Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, bei Lohnkonflikten verweisen Gewerkschaften zu Recht auf den Grundsatz, dass diese am besten mit den Beteiligten vor Ort ausgehandelt und gelöst werden müssen. Gerade bei globalen Lieferketten kann eine Einmischung von Dritten alles andere als nützlich sein. Pikanterweise weist ausgerechnet der Textildiscounter KiK auf diesen Grundsatz hin, angesichts anhaltender Kritik, der Konzern werde seinen Sorgfaltspflichten und eigenen Aussagen zur Durchsetzung menschenwürdiger Löhne in den eigenen Lieferketten nicht gerecht. So wichtig der eine Grundsatz ist, genauso wichtig ist es, Gewerkschaften erstmal zuzuhören. In Pakistan beklagt der Gewerkschaftsverband NTUF, dass sie noch nicht einmal freien Zugang zu Fabriken hätten, und Repressionen gegen eigene Mitglieder. In solchen Fällen muss KiK dann schon genau prüfen, ob die Zusagen der eigenen Zulieferer, Gewerkschaftsrechte zu achten, nicht nur auf dem Papier, sondern auch wirklich einhält. Anhand solcher Beispiele diskutieren wir am Samstag auf unserer Jahrestagung die konkreten Herausforderungen, mithilfe des Lieferkettengesetzes auf faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen hinzuwirken. Dies geht nur mit Gewerkschaften, nicht über sie hinweg. Genau deswegen verleihen wir unseren Henry Mathews Preis auch an Gisela Burckhardt und FEMNET. Zusammen mit Gewerkschaften konfrontieren sie nicht nur die Verantwortlichen bei KiK, sondern auch bei Hugo Boss oder Adidas mit den gewerkschaftsfeindlichen Praktiken in den eigenen Lieferketten. Mit solidarischen Grüßen Tilman Massa Co-Geschäftsführer
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