Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
insbesondere Hanseatinnen und Hanseaten dürften die schweren Turbulenzen, in denen die Aurubis AG schon seit geraumer Zeit steckt, nicht entgangen sein. Das traditionsreiche Hamburger Unternehmen, das bis 2009 Norddeutsche Affinerie hieß und von Einheimischen noch heute liebevoll "Affi" genannt wird, ist seit vergangenem Jahr wegen eines Millionen-Betrugs häufiger in den Schlagzeilen, als ihm lieb sein dürfte. Nun entlässt Europas größter Kupferkonzern drei seiner vier Vorstände, darunter den langjährigen Vorsitzenden Roland Harings. Zu lange war ihnen der Metall-Fehlbestand in Höhe von 169 Millionen Euro nicht aufgefallen. Aber Aurubis ist nicht nur Opfer von Betrügern – der Konzern hat in seiner eigenen Lieferkette mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung zu tun. In einer Online-Veranstaltung am Vorabend der Aurubis-Hauptversammlung informieren Facing Finance, die Romero-Initiative (CIR), die Kampagne Bergbau Peru, Goliathwatch und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre über Lieferanten, Sorgfaltspflichten und ihre Forderungen an Aurubis. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist noch bis zum 13. Februar möglich. Am vergangenen Freitag auf der Präsenz-Hauptversammlung von Thyssenkrupp in Bochum machte der Dachverband deutlich, dass noch viele Probleme gelöst werden müssen – nicht nur bei der Herstellung von „grünem Stahl“. Immer noch nicht aufgeklärt ist der Tod des Leiharbeiters Refat Süleyman auf dem Werksgelände von Thyssenkrupp in Duisburg am 14. Oktober 2022 ist. Die Angehörigen des 26-Jährigen türkischstämmigen Bulgaren warten weiterhin auf Gerechtigkeit und auf eine Reaktion seitens ThyssenKrupp. Lesen Sie in unserem Newsletter die bewegende Hauptversammlungsrede von Refats Mutter Gülseren Dalip: "15 Monate taten sie so, als gäbe es uns nicht!"
Solidarische Grüße Markus Dufner Geschäftsführer
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