmt daran teil und wird einen Tag später bei der Jahrestagung des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre darüber berichten.

Weil zu viele Anteilseigner an der urprünglich für den 26. Juni  angesetzten Hauptversammlung des Waffenherstellers Heckler & Koch teilnehmen wollten, hatte der schwäbsche Rüstungsproduzent den Termin verschoben. Die Erklärung des in Oberndorf am Neckar ansässigen Unternehmens klang recht merkwürdig: "Erfreulicherweise kam es zu einer unerwartet hohen Anmeldezahl, die unsere Erwartungen und Erfahrungswerte der letzten Jahre und den für die Hauptversammlung vorgesehenen Rahmen überstieg."

"Heckler & Koch exportiert Waffen in die ganze Welt, schafft es aber nicht, eine Hauptversammlung mit drei bis vier Dutzend Aktionären durchzuführen", erklärte das frühere Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Paul Russmann.

"Eine weitere Merkwürdigkeit ist, dass die private Aktionärsversammlung in einem städtischen Gebäude, dem Rathaus von Oberndorf, stattfinden sollte", sagte Markus Dufnner, Geschäftsführer des Dachverbands. Rüstungsgegner um den Dachverband hatten zum Kauf von Aktien des Unternehmens und zur Teilnahme an der Hauptversammlung aufgerufen.

Nun findet die Hauptversammlung von Heckler & Koch im Badhaus, Neckartal 167, 78628 Rottweil statt und beginnt um 9 Uhr.

> Gegenanträge von Jürgen Grässlin (RüstungsInformationsBüro) und der Aktion Aufschrei


Kritik an Millionenabfindung für Hiesinger

Der ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger, soll eine Abfindung von knapp 2,7 Millionen Euro erhalten.
 
"Wofür erhält Hiesinger eine solch hohe Abfindung?" fragt sich Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands. "Er verlässt auf eigenen Wunsch das Unternehmen, das in einer sehr schwierigen Lage steckt."

Auch Betriebsräte kritisierten die Abfindung. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft", sagte Werner von Häfen, Thyssenkrupp-Betriebsratschef im Werk Duisburg-Hüttenheim. "Durch den Rückzug von Hiesinger ist eine Führungskrise entstanden. Warum sollte das noch belohnt werden?" Zuvor schon hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner sein Amt niedergelegt.

Insider berichteten, Hiesinger habe zuletzt die Unterstützung des Großaktionärs Krupp-Stiftung vermisst. Der zweitgrößte Aktionär Cevian hatte sich ohnehin kritisch zur Arbeit des langjährigen Vorstandsvorsitzenden geäußert. Wenige Tage, bevor Hiesinger seinen Rückzug ankündigte, hatte er die Fusion der Thyssenkrupp-Stahlsparte mit dem indischen Konzern Tata besiegelt.



Kritische Aktionäre protestieren vor der VW-Hauptversammlung 2018 in Berlin wegen der vielen Skandale des Konzerns. (Foto: Dachverband)

VW & Co: Drei Jahre Diesel-Skandal

Am 21. September 2015 stürzte die Volkswagen-Aktie um mehr als 22 Prozent ab. Grund war, dass der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW bekannt wurde. Doch der VW-Skandal entpuppte sich bald als Diesel-Skandal, in den auch andere Autohersteller verwickelt sind.

Die Börsen in Europa hatten schon geschlossen, als die US-Umweltagentur EPA (Environmental Protection Agency) die Bombe platzen ließ: Volkwagen habe bei zahlreichen Dieselmodellen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen. War eine Aktie von Europas größtem Autokonzern am Freitag, den 17. September, noch knapp 170 Euro wert, fiel sie am Montag darauf auf unter 130 Euro, einen Tag später sogar unter 100 Euro.

Der Abgas-Skandal, den VW-Manager oft beschönigend "Abgas-Thematik" nennen, hat dem Volkswagen-Konzern die wohl schwerste Krise der Unternehmensgeschichte beschert. Der damalige VW-Chef Martin Winterkorn kündigte zunächst eine Aufklärung der Affäre unter seiner Ägide an, trat dann aber doch zurück.

Sein Nachfolger Matthias Müller sorgte durch merkwürdige öffentliche Äußerungen für Irritationen: Im Januar 2016, bei der US-Motor-Show in Detroit, rückte der VW-Boss den betrügerischen Abgasskandal in die Nähe von technischen Versehen. Die VW-Verantwortlichen hätten die Gesetzeslage seinerzeit wohl falsch interpretiert. Im Frühjahr 2018 musste auch Müller gehen und wurde vom ehemaligen BMW-Manager Herbert Diess ersetzt. Doch möglicherweise ist auch Diess nicht unbelastet: Kürzlich behauptete der Leiter der VW-Produktsicherheit, Diess habe früher über den Dieselskandal Bescheid gewusst, als er zugibt.

Auch intern scheint VW eher daran interessiert zu sein, eine Aufklärung zu vermeiden, als die wahren Schuldigen zu benennen. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch wechselte im Oktober 2015 direkt an die Spitze des Aufsichtsrats und wurde zum Chefaufklärer des Diesel-Skandals ernannt. Der Dachverband der Kritischen Aktionäre versuchte bei der VW-Hauptversammlung 2016, Pötsch als Versammlungsleiter abzuwählen, doch die Mehrheit der Anteilseigner verhinderte dies. Keine Kunst, da die Familien Porsche und Piëch mehr als 50 Prozent der VW-Aktien halten.

Mitte 2016 wurde eine Zwischenbilanz gezogen, wie teuer VW der Abgas-Skandal in den USA zu stehen kommt: Auf 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Milliarden Euro) sollten sich nach damaligen Berechnungen die Entschädigungen und Strafen voraussichtlich belaufen. Nach damaligen Schätzungen waren rund elf Millionen Fahrzeuge von VW, Audi und Skoda betroffen. Hingegen weigerte sich Volkswagen, seine Kunden in Europa zu entschädigen.

