Newsletter Februar 2024
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

insbesondere Hanseatinnen und Hanseaten dürften die schweren Turbulenzen, in denen die Aurubis AG schon seit geraumer Zeit steckt, nicht entgangen sein. Das traditionsreiche Hamburger Unternehmen, das bis 2009 Norddeutsche Affinerie hieß und von Einheimischen noch heute liebevoll "Affi" genannt wird, ist seit vergangenem Jahr wegen eines Millionen-Betrugs häufiger in den Schlagzeilen, als ihm lieb sein dürfte. Nun entlässt Europas größter Kupferkonzern drei seiner vier Vorstände, darunter den langjährigen Vorsitzenden Roland Harings. Zu lange war ihnen der Metall-Fehlbestand in Höhe von 169 Millionen Euro nicht aufgefallen.

Aber Aurubis ist nicht nur Opfer von Betrügern – der Konzern hat in seiner eigenen Lieferkette mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung zu tun. In einer Online-Veranstaltung am Vorabend der Aurubis-Hauptversammlung informieren Facing Finance, die Romero-Initiative (CIR), die Kampagne Bergbau Peru, Goliathwatch und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre über Lieferanten, Sorgfaltspflichten und ihre Forderungen an Aurubis. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist noch bis zum 13. Februar möglich.

Am vergangenen Freitag auf der Präsenz-Hauptversammlung von Thyssenkrupp in Bochum machte der Dachverband deutlich, dass noch viele Probleme gelöst werden müssen – nicht nur bei der Herstellung von „grünem Stahl“. Immer noch nicht aufgeklärt ist der Tod des Leiharbeiters Refat Süleyman auf dem Werksgelände von Thyssenkrupp in Duisburg am 14. Oktober 2022 ist. Die Angehörigen des 26-Jährigen türkischstämmigen Bulgaren warten weiterhin auf Gerechtigkeit und auf eine Reaktion seitens ThyssenKrupp. Lesen Sie in unserem Newsletter die bewegende Hauptversammlungsrede von Refats Mutter Gülseren Dalip: "15 Monate taten sie so, als gäbe es uns nicht!" 

Solidarische Grüße
Markus Dufner
Geschäftsführer

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In diesem Newsletter:

  • Aurubis: Kupfer, Kolonialismus, Kriminalität Einladung zur Online-Veranstaltung am 14. Februar
  • TUI: Emissionen der TUI-Kreuzfahrtsparte steigen um fast 18 Prozent
  • Siemens: Vorstand handelt verantwortungslos
  • Thyssenkrupp: Unsere Themen und Redebeiträge auf der Hauptversammlung
Aurubis

Online-Veranstaltung am Vorabend der Aurubis-Hauptversammlung, 14. Februar 2024, 19-20.30 Uhr

Anmeldung: Sobald wir die Anmeldung an dachverband@kritischeaktionaere.de erhalten haben, versenden wir die Zugangsdaten für die Online-Veranstaltung.

Wie geht es nach den heftigen Turbulenzen bei Europas größtem Kupferkonzern weiter? Der Vorstand der Hamburger Aurubis AG muss wegen Millionenschäden durch Kupferdiebstähle den Hut nehmen. Aber Aurubis ist nicht nur Opfer von Betrügern – der Konzern hat in seiner eigenen Lieferkette mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung zu tun. In einer Online-Veranstaltung am Vorabend der Aurubis-Hauptversammlung informieren Facing Finance, die Romero-Initiative (CIR), die Kampagne Bergbau Peru, Goliathwatch und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre über Lieferanten, Sorgfaltspflichten und ihre Forderungen an den Hamburger Konzern. Mit dabei: der Umweltaktivist Cholo García aus Panama, der über die katastrophalen Auswirkungen einer Mine berichtet, von der Aurubis Kupfer bezogen hat.

