Newsletter August 2023
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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

im Mittelpunkt unserer Jahrestagung am 16. September steht das Lieferkettengesetz. Da passt es natürlich, dass wir unseren konzernkritischen Henry-Mathews-Preis an die Initiative Lieferkettengesetz verleihen. Sie ist ein Zusammenschluss von sehr vielen entwicklungspolitisch tätigen Nichtregierungsorganisationen in Deutschland, denen es nicht nur um eine bessere deutsche Entwicklungszusammenarbeit geht. Vielmehr fordern sie, dass deutsche Unternehmen bei ihren Geschäften im Ausland und insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern ihrer Verantwortung gerecht werden. Das am 1. Januar 2023 in Kraft getretene Gesetz verlangt, dass Konzerne neben ihren Profitinteressen menschenrechtliche Sorgfaltspflichten entlang ihrer Lieferketten ernst nehmen müssen. Tun sie dies nicht, drohen ihnen Strafen.
Der Initiative Lieferkettengesetz, in der auch der Dachverband der Kritischen Aktionäre von Anfang an mitgearbeitet hat, ist es gelungen, die Thematik über mehrere Jahre lang in den Medien zu halten und anhand brisanter Fallbeispiele zu illustrieren. Einer der Fälle: BASF, die Platin-Lieferkette und das an südafrikanischen Bergleuten verübte Massaker von Marikana, das am 16. August 2012 stattfand.

Ein Konzern, der seine Sorgfaltspflichten gegenüber Mensch und Umwelt seit langem schwer vernachlässigt, ist RWE. Jetzt will der Konzern, um am Tagebau Garzweiler weiter die klimaschädliche Braunkohle abbaggern zu können, die Lebensader zwischen den Gemeinden Holzweiler und Keyenberg durchschneiden. Der Abriss der L12, der Landstraße zwischen den Dörfern, steht unmittelbar bevor. Mit einer Petition und einer Kundgebung vor dem NRW-Wirtschaftsministerium in Düsseldorf haben wir den Kampf der Bürger*innen für den Erhalt der L12 unterstützt. Da die Politik es offenbar zulässt, dass RWE gemeinwohlfeindlich Fakten schafft, bleibt nur noch der friedliche Protest vor Ort.

Solidarische Grüße
Markus Dufner
Geschäftsführer

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In diesem Newsletter:

  • Unsere Jahrestagung 2023: Werden deutsche Konzerne ihrer Verantwortung gerecht? Jetzt anmelden und mitdiskutieren
  • RWE: Wall um L12 - Anwohnende befürchten zeitnahen Abriss
  • Rheinisches Revier: Neue Fotoausstellungen
Unsere Jahrestagung 2023
Lieferkettengesetz: Werden deutsche Konzerne ihrer Verantwortung gerecht?
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Wir laden herzlich zu unserer Jahrestagung 2023 ein:

Samstag, den 16. September 2023 von 11-16 Uhr
Präsenzveranstaltung
in der Melanchthon Akademie Köln

Kartäuserwall 24B, 50678 Köln

Es wird auch möglich sein, die Veranstaltung online zu verfolgen.

Wir bitten um verbindliche Anmeldung per E-Mail an dachverband@kritischeaktionaere.de bis 8. September 2023 mit der Angabe, ob Sie in Präsenz oder online teilnehmen möchten.

Programm

11-12 Uhr: Verleihung des Henry Mathews Preises für Konzernkritik
an die Initiative Lieferkettengesetz

12-13 Uhr: Protest gegen uigurische Zwangsarbeit in der VW-Lieferkette
Referent*innen:
Haiyuer Kuerban, Leiter des Berliner Büros des Weltkongresses der Uiguren (WUC)
Miriam Saage-Maaß, Legal Director European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)

Mittagspause

14.30-16 Uhr: Virtuelle Hauptversammlungen – Konzernkritik in Gefahr?
Erfahrungen und Kritik am neuen Format der Aktionärsversammlung mit Referent*innen von unseren Mitglieds- und Partnerorganisationen, u.a. urgewald, Fridays for Future (angefragt)

RWE

Wall um L12 - Anwohnende befürchten zeitnahen Abriss

 

RWE hat am vergangenen Mittwoch damit begonnen, einen Erdwall an der bedrohten Landstraße L12 am Tagebau Garzweiler II zu errichten. Der Wall dient RWE als Umfriedung des Tagebaugeländes und markiert damit den Bereich, in dem die Kohlebagger arbeiten dürfen. Damit scheint nun der Abriss der Straße unmittelbar bevorzustehen. Anwohnende sehen sich in ihrer Sorge bestätigt, dass der Konzern die L 12 zerstören will, bevor die NRW-Landesregierung mit der Leitentscheidung zur Braunkohle politische Vorgaben macht.

"Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es überhaupt keinen sachlichen Grund für den Abriss der L12. RWE will mal wieder vorzeitig Fakten schaffen", so Alexandra Brüne aus Holzweiler. Brüne nimmt Bezug auf einen investigativen Bericht des WDR, der herausgefunden hatte, dass die Kohle hinter der L12 nur bei einem Kohleausstieg 2033 gebraucht würde. Die Bundesregierung entscheidet jedoch erst 2026, ob der Kohleausstieg doch noch von 2030 auf 2033 verschoben wird.

Die Kohlemengen, die am Tagebau Garzweiler II noch gefördert werden sollen, sind wissenschaftlichen Studien zufolge unvereinbar mit dem Ziel der Bundesregierung, die 1,5 Grad-Grenze einzuhalten.

Aktuelle Infos bei Alle Dörfer bleiben

Neue Fotoausstellungen

Gleich zwei neue Fotoausstellungen thematisieren die Probleme und Konflikte beim Kohleausstieg und Strukturwandel im Rheinischen Revier:

An der Dürener Ausstellung, die im Komm gezeigt wird, sind mehrere Fotografen beteiligt.

Die Gemeinschaftsausstellung "Lützerath lebt weiter" von Frank Breuer, Anton Ilai Detailreich, Manuela Hillekamps, Ralph Kettler, Timo Krügener, Hubert Perschke, Christoph Schnuell, Udo Slawiczek und Marie-Luise Wulf dokumentier den Protest um Lützerath. Die Eröffnung ist am 10.September 2023 um 11 Uhr. Mit der Ausstellung wollen wir auch Gruppen und Schulklassen ansprechen, sich die Ausstellung in einer persönlichen Führung anzuschauen und ins Gespräch zu kommen.

Die Ausstellung von Hubert Perschke „Alte Heimat – Neue Zukunft“ wird am 08. September um 17.00 Uhr im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17, 52134 Herzogenrath eröffnet. Die Ausstellung ist ein fotografischer Streifzug durch die bleibenden und neuen Dörfer, verbunden mit den Aussagen dort lebender und angetroffener Menschen. Jedes Interview hat einen eigenen Schwerpunkt und es gibt weitere gesprächsbereite Menschen, die allein aus Platzgründen in der Ausstellung nicht zu Wort kommen.

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Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V.
Pellenzstr. 39 (Hinterhaus) 50823 Köln
CC BY 2.0
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