Im November 2016 stellt Volkswagen sein Reformpaket vor, das bis 2025 unter anderem Milliardeninvestionen in alternative Antriebsarten und die Schaffung von 9.000 neuen Stellen, aber auch den Abbau von 30.000 Stellen weltweit beinhaltet.

Anfang 2017 dann die erstaunliche Nachricht: Trotz des Abgas-Skandals avancierte Volkswagen erstmals zum größten Autobauer der Welt. Der Konzern hatte mehr als 10,3 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

Ende 2017 ein Paukenschlag: Der VW-Manager Oliver Schmidt wurde von einem US-Gericht wegen Mitschuld an der Manipulation von Diesel-Motoren zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt.

Im Mai 2018 übte Dachverbands-Vorstand Jens Hilgenberg bei der Hauptversammlung heftige Kritik am VW-Management: "Hören sie auf, die Neuwagenkunden weiter für dumm zu verkaufen. Sie sprechen gerne öffentlich und medienwirksam von Diesel-Pkw der neuesten Abgasnorm, was Euro 6d oder zumindest Euro 6d-temp bedeuten würde. Diese sollen nach ihren Aussagen alle Probleme lösen. Der Großteil der Diesel-Pkw, die der Konzern aktuell in Europa verkauft, entspricht aber eben nicht dieser neuesten Norm." Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.

Im Juni 2018 verhängte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen Volkswagen. So günstig davon gekommen,  akzeptierte VW das Bußgeld. Im selben Monat wurde der Chef der VW-Tochter Audi, Rupert Stadler, wegen Verdunklungsgefahr festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Mittlerweile ist es als gesichert anzusehen, dass hochrangige VW-Mitarbeiter, darunter auch Ex-VW-Boss Winterkorn, schon frühzeitig von den Folgen der manipulierten Diesel-Abgaswerte wussten. Das belegen interne Dokumente. Demnach hatten Manager, Juristen und Motoren-Entwickler kurz vor Bekanntwerden des Betrugs große Sorgen.


Jahrestagung: Henry Mathews Preis an Honduras Delegation und Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionräe verleiht auf seiner Jahrestagung am 22. September in Köln den Henry-Mathews-Preis für Konzernkritik an die HondurasDelegation und das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit. Schwerpunkt der Jahrestagung sind die UN-Nachhaltigkeitsziele und deutsche Konzerne im Praxis-Check.

Die Honduras Delegation und das Ökumenische Büro haben in den letzten Jahren intensiv zu der Beteiligung von Siemens und Voith Hydro an dem umstrittenden Staudammprojekt Agua Zarca in Honduras recherchiert, informiert und auf den Hauptversammlungen von Siemens dazu gesprochen. Die Umweltaktivistin Berta Cáceres wurde aufgrund ihres Protestes gegen das Projekt von Auftragsmördern umgebracht. Der Prozess gegen die Hintermänner dauert an.

In ihren Nachhaltigkeitsberichten brüsten sich die deutschen Konzerne mit ihren Beiträgen zu den 17 Zielen der UN-Nachhaltigkeitsagenda, den Sustainable Development Goals (SDGs). Auf unserer Jahrestagung 2018 machen wir den Praxis-Check anhand der Debatten um menschenrechtliche Sorgfaltspflichten, Rüstungsexporte und den Klimaschutz durch den Kohleausstieg.

Als zweiten Schwerpunkt werden wir die Rüstungsexporte von Thyssenkrupp, Rheinmetall und Heckler & Koch in Krisen- und Konfliktregionen thematisieren. Wie haben die Unternehmen bisher auf den erhöhten Druck reagiert, die Exporte zu beenden? In einem dritten Schwerpunkt möchten wir die Rolle der Konzerne für Klimaschutz und Kohleausstieg diskutieren. Wie haben sie auf unsere Kritik auf den Hauptversammlungen reagiert? Welche Rolle spielen sie im Zusammenhang mit der Kohlekommission?

Hier geht es zu unserem Programm.

Wann: Samstag, 22. September 2018
Wo: Melanchthon-Akademie Köln, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Eintritt: frei, um Anmeldung per E-Mail wird gebeten



Einladung zur Mitgliederversammlung
des Dachverbands

Liebe Mitglieder,
wir laden Sie/Euch herzlich zur Mitgliederversammlung 2018 des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V. ein. Sie findet am Samstag, den 22. September 2018, um 17 Uhr im Anschluss an die Jahrestagung in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln, statt.

Tagesordnung

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Berichte des Vorstands, des Schatzmeisters, des Rechnungsprüfers
  3. Bericht des Geschäftsführers
  4. Entlastung des Vorstands
  5. Verschiedenes und Termine

Wir bitten um eine kurze Rückmeldung, wenn Sie/Ihr teilnehmen möchten/möchtet. Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!



Vorschau und weitere Termine

Podiumsgespräch: "Ayotzinapa vive, la lucha sigue!"
Über die Folgen deutscher Waffenexporte nach Mexiko
Mittwoch, 26. September 2018, 19.00 Uhr

Ort: Hospitalhof, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart
Referent*innen:
- Sofía De Robina, Menschenrechtszentrum "Miguel Agustín Pro Juárez A.C."
- Jürgen Grässlin, Anzeigenerstatter im "Heckler & Koch"-Prozess
- Christian Schliemann, Legal Advisor am ECCHR
- Angehörige eines betroffenen Studenten aus Ayotzinapa (angefragt)
- Moderation: Carola Hausotter, Charlotte Kehne
> Mehr Informationen bei Ohne Rüstung Leben (ORL)

 

 

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