Das Programm

Panama: Bergbauprojekt von First Quantum Minerals sorgt für Konflikte
Cholo García, Umweltaktivist aus Panama (Übersetzer: Christian Wimberger, Romero-Initiative CIR)

Intransparenz und Widersprüche in der Lieferkette von Aurubis
Luca Schiewe, Facing Finance

Die fragwürdige Zertifizierung mit Copper Mark
Ulf Georgiew, Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre

Quo vadis Aurubis? Ausblick auf die Hauptversammlung des Kupferkonzerns
Markus Dufner, Geschäftsführer, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre

Hauptversammlung soll über (Nicht-)Entlastung der gekündigten Aurubis-Vorstände abstimmen
Unsere Gegenanträge: Nun ist es vorbei, dass der Vorstandsvorsitzende Roland Harings das Unternehmen „mit Ruhe und mit Zuversicht“ steuert. Der Aufsichtsrat hat die Vorstandsverträge mit ihm sowie mit Finanzvorstand Rainer Verhoeven und Produktionsvorstand Dr. Heiko Arnold „vorzeitig beendet“. Nun werden andere Aurubis wieder auf Kurs bringen müssen. Angesichts dieser – im Klartext – Kündigung ist es unerlässlich, dass der Vorstand auf der Hauptversammlung detailliert Rechenschaft ablegt und die Aktionärinnen und Aktionäre dann über seine Entlastung oder Nichtentlastung entscheiden.
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TUI
Emissionen der TUI-Kreuzfahrtsparte steigen um fast 18 Prozent
Unsere Gegenanträge: Die Klimaziele der TUI AG erscheinen angesichts der Klimakatastrophe als wenig ehrgeizig. So will der Konzern erst 2050 seine klimaschädlichen Emissionen auf null abgesenkt haben. Zwar stiegen im Geschäftsjahr 2023 die absoluten Gesamtemissionen der TUI Group gegenüber dem Vorjahr nur um 1 %. Die Sparte Kreuzfahrten der TUI Group, zu der TUI Cruises, Hapag-Llyod Cruises und Marella Cruises mit 16 Kreuzfahrtschiffe gehören, sticht dabei mit einer Zunahme von 17,9% bei den CO2-Emissionen deutlich heraus. Wie es TUI Cruises bis 2030 schaffen will, die Emissionen bis 2030 (gegenüber dem Vergleichsjahr 2019) um 27,5 % zu senken, bleibt fraglich.
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Siemens
Siemens-Vorstand agiert verantwortungslos: Unsere Gegenanträge
Unsere Gegenanträge: Der Vorstand wird weiterhin seiner Verantwortung nicht gerecht, Maßnahmen für nachhaltige Lieferketten und die Verringerung der mit von Siemens verursachten Treibhausgasemissionen effektiv umsetzen. Die direkt von Siemens und vorgelagert emittierten Treibhausgasemissionen (Scope 1 und Scope 3 upstream) sind laut Nachhaltigkeitsbericht im letzten Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kaum gesunken. Besonders fatal: Vor allem die nachgelagerten Emissionen, die durch die Nutzung von Siemens-Produkten entstehen werden (im Scope 3 downstream), sind um über 27 Mio. Tonnen auf über 469 Mio. t CO2e stark angestiegen.
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Thyssenkrupp
Thyssenkrupp: ein Schritt vor – zwei Schritte zurück
Auf der Hauptversammlung der Thyssenkrupp AG letzten Freitag in Bochum beantragten wir, Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns nicht zu entlasten. Thyssenkrupp erhält für die Umstellung der Produktion auf grünen Stahl Staatshilfen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von zwei Milliarden €. „Die Beanspruchung von Staatshilfen, die sich aus Steuergeldern speisen, ist für uns nicht vereinbar mit der gleichzeitigen Ausschüttung einer Dividende“, erklärt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
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„Mein Vater starb nach 35 Jahren am Hochofen an Krebs“
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„15 Monate taten sie so, als gäbe es uns nicht!“
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„Herr López, was meinten Sie mit ihrer Aussage: ´Die größten Klimaaktivisten sind wir´?“
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„Grüner Wasserstoff in Brasilien darf nicht durch grünen Strom mit roten Blutstropfen aus Menschenrechtsverletzungen hergestellt werden!“